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Gemeinsam die Herausforderungen meistern

Traunstein. Die Mitarbeiter der Kliniken Südostbayern AG wollen mit Vorstand und Aufsichtsrat die Herausforderungen der Kliniken meistern. Das war das Ergebnis einer Personalversammlung nach Berichten über die schwierige finanzielle Lage der AG. Aufsichtsratsvorsitzender Landrat Hermann Steinmaßl erinnerte dabei auch an die wesentlichen Ziele der Fusion von 2009, hinter der die beiden Kreistage Traunstein und Berchtesgadener Land nach wie vor stehen.

Medizinische Versorgung hat Priorität

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An erster Stelle stehe die Sicherstellung der medizinischen Versorgung, so Steinmaßl. Durchschnittlich jeder fünfte Bürger sei einmal jährlich Patient in den Kliniken. Die beiden Landkreise als alleinige Gesellschafter stünden zu ihrem Versorgungsauftrag im Krankenhausbereich, und das nach wie vor in kommunaler Trägerschaft. Damit seien auch die Zusagen für die Mitarbeiter gehalten, dass Arbeits- und Ausbildungsplätze aller Mitarbeiter nicht nur gesichert, sondern zusätzliche geschaffen wurden.

»Wir stehen zu ihnen, aber wir brauchen auch ihre Unterstützung«, so Steinmaßl. Er und Georg Grabner betonten, dass die vorgesehenen Maßnahmen nur gemeinsam und im Dialog mit den Beschäftigten durchgeführt werden können. »Wir packen es nur gemeinsam«. Der Aufsichtsrat sei zufrieden mit den eingeleiteten Maßnahmen. Mit ihnen werde man das sportliche Ziel der Einsparungen erreichen. Das große Kapital der Kliniken Südostbayern AG seien ihre Mitarbeiter. »Wenn wir uns alle einig sind, werden wir es gemeinsam schultern«, so Steinmaßl und Grabner.

In der Mitarbeiterversammlung stellte Vorstand Stefan Nowack die aktuelle Situation und die Wege für die Zukunft vor. Das vom Vorstand vorgelegte Konsolidierungskonzept sei bereits vom Aufsichtsrat beschlossen. Trotz steigender Patientenzahlen und Qualitätsverbesserungen in der Medizin habe sich durch die Rahmenbedingungen die wirtschaftliche Situation verschlechtert.

Ziel des Konsolidierungskonzeptes sei das schnellstmögliche Erreichen eines wirtschaftlich positiven Ergebnisses bei guter medizinischer Qualität, sagte Nowack. Gerade der Erhalt des sehr hohen Qualitätsstandards sei auch dem Aufsichtsrat ein wichtiges Anliegen. Das Konsolidierungspaket besteht aus vier Elementen: dem Personalbereich, den Sachkosten, Einnahmen steigernde Maßnahmen sowie Verbesserung der Abläufe, was auch den Patienten zugute komme.

Im Personalbereich gehe es um eine leistungsorientierte analytische Bedarfsermittlung. Das Ergebnis solle Potenzial aufdecken, wo Optimierungen möglich sind. Um die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter nicht zu erhöhen, sollen Arbeitsprozesse verbessert werden. Der notwendige Stellenabbau werde über die Fluktuation vorgenommen. Betriebsbedingte Kündigungen gebe es nach heutigem Stand nicht. Stellenreduzierungen könnten auch durch zusätzliche Erlöse vermieden werden.

Einsparungen durch Verhandlung mit Lieferanten

Auch im Bereich der Sachaufwendungen gebe es Projekte für Preisreduzierungen und Verbrauchsmengeneinschränkungen. Im Medizinischen Bereich seien Einsparungen durch Verhandlungen mit Lieferanten zu erzielen. Auch so könne der Druck bei den Personaleinsparungen vermindert werden, meinte Nowack.

Zur Ertragsverbesserung wurden Vorschläge aus den medizinischen Bereichen geprüft. Ein Teil führe sowohl zu Erlössteigerungen als auch zur Verbesserung der Versorgungsqualität. Beispiele seien die geplante Erweiterung der Intensivabteilung in Bad Reichenhall, aber auch die psychosomatische Kindertagesklinik im Klinikum Traunstein. Auch an anderen Standorten seien medizinische Erweiterungen geplant.

Steinmaßl betonte abschließend: »Es gibt keinen Generalschlüssel. Vielmehr müssen viele kleine Schrauben richtiggestellt werden.« Die Personalvertretungen der einzelnen Häuser und der Gesamtpersonalratsvorsitzende Hermann Dengl erklärten ihre Bereitschaft mitzuhelfen und die Konsolidierung mit realisierbaren Vorschlägen zu begleiten.