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Generalsanierung und Turnhallenneubau beschlossen

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Die Grund- und Mittelschule Grassau wird umfassend saniert, aufgestockt und barrierefrei gestaltet. Dafür und für den Neubau einer Zweieinhalbfach-Turnhalle investiert die Gemeinde Grassau 12 Millionen Euro, beschloss der Marktgemeinderat in einer Sondersitzung. (Foto: T. Eder)

Grassau – Die Würfel für eine Generalsanierung der Grund- und Mittelschule Grassau mit Sporthallenneubau sind in der dreistündigen Sondergemeinderatssitzung gefallen. Rund 12 Millionen Euro wird das Projekt kosten. Abzüglich der Förderungen verbleibt bei der Gemeinde ein Eigenanteil von rund sieben Millionen Euro.


»Der Gemeinderat hat die wichtigste Entscheidung, um die Grund- und Mittelschule für die nächsten 20 Jahre fit zu machen, zu treffen«, leitete Bürgermeister Rudi Jantke die Sitzung ein. Auch liege ein Antrag des Musik- und Gesangsvereins auf einen Probenraum vor. Dieser könne mit dem Umbau realisiert werden.

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Bergwacht möchte eigene Garage selbst nutzen

Zudem bat die Bergwacht um eine weitere Garage. Diese wäre bereits vorhanden, doch seien dort noch die Geräte des Schulhausmeisters gelagert. So könnte ein Lagerplatz für den Hausmeister im Schulkomplex geschaffen werden. Im Bereich der energetischen Sanierung habe die Schule großen Nachholbedarf, so Jantke, und zur geplanten Barrierefreiheit informierte er, dass hier bereits eine Zuschusszusage von 90 Prozent der geschätzten Kosten von 425 000 Euro vorliegt.

Zum Sanierungs- und Erweiterungsbedarf der Schule erläuterte Schulleiter Johannes Zeitel, dass man vor fünf Jahren von schrumpfender Schülerzahl (Annahme 450) ausging. Stattdessen sei die Zahl aber gewachsen und werde auch in den nächsten sieben Jahren gleich bleiben. Derzeit würden 547 Schüler unterrichtet. Schon jetzt fehlten etliche Klassenzimmer. Garderoben wurden zu Gruppenräumen, Lerngruppen auf den Gängen unterrichtet, und an Kurs- und Lagerräumen mangele es. Nach dem Raumprogramm der Regierung müssten mindestens zehn Räume in Klassenzimmergröße neu geschaffen werden.

Auch für die offene Ganztagsschule mit sechs Gruppen, die ab dem kommenden Jahr für Mittel- und Grundschüler angeboten werde, fehlten Räume. Zeitel verwies auch auf die Sicherheitsmängel der Schule. So ist der älteste Bereich (Baujahr 1920) mit einer Zweiphasen-Elektrizität ausgestattet. Die mangelnde Beschattung und Belüftung der Räume führe zu Gesundheitsproblemen, Fenster seien teilweise blind, die Installation alt. Wichtig sei auch die Barrierefreiheit. Nach dem Raumprogramm der Regierung seien 5500 Quadratmeter förderfähig. Derzeit habe die Schule eine Unterrichtsnutzfläche von 3500 Quadratmetern für 23 Klassen.

Planer Hans Hornberger stellte unterschiedliche Varianten vor. Aus finanziellen und organisatorischen Gründen sei ein Neubau mit Kosten zwischen 22 und 23 Millionen Euro nicht realisierbar. Förderungen gebe es keine. Ebenfalls nicht ratsam sei nur die Sanierung des Bestands mit Barrierefreiheit, da hiermit das Raumproblem der Schule nicht zu lösen sei. Eine Grundsanierung der Gebäude inklusive der beiden Turnhallen (Baujahre 1969 und 1981) sowie Neubau eines weiteren Schulgebäudes würde 9 Millionen Euro kosten – sei aber ebenfalls nicht zielführend. Der Eigenanteil, so Kämmerer Peter Enzmann, liege hier bei über 5 Millionen Euro.

Gemeinde hätte Anteil von 7 Millionen Euro zu schultern

Die große Lösung, also Sanierung des Bestands, Abbruch der älteren Turnhalle, Neubau einer Zweieinhalbfach-Turnhalle, Barrierefreiheit und Umbau der zweiten Turnhalle in Schulräume sowie Aufstockung der Grundschule mit Schaffung eines Probenraums für den Musik- und Gesangsverein würde knapp 12 Millionen Euro kosten, wobei der gemeindliche Kostenanteil bei 7 Millionen Euro liegt.

Hornberger stellte die Planung mit drei Aufzügen vor. Kleinere Höhenunterschiede zwischen den Gebäudeteilen wären über Rampen zu überwinden. Der neue Probenraum würde 3,50 Meter hoch und 130 Quadratmeter groß. In die Turnhalle könnte ein Gymnastikraum für kleinere Gruppen integriert werden.

Ob ein Neubau eines zusätzlichen Schulhauses und damit eventuell die Trennung von Grund- und Mittelschule besser wäre, interessierte August Trimpl (CSU). Die Schule sei ohnehin sehr weitläufig. Er halte nichts von einer Trennung, so Zeitel. Als Nachteil sah Jantke, dass in diesem Falle die sehr alten Turnhallen ebenfalls saniert werden müssten und mittelfristig kein Sporthallenneubau zu realisieren sei.

Zur Finanzierung informierte Kämmerer Enzmann, dass die Gemeinde die Investition von 7 Millionen Euro schultern könne. Die freie Finanzspanne wäre trotzdem noch im akzeptablen Bereich. Natürlich spielten einem das günstige Zinsniveau und die hohen Fördermittel in die Hand.

Nach weiteren Alternativen suchte Hans Genghammer (FW). Er sprach von einer Auslagerung der offenen Ganztagsschule sowie internen Umgestaltungen in den bestehenden Gebäuden. Zudem könnten im Dachgeschoß des BRK-Gebäudes vier Klassenräume geschaffen werden. Er riet zudem, einen Beirat zu bestimmen, der sich erneut mit weiteren Varianten auseinandersetzt.

Nicht in der Diskussion verzetteln

»Wir müssen das Herz in die Hand nehmen und dürfen uns nicht räumlich und auch nicht in der Diskussion verzetteln«, so Jantke. Bildung sei die wichtigste Zukunft der Gemeinde und diese Lösung sei mit der Schulleitung abgesprochen. Genghammer beharrte darauf, dass die Turnhallen »gut verwendbar und absolut gut in Schuss« seien. Zeitel konterte, dass dann wieder ein Provisorium geschaffen werde.

Sepp Grießenböck meinte, man solle sogar über eine Dreifach-Turnhalle nachdenken und eventuell eine Bürgerbefragung einleiten. Davon hielt Jantke nichts, da die Räte als gewählte Vertreter in der Verantwortung seien. »Wir haben nun die Chance mit erheblichen Fördergeldern und historisch niedrigen Zinsen optimale Bedingungen für die Schule und eine Turnhalle für den Schul- und Breitensport zu schaffen«, betonte Manfred Huber (AE). Zur Frage von Mehdi Akbari (UGL), ob die Vereine einbezogen wurden, verlas Jantke die positiven Stellungnahmen von ASV und Skiclub. Schließlich votierte der Rat für Generalsanierung, Sporthallenneubau, Aufstockung und Barrierefreiheit für alle Gebäudeteile. tb