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Generationswechsel bei den Kreisbäuerinnen

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Die neue Vorstandschaft der Landfrauengruppe im BBV-Kreisverband Traunstein (von links): Helga Kamml aus Inzell, Maria Friedrich aus Heiligkreuz, Birgit Strohmeyer aus Petting, Kreisbäuerin Irina Esterbauer aus Kienberg, stellvertretende Kreisbäuerin Christine Schuhegger aus Waging, Bärbel Rieder aus Reit im Winkl und Christa Vodermair aus Pittenhart. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Irina Esterbauer aus der Gemeinde Kienberg ist die neue BBV-Kreisbäuerin im Landkreis Traunstein. Wie bereits berichtet, ist die bisherige Stellvertreterin in der Versammlung der Landfrauengruppe im BBV-Kreisverband Traunstein am Freitagnachmittag im Kurhaus in Waging zur Nachfolgerin von Resi Schmidhuber gewählt worden, die dieses Amt 15 Jahre lang innehatte und aus Altersgründen nicht mehr kandidieren konnte. Zur neuen Stellvertreterin wählten die 48 anwesenden Ortsbäuerinnen die Waginger Ortsbäuerin Christine Schuhegger.


Neuwahlen ohne Überraschungen

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Unter Leitung von Walther Pittroff, dem Direktor des BBV-Bezirksverbands Oberbayern, war die gut vorbereitete Wahl eine klare Angelegenheit. Irina Esterbauer wurde ebenso mit 47 Stimmen bei einer Enthaltung gewählt wie die neue Stellvertreterin Christine Schuhegger. Als Beirätinnen wiedergewählt wurden Helga Kamml aus Inzell und Bärbel Rieder aus Reit im Winkl. Neu in diesem Gremium sind Birgit Strohmeyer aus Petting, Christa Vodermair aus Pittenhart und Maria Friedrich aus Heiligkreuz. Von den bisherigen Beirätinnen kandidierten Agnes Hacker und Karin Kastner nicht mehr, Christine Schuhegger wurde zur stellvertretenden Kreisbäuerin gewählt.

In einem rund 45-minütigen Rückblick ließ Schmidhuber ihre Tätigkeit Revue passieren, mit Schwerpunkt auf den vergangenen fünf Jahren. Sie zählte in diesem Zeitraum eine Vielzahl von regelmäßigen Veranstaltungen auf, die von den Landfrauen organisiert oder begleitet wurden: »Tag der Bäuerin« mit jeweils an die 200 Besucherinnen, Ausflüge in der Region und in ganz Europa, Besichtigungen von Firmen und Betrieben, Arbeitstagungen, Tag des offenen Hofs, Ehrennachmittag für ausgeschiedene Ortsbäuerinnen, Landfrauentag mit durchschnittlich um die 600 Teilnehmerinnen, Kreisbauerntag, Fahrten zum ZLF und zur Grünen Woche sowie zum Land- und Bundestag, Berufswettbewerb, Maiandacht, Produktion eines Imagefilms »Landwirtschaft«, Kindertag auf Höfen, Aktionen am Traunsteiner Bauernmarkt, Tag der Austragsbäuerin mit zuletzt 330 Besucherinnen, Regionaltag am Landratsamt, Tag der offenen Geschäftsstelle, Almwanderung und nicht zuletzt die 70-Jahr-Feier des Bauernverbands, an der gut 500 Gäste teilnahmen.

Beste Erinnerungen an G7-Gipfel in Elmau

Interessant war ihre Einschätzung, was in den vergangenen fünf Jahren in ihren Augen das »Allerschönste« gewesen sei: die Bewirtung der Pressevertreter beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau. Dies sei eine hochinteressante Erfahrung gewesen: »Die vergess’ ich mein ganzes Leben lang nicht.« Besonders hob sie auch das Engagement der Bäuerinnen auf der Truna heraus: Im Jahr 2013 haben dort während der fünf Tage 95 Frauen aus 38 Ortsverbänden mitgearbeitet. Neben all diesen besonderen Veranstaltungen zählte Schmidhuber noch eine Reihe von Sitzungen, Tagungen, Gebietsversammlungen, Besuchen von Schulen, Wahlleitung in Ortsverbänden und manch anderes mehr auf, etwa ihre Rolle als »GQ-Botschafterin« in Lebensmittelmärkten, um Werbung zu machen für Rind- und Schweinefleisch in »Geprüfter Qualität«.

Schmidhuber ging auch auf den Landfrauen-Hilfeverein ein. Auf das Konto dieses Vereins fließe regelmäßig Geld aus den Aktionen der Landfrauen. So konnten allein in den vergangenen fünf Jahren 26 500 Euro an Familien in Not und Organisationen mit sozialen und landwirtschaftlichen Schwerpunkten gegeben werden. In ihrem Rückblick erinnerte die scheidende Kreisbäuerin auch an die Ortsbäuerinnen, die in all den Jahren verstorben sind, wobei sie besonders ihrer früheren Stellvertreterin Rosi Braml gedachte.

In ihrem Schlusswort bedankte sie sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Kreisobmann, dem Kreisgeschäftsführer, der Kreisgeschäftsstelle und ihren Mitstreiterinnen im Vorstand. Sie finde es gut, dass beim Bauernverband mit 65 Jahren Schluss sei: Es sei dann Zeit, Jüngere hinzulassen und mit gutem Gewissen aufhören zu dürfen. Zumal sie ja in ihrem Amt als stellvertretende Landrätin noch reichlich Termine zu absolvieren habe. Sie habe sich während ihrer Amtszeit bemüht, möglichst viel zu erreichen, und sie habe von dem Amt »unwahrscheinlich profitiert und viele Leute kennengelernt«. Es sei eine wunderschöne Zeit gewesen, meinte sie und bekam dafür stehende Ovationen der anwesenden Landfrauen.

Großes Lob von allen Seiten für Schmidhuber

BBV-Kreisgeschäftsführer Reinhard Lampoltshammer betonte, Resi Schmidhuber habe gute Arbeit für die Bauern geleistet, und dankte ihr dafür. Es sei ein »Wahnsinn«, was sie allein in den vergangenen fünf Jahren getan habe, und er fügte da noch die Politikergespräche an, von denen jedes Jahr zwei oder drei stattgefunden hätten, »um unsere Forderungen in die Politik reinzutragen«. In der Zusammenarbeit zwischen Kreisgeschäftsstelle und Kreisbäuerin habe »die Chemie einfach gepasst«.

Auch Kreisobmann Sebastian Siglreitmayer lobte die gute Zusammenarbeit und meinte, die Landfrauen seien das beste Aushängeschild für den Bauernverband – etwa mit ihren Aktionen bei der Truna oder bei den Tagen des offenen Hofes. BBV-Direktor Walther Pittroff schließlich sprach von einer »imposanten« Bilanz der scheidenden Kreisbäuerin. Resi Schmidhuber sei eine Frau, die etwas anpacke und dann auch umsetze – natürlich gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen. he