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Gemeindewerke erzielen Gewinn in Höhe von 66 000 Euro

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Die Tage des gemeindlichen Heizwerks im Feuerwehrhaus Tettenhausen sind gezählt. Kommendes Jahr soll auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine neue Heizzentrale gebaut werden. Informationen dazu gibt es bei einer Anliegerversammlung am morgigen Dienstag um 19.30 Uhr in der Strandbad-Gaststätte. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Positive Nachrichten von den Gemeindewerken Waging: In der Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2014 haben die Werke einen Jahresgewinn in Höhe von fast 66 000 Euro eingefahren. Wie Gemeindewerke-Leiter Heinrich Thaler bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Werkausschusses berichtete, haben die einzelnen Sparten wie folgt abgeschlossen (Zahlen gerundet): Strom plus 211 000 Euro, Wasser minus 26 000 Euro, Wärme minus 9000 Euro, Abwasser minus 110 000 Euro.


Mit diesen Zahlen ist Thaler rundum zufrieden, die konkurrenzlos günstigen Preise und Gebühren könnten auch weiterhin gehalten werden – mit einer Ausnahme: Der Wasserpreis wird wegen zahlreicher Leitungs-Erneuerungen und -Reparaturen ab kommendem Jahr von 43 auf 50 Cent pro Kubikmeter steigen.

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Ökologisch positiv, finanziell nicht unproblematisch

Die Situation im Wasserbereich ist nicht zuletzt vom rückläufigen Verbrauch gekennzeichnet. Was ökologisch positiv ist, bedeutet für die Gemeindewerke, dass die Kosten auf weniger Kubikmeter verteilt werden müssen. Auch sind in den vergangenen Jahren viele Hausanschlüsse erneuert worden, um die Wasserverluste zu verringern, und der Hochbehälter ist saniert worden. Der Erfolg hat den Gemeindewerken Recht gegeben: Von 2010 bis heuer sind die Wasserverluste, die auf schadhafte Leitungen zurückzuführen sind, von 14 auf acht Prozent der Gesamtwassermenge zurückgegangen. Insgesamt lag der Wasserverbrauch 2014 bei 540 000 Kubikmeter.

Um den rückläufigen Verbrauch auszugleichen und weiterhin Leitungserneuerungen, etwa im Bereich Sonnblick, Am Anger, und notwendige Reparaturen durchführen zu können, sei eine moderate Erhöhung des Wasserpreises unerlässlich, wie Thaler sagte. Nur so könne das Wasserleitungsnetz auf Dauer fit gehalten und ein noch höheres Defizit verhindert werden. Und trotz der Erhöhung liege der Waginger Wasserpreis immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau.

Unverändert positiv stellt sich die gemeindliche Stromversorgung dar. Obwohl Abwicklung und Aufwand für die Gemeindewerke größer geworden seien, habe durch die rückläufigen Stromeinkaufspreise weiterhin ein ordentliches Plus von 211 000 Euro erzielt werden können. Man habe sogar schon an eine mögliche Verringerung der eh schon sehr günstigen Gebühren gedacht, davon inzwischen aber Abstand genommen, weil EEG-Umlagen, Steuern und Abgaben doch deutlich ansteigen: »Das frisst die Einsparung vom günstigen Einkauf wieder auf«, so Thaler. Im Gegenteil, es sei dadurch sogar eine kleine Erhöhung nicht ausgeschlossen, wobei er dennoch stark hoffe, die Preise stabil halten zu können.

Größere Investitionen werden notwendig

Ins Gewicht fallen auch im kommenden Jahr größere Investitionen, etwa der Ringschluss zwischen Seesiedlung und Kammering, und weitere Verkabelungsarbeiten. Heuer wurde bei Holzleiten die letzte Freileitung abgebaut und die Kabel wurden in die Erde verlegt. Der Stromdurchlauf durch das Netz der Gemeindewerke betrug 2014 rund 21 Millionen Kilowattstunden.

Auch wenn das Minus noch bei knapp 9000 Euro lag, so bewertet Thaler das Ergebnis der Wärmesparte als »äußerst positiv«. Ein Hauptgrund seien die rückläufigen Öl- und Gaspreise, die beim Betrieb der drei Heizanlagen in der Schule, die heuer erneuert wurde, im Seniorenheim und in Tettenhausen für geringere Kosten sorgten. Das Minus von 2013 war mit rund 71 000 Euro noch deutlich größer.

Schwerpunkt des kommenden Jahres wird der Neubau des Heizwerks in Tettenhausen sein, das laut Gutachten wirtschaftlich betrieben werden könne, trotz der zu erwartenden Kosten von rund einer Million Euro. Nähere Informationen dazu gibt es bei der Anliegerversammlung am morgigen Dienstag um 19.30 Uhr in der Strandbad-Gaststätte.

Von daher sei zu erwarten, dass sich an den Gebühren nichts ändern werde; zumal Thaler auch in den nächsten Jahren mit sehr günstigen Energiepreisen rechnet.

Der Abwasserbereich steht vor erheblichen Veränderungen, was auch Grund war für die Gebührenerhöhung. Diese konnte aber nur einen Teil des Defizits auffangen, das von 2013 auf 2014 von 86 000 auf 109 000 Euro gestiegen ist. Wesentlicher Grund dafür sind die höheren Kosten für die Klärschlammentsorgung. Das Ausbringen von Klärschlamm auf landwirtschaftliche Flächen gehe zurück, die Entsorgungskosten steigen an. Zudem müsse der Klärschlamm für die Verbrennung in Gendorf oder für die Rekultivierung in Ostdeutschland deutlich trockener sein und dürfe nur noch einen Feuchtigkeitsgrad von 25 Prozent haben. Deshalb musste auch eine neue Zentrifuge angeschafft werden.

Bergader-Abwässer werden vorbehandelt

In den nächsten Jahren werden hier noch weitere Investitionen notwendig. 2016 werde eine Vorbehandlung der Abwässer der Firma Bergader im Bereich der alten Kläranlage bei Fisching in die Wege geleitet: mit einer Neutralisierung und Speicherung des Abwassers, dessen Menge im Übrigen deutlich zurückgegangen ist. Bei alledem betonte Thaler, dass die Ablaufwerte des Wassers von der Kläranlage aus hervorragend seien. Da aber kommendes Jahr die wasserrechtliche Erlaubnis auslaufe, müsse für eine Erneuerung manches noch auf den neuesten Stand gebracht werden.

Der Bauausschuss nahm den Jahresabschluss der Gemeindewerke zur Kenntnis und sprach sich auch einstimmig für eine Erhöhung des Wasserpreises aus. he

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