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»Genmais geht überhaupt nicht!«

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Wonneberg. Offen sein für neue Ideen: Das wollen die Verantwortlichen der Gruppierung Überparteiliche Wählergruppe in der neuen Legislaturperiode. Deshalb sind ihre Listenführer, Bürgermeisterkandidat Alex Reinmiedl und Gemeinderat Peter Wolff, auch Feuer und Flamme für die neue Ökomodellregion »Waginger See/Salzachtal«. Bei einer Wahlversammlung im Gasthaus Eder in St. Leonhard wurde darüber informiert und diskutiert, Möglichkeiten wurden angesprochen, aber auch die Probleme der Seenreinhaltung zur Sprache gebracht.


Gerade das Thema Ökomodellregion habe viel mit Regionalität und gesunder Produktion zu tun, sagte Alexander Reinmiedl. Denn: »Genmais – das geht überhaupt nicht! Wir müssen unbedingt regional erzeugte Produkte haben, die klar gentechnikfrei sind.« Dies sollte nach Reinmiedls Überzeugung ein wichtiger Punkt im Konzept der Ökomodellregion sein. Dann könne jeder Verbraucher selbst entscheiden, wofür er Geld ausgibt.

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Denn bei der Ökomodellregion gehe es keineswegs nur um die Seenreinhaltung, vielmehr darum, in der Region ein neues Bewusstsein zu schaffen. Die Landwirtschaft solle extensiviert, der Druck etwas von den Bauern genommen werden. Es solle ja auch in Zukunft noch junge Leute geben, die gern in der Landwirtschaft arbeiten.

Man habe stark darauf gehofft und sich jetzt wirklich gefreut, dass die Region den Zuschlag bekommen hat, sagte Wolff. Seiner Meinung nach entwickle sich jetzt aus der Seewasser-Problematik eine Chance für die Region. Denn neben der Landwirtschaft gehe es auch um Tourismus, Gastronomie, Verarbeitung und Vermarktung, um Naturschutz und Gewässerpflege, um Energie sowie um Bildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Weil ja im Zusammenhang mit der Seenreinhaltung viel von biologischer oder zumindest extensiverer Landwirtschaft die Rede ist, gab ÜWW-Kandidat Stephan Eglseer aus Egerdach, Biolandwirt im Nebenerwerb, einen kleinen Einblick in seinen Betrieb und die Anforderungen an die Umstellung. Seinem Bericht voran stellte er die Einsicht: »Für biologische Landwirtschaft braucht man die Einstellung dazu.« Diese Art der Bewirtschaftung sei nicht für jeden geeignet. Man brauche Geduld, dürfe Papierkram nicht scheuen und müsse sich regelmäßige Kontrollen gefallen lassen. Zudem dauere die Umstellung Zeit und koste Geld.

Ein Landwirtskollege von Eglseer, Josef Breitwieser aus Sträubl, sieht in der Biolandwirtschaft keine wirkliche Lösung für das Phosphatproblem. Auch Eglseer ist da skeptisch: Dass jüngst die Bezuschussung von Schleppschuhtechnik wieder aufgelegt worden ist, hält Eglseer zumindest für sich für einen völlig falschen Weg: »Mit diesen schweren Fässern mag ich nicht in meine Mooswiesen reinfahren.«

Zu Gast in St. Leonhard war auch die Grüne Bürgermeisterkandidatin von Waging, Hedwig Witzleben. Beim Bauernmarkt in Waging erlebe man Woche für Woche, wie die Menschen Freude an den regionalen Produkten haben. Von daher unterstrich sie gerade die Notwendigkeit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Aktivitäten der Ökomodellregion – also auch Werbung für regional erzeugte Produkte: »Denn all die Programme helfen nichts, wenn die Leute die Waren nicht kaufen.«

Landratskandidat Sepp Hohlweger stellte ebenfalls fest, es müsse keineswegs alles auf Bio umgestellt werden. Wichtig sei aber ein gutes Zusammenspiel zwischen Landwirtschaft, Verbrauchern und dem Tourismus.

In der Diskussion wurde angesprochen, dass die Schulmilch an der Schule in St. Leonhard aus Österreich komme. Dies wäre, wie Alexander Reinmiedl aufgriff, vielleicht ein Ansatzpunkt, damit in Zukunft die Schule mit Milch aus der Region beliefert werden könnte. Zum Schluss zog Peter Wolff aus den vielen Anregungen und Ideen das Fazit, dass Wonneberg Chancen habe, an der Ökomodellregion profitabel mitzuwirken. he

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