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Gemeinderat stimmte Bebauungsplan »Gschwall Nord« zu

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Der Bebauungsplan »Gschwall Nord« wurde vom Inzeller Gemeinderat beschlossen und noch in diesem Jahr sollen die ersten Baugründe verkauft werden.

Inzell. In der jüngsten Inzeller Gemeinderatssitzung ging es um den Bebauungsplan »Gschwall Nord«. Mehrere Fachbehörden hatten eine Stellungnahme zum Baugebiet abgegeben. Der Gemeinderat beschloss bei einer Gegenstimme den Bebauungsplan.


Die Stromversorgung Inzell eG wies in ihrer Stellungnahme daraufhin, dass sie für das beabsichtigte Baugebiet Niederspannungskabel, Hausanschlusssäulen und Kabelverteilerschränke verlegen beziehungsweise stellen müsse. Die Versorgung kann voraussichtlich aus den bestehenden Trafostationen Gschwall und Boden erfolgen. Ein Grundstück für eine neue Trafostation wäre demnach nicht erforderlich, außer es seien größeren Gewerbeansiedlungen angedacht.

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Im Planbereich befinden sich auch Telekommunikationsanlagen von Kabel Deutschland. Sollte eine Umverlegung der Telekommunikationsanlagen erforderlich werden, soll ein Koordinierungsgespräch mit den betroffenen Versorgern stattfinden.

Das Vermessungsamt bat um die Mitteilung über geplante Bauvorhaben im Genehmigungsfreistellungsverfahren und um die frühzeitige Übersendung der neuen Hausnummern. Straßennamen und Nummerierung werden zeitnah vom Gemeinderat festgelegt.

Sicherheitsabstand müsse eingehalten werden

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wies darauf hin, dass bei drei Wohngebäuden der Sicherheitsabstand 25 Meter zum Wald eingehalten werden müsste. Dies sei jedoch nicht möglich, da sonst eine Bebauung der Grundstücke garnicht möglich wäre, hieß es. Die Nichteinhaltung ist vonseiten der Gemeinde aufgrund des vorherrschenden Baudrucks auch so gewünscht.

Der Bund Naturschutz (BN) kann einer Neuausweisung eines Baugebietes mit 4,85 Hektar Eingriffsfläche nur zustimmen, wenn alle Möglichkeiten der Innenverdichtung und Baulückennutzung im Ort ausgeschöpft sind. Der viel zu hohe Flächenverbrauch in Bayern und insbesondere in unserer Region müsse eingedämmt werden. Mit dem Ausgleichskonzept bestehe grundsätzlich Einverständnis, die Pflege der zu pflanzenden Obstbaumbestände müsse aber langfristig sichergestellt sein. Die Ausgleichsfläche in Hinterbichl liegt in südöstlicher Hanglage. Auf den sonnigen Flächen sei grundsätzlich mit Zauneidechsenvorkommen zu rechnen. Es müsse darauf geachtet werden, dass bei der Abfräsung des Oberbodens keine Vorkommen der Zauneidechsen zerstört werden.

Um den zu erwartenden Straßenverkehr weitmöglichst zu minimieren, sollte es eine gute Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr geben, so die Forderung des BN. Die geplanten Mehrgenerationenmodelle würden auch zur Ansiedlung älterer Menschen führen, die oft auf eine gute Busverbindung angewiesen sind. Ebenso sollte die Errichtung eines kleinen Lebensmittelladens zur Nahversorgung angestrebt werden.

Der Bayerische Bauernverband sprach sich gegen das Bauvorhaben aus, da landwirtschaftliche Flächen beeinträchtigt werden. Der Wegfall von landwirtschaftlich genutzten Flächen soll auf das Notwendigste beschränkt werden.

Annelie Gromoll stimmte dem Bebauungsplan nicht zu, denn sie sieht in den unbebauten Grundstücken durchaus Möglichkeiten für ein Baugebiet in Ortsnähe. Rudi Heitauer entgegnete, dass die Gemeinde nur über Flächen verfügen kann, die in deren Eigentum sind. Peter Spannring wollte wissen, wann es mit dem Grundstücksverkauf losgehen kann und wann mit der Erschließung begonnen wird.

Bodengutachten dauert noch rund drei Wochen

Bürgermeister Hans Egger und Geschäftsführer Walter Neudecker erklärten, dass sich das Bodengutachten etwas verzögert und noch etwa drei Wochen dauern wird. Erst dann können die Planungen mit Erschließungsstraße abgeschlossen werden.

Begonnen werden soll im Frühjahr, einige Grundstücke sollen aber heuer noch verkauft werden. Der Gemeinde liegt bereits eine Liste von 23 Grundstücksinteressenten vor. Die Gemeinde muss vor dem Verkauf allerdings noch die Preise festlegen. hw