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Gemeinsames Domizil für Feuerwehr und Schützen

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Bei der Feuerwehrausfahrt in Traunwalchen kommt es bei Übungen und Einsätzen der Feuerwehr immer wieder zu Behinderungen und problematischen Verkehrssituationen. Um dieses latente Problem zu lösen, soll das Gerätehaus an anderer Stelle neu gebaut werden. Gleichzeitig sollen in dem neuen Gebäude auch die Traunwalchner Schützen ein neues Domizil finden. (Foto: Gabi Rasch)

Traunreut. Die Freiwillige Feuerwehr Traunwalchen kämpft seit Jahren um eine Verbesserung der Raum- und Parkplatzsituation. Auch die oft zugestellte Feuerwehrausfahrt führt immer wieder zu gefährlichen Verkehrssituationen und Verzögerungen bei den Einsätzen. Ein Um- oder Anbau auf dem jetzigen Areal würde nach Ansicht des Stadtrates keine zufriedenstellende Lösung darstellen. Deshalb soll nach dem Willen des Bauausschusses an anderer Stelle auf einem städtischen Grundstück ein Neubau anvisiert werden. Einen entsprechenden, einstimmigen Grundsatzbeschluss fasste der Bauausschuss in seiner Sitzung.


Geeigneter Standort muss gesucht werden

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Durch den Neubau soll gleichzeitig auch das Problem der Schützengilde Traunwalchen gelöst werden, die ebenfalls auf der Suche nach einem Alternativstandort ist und ihre Anliegen im Zuge der Diskussion um Lösungsansätze für die Feuerwehr bereits vor eineinhalb Jahren vorbrachte. Deshalb sollen die Planungen und Kostenschätzungen, mit denen die Verwaltung beauftragt wurde, jetzt in die Richtung gehen, beide Einrichtungen unter einem Dach unterzubringen. Um ein Zeitfenster aufzumachen, könnte das nächste Jahr zur Standortsuche genutzt werden und 2014 Baubeginn sein. Damit wäre nicht nur die Feuerwehr für die erhöhten und zusätzlichen Anforderungen in der Zukunft gerüstet, sondern auch die Schützen.

Wie Bürgermeister Franz Parzinger erklärte, seien im Vorfeld auch Gespräche mit der Freiwilligen Feuerwehr Matzing geführt worden, die beiden Wehren zu einer Wehr zusammenzuschließen. Nach Aussagen aller Beteiligten sei ein solcher Zusammenschluss aber ausgeschlossen. Keine der beiden Wehren möchte offenbar ihre Selbstständigkeit aufgeben. Zur Ehrenrettung der Matzinger Feuerwehr erklärte dazu Hans Kneffel (CSU): Von den Matzingern, die vor wenigen Jahren ihr neues Domizil zu zwei Drittel mit eigenen Händen aufgebaut haben, könne nicht verlangt werden, nach Traunwalchen rüber zu gehen. Umgekehrt hätte die Regelung eines Zusammenschlusses für die Traunwalchner ein Platzproblem dargestellt. Das Gerätehaus in Matzing hätte vergrößert werden müssen. Auch vor dem Hintergrund, die Schützen mit ins Boot zu nehmen, sei nach Ansicht der Traunwalchner ein Neubau in Traunwalchen die idealere Lösung.

Wie der Erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Traunwalchen, Günther Dorfhuber, und der Schützenmeister der Traunwalchner Schützengilde, Norbert Alversammer, am Rande der Sitzung dem Traunsteiner Tagblatt bestätigten, seien beide Parteien mit diesem ersten, vom Bauausschuss beschlossenen Schritt zufrieden. Über einen geeigneten Standort wird derzeit noch spekuliert, zumal im Ortsgebiet von Traunwalchen offenbar nur wenige städtische Grundstücke zur Verfügung stehen. Um auch die vorgeschriebenen Rettungswege einzuhalten, wäre nach Ansicht der Traunwalchner Floriansjünger der Bereich zwischen Traunwalchen und Oderberg ein idealer Standort. Die Traunwalchner Feuerwehr ist derzeit mit 45 Aktiven und 12 Jugendlichen als Mannschaft gut bestückt. Dagegen mangelt es am Platz für die Gerätschaften. Hinzu kommt die besondere Lage des Gerätehauses an der Carl-Off-Volksschule im Dorfzentrum. Dorfhuber: »Das alte Feuerwehrhaus im Unterdorf ist bis oben hin mit Gerätschaften voll und bei Übungen und Einsätzen kommt es wegen der parkenden Autos immer wieder zu Behinderungen und problematischen Verkehrssituationen. Dieses latente Problem hat auch den Bauausschuss dazu bewogen, einen Neubau an anderer Stelle zu realisieren. Für Planungen sollen deshalb schon mal im Haushalt für nächstes Jahr 50 000 Euro eingestellt werden.

Die Schützengilde mit ins Boot zu nehmen, wurde vom Gremium grundsätzlich positiv beurteilt. Die Traunwalchner Schützen nutzen seit 1986 den Saal des TSV-Sportheims als Schießstätte. Die sieben Schießstände entsprechen zwischenzeitlich weder den aktuellen sicherheitstechnischen, noch den sportlichen Anforderungen der DSB-Sportordnung.

Viele Synergie-Effekte können genutzt werden

Der Altbestand werde nach Angaben des Schützenleiters lediglich noch geduldet. Die Entwicklung im Schießsport gehe aber in Richtung elektronische Stände und computerunterstützte Lichtwaffen für die Nachwuchsarbeit. Die Nutzung eines Saales als Schießstand sei da nicht mehr zeitgemäß, ebenso der fehlende Umkleide- und Auswertraum, so Alversammer. Durch die Integration eines Schießstandes in das Feuerwehrgerätehaus, könnten nach Ansicht der Schützen auch viele Synergie-Effekte erzielt werden, wie die gemeinsame Nutzung von Toiletten, Heizung oder Jugendraum.

Die Tatsache, dass sich das Gremium für einen Neubau ausspricht, ging für Sepp Blank (CSU) in Ordnung. Kritik übte er allerdings am Prozedere. In seinen Augen wäre ein konkreter Standort ein erster Schritt gewesen, um dann eine Planung und ein Konzept aufzumachen. Es gehe hier nicht um den Grundsatz ja oder nein zu sagen, sondern darum, den Feuerwehrnachwuchs zu motivieren, weiter zu machen, konterte Reinhold Schroll (CSU). Die Stadt sei jetzt gefordert, einen relativ zentralen Standort auf einem städtischen Grundstück zu suchen. ga