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Gemeinderatssitzung auf der grünen Wiese

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Der alte Schmidfeldweg soll in Zukunft um das alte Zuhaus herumgeführt werden. Die neue Trasse auf der Wiese ist bereits abgesteckt. (Foto: vom Dorp)

Unterwössen. Der Unterwössner Gemeinderat hat die Verlegung des Schmidfeldweges bei einem Ortstermin jetzt als »eigentlich alternativlos« eingestuft. Das Gremium hatte am 25. Februar mit einer knappen Mehrheit von 9:6 Stimmen die Änderung des Bebauungsplanes Loh im Kreuzungsbereich von Hauptstraße und Schmidfeldweg auf den Weg gebracht. Die Befürworter sahen in der geplanten touristischen Nutzung des Areals, für das ein Unternehmer drei Millionen Euro in die Hand nehmen will, eine Bereicherung des Dorfes. Den Gegnern schmeckte die geplante Verlegung des Schmidfeldweges in Richtung des östlichen Nachbarn nicht. In einem waren sich damals jedoch alle einig: Sie wünschten sich einen Ortstermin. Zu diesem erschienen jetzt auch zahlreiche Bürger.


»Zusätzliche Sicherheit für Fußgänger«

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Die beschlossene Bebauungsplanänderung sieht eine Revitalisierung und Sanierung des denkmalgeschützten Bauernhofes samt Zuhaus, einen Bauraum für ein Einzel- oder Doppelhaus im nordöstlichen Grundstücksteil sowie eine dreigliedrige Gebäudegruppe mit Ferienwohnungen und Chalets westlich des Bauernhauses vor. Weitere Nebengebäude sind als Garagen vorgesehen. Ein Fußweg mit Gehrecht durch die Hofstelle soll der Verkehrssicherheit der Fußgänger dienen.

Die umstrittene Verlegung des Schmidfeldweges basiert auf einer Empfehlung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Der Grund: Man wolle die ursprüngliche Einheit von Bauernhof und Zuhaus wiederherstellen, die durch den jetzigen Verlauf der Straße zerschnitten sei.

Bei der Gemeinderatssitzung auf der grünen Wiese – die geplante neue Trasse des Schmidfeldweges war bereits abgesteckt – rief Bürgermeister Hans Haslreiter nochmals die positiven Seiten des neuen Bebauungsplanes in Erinnerung, wie die touristische Nutzung durch hochwertige Ferienwohnungen und Chalets, den Erhalt und die Sanierung des denkmalgeschützten Anwesens mit Zuhaus sowie die generelle Aufwertung und Verschönerung des Dorfes.

Gleichzeitig betonte Haslreiter, dass durch die Straßenverlegung keine vermehrten Lärmbelästigungen für den angrenzenden östlichen Nachbarn zu befürchten seien: »Ein eingeholtes Schallschutzgutachten lässt keine negativen Auswirkungen an der neuen Verkehrssituation für den Anrainer erwarten und hält deshalb auch entsprechende Lärmschutzmaßnahmen für nicht erforderlich.«

Der Bürgermeister wies weiter darauf hin, dass der geplante Fußweg, der anstelle des jetzigen Verlaufs des Schmidfeldweges geplant sei, »eine zusätzliche Verkehrssicherheit für die Fußgänger bedeutet«. Der Planer des Bauvorhabens, der Münchener Architekt Eberhard von Angerer, stellte vor allem die Sanierung des alten Bauernhauses, das seit Jahren leer steht und verfällt, als »Glücksfall für die Gemeinde« dar.

Laut Straßenplaner Robert Fendt vom BSM Ingenieurbüro in Traunwalchen wird der »neue« Schmidfeldweg, der zwischen dem ehemaligen Zuhaus und dem östlichen Nachbargrundstück verlaufen soll, ein Längsgefälle von vier Prozent und eine durchschnittliche Breite von fünf Metern haben. Im unteren Bereich zum Bach hin soll die Straße auf sechs Meter aufgeweitet werden.

Der geplante neue Straßenverlauf fiel unter den Gemeinderäten auf ein grundsätzlich positives Echo, zumal es ihrer Meinung nach »wohl keine echte Alternative gibt«.

Die Bebauungsplanänderung Loh liegt noch bis 2. Mai im Unterwössener Rathaus zur Einsichtnahme aus. Dort können auch Stellungnahmen und Einwände abgegeben werden, die schon in der Sitzung des Gemeinderates am 6. Mai behandelt werden sollen. bvd