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»Gemeinsam stehen wir das durch« – So gehen Senioren im Landkreis mit dem Coronavirus um

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Coronavirus: Gedanken von Senioren im Landkreis Traunstein zum Coronavirus
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Jung und alt gemeinsam – vorübergehend ist ein Bild wie dieses sicher eher selten. Denn gerade, um die besonders gefährdete ältere Generation vor dem Coronavirus zu schützen, sollten Kontakte zwischen Großeltern und Enkeln unbedingt vermieden werden. »Die letzte Entscheidung liegt aber bei mir«, schreibt unser Leser Herbert Buchner aus Siegsdorf.

Auch unsere Senioren im Landkreis machen sich zum Thema Coronavirus so ihre Gedanken. So erreichte uns von Gerhard Schlüter aus Grassau eine Idee, die er gerne weitergeben möchte: »Ich schreibe mir seit letzter Woche vorsichtshalber alle Namen von Menschen, mit denen ich Kontakt habe, auf. So kann ich meinen Teil dazu beitragen, das man im Zweifelsfall Kontaktpersonen schneller ermitteln kann«, sagte er gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt.


»Das Coronavirus ist gefährlich für ältere Leute!« heißt es dauernd. Ich frage mich: Ab wann ist man denn alt? Bin ich mit 63 schon alt oder erst mit 70 oder 80. Alt sein heißt aber doch nicht gleich vergreist sein«, schreibt unser Leser Herbert Buchner aus Siegsdorf unter dem Titel »Gemeinsam stehen wir das durch«.

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»Früher waren die Alten die 'Weisen', die Geachteten, deren Rat man geschätzt hat. Heute sagt man zu den Jungen: 'meidet den Kontakt zu den Alten!'«, so Buchner weiter. »Dagegen wehre ich mich: Ich bin immer noch ein mündiger Bürger. Ich weiß, ich habe die Pflicht, mich zu informieren, damit ich weiß, was gesund ist und was schadet. Was ich tue und was ich lasse, die letzte Entscheidung, liegt aber bei mir. Ich lasse mich da von niemandem bevormunden oder gar entmündigen. Wenn es zum Beispiel um Besuche oder die Betreuung von Enkelkindern geht, finde ich, sollte man halt miteinander reden. Es kann für beide Seiten der Kontakt wertvoll sein.« Am besten sei eine einvernehmliche Lösung.

»Wenn Corona Isolation und Einsamkeit bedeutet oder noch mehr Angst macht, dann ist das nicht gut. Wir brauchen heute dringend noch mehr Zusammenarbeit und Solidarität zwischen Jung und Alt und keine Angst oder Panikmache«, schreibt Herbert Buchner weiter.

Er selbst werde größere Menschengruppen meiden. »Aber ich werde nach wie vor hinausgehen in die Natur, das ist auch gesund für das Immunsystem. Und ich werde mich auch weiter mit einzelnen Freunden treffen, das ist gesund für meine Seele.«

Schorsch Hobrücker aus Traunstein schreibt: »Als Ruheständler haben wir es bestimmt leichter als Eltern mit Kindern, aber wer kann, soll sich zurückhalten, abmelden, aber auch mal wieder ein Lebenszeichen von sich geben. So wie wir.«

Trotz seiner direkten Verbindungen nach ganz oben erkläre Papst Franziskus den Vatikanstaat zum Quarantäne-Territorium und empfehle seiner Gemeinde, daheim zu bleiben. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier halte auch zwei Meter Abstand, Bundeskanzlerin Angela Merkel rate, soziale Kontakte zu meiden, trotz aller Willkommenskultur. Ministerpräsident Markus Söder – »sogar den Nockherberg entziehen sie ihm« – laufe zur Hochform auf, Oberbürgermeister Christian Kegel werde möglicherweise abgewählt, »mein Wochinger zugesperrt, kein Fitnessstudio mehr, kein Italienisch-Kurs, keine Brotzeit auf dem Berg, kein Nuts, kein Kino – ja was denn noch alles nicht? Also da bleiben wir lieber daheim. Bleibt auch daheim und gesund. Wir sind's noch.« coho

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