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Gemeinderat nun doch für Hühnerstall in Kössen

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Auf dem Gelände des Altenhauser Hofs auf Kössener Gemeindegebiet will die Betreiberfamilie einen Hühnerstall mit bis zu 9600 Junghennen errichten. (Foto: Hauser)

Reit im Winkl – Die Gemeinde Reit im Winkl ist nach ursprünglicher Ablehnung jetzt einverstanden damit, dass in unmittelbarer Nähe zur Staatsgrenze auf österreichischer Seite ein Hühnerstall mit bis zu 9600 Junghennen gebaut wird. In seiner jüngsten Sitzung erteilte das Gremium der hierfür notwendigen Änderung des Flächenwidmungsplans der Gemeinde Kössen im Planungsbereich Moserberg-Fritzing seine Zustimmung.


Im März hatte das Gremium die Zustimmung noch verweigert und außerdem verschiedene Untersuchungen gefordert, falls von der Errichtung des geplanten Intensivtierhaltungsbetriebs nicht abgesehen wird. Zudem war um Mitteilung gebeten worden, ob die Art der Tierhaltung ohne weitere Verfahren geändert werden kann, zum Beispiel in einen Schweinezuchtbetrieb.

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Bürgermeister Josef Heigenhauser berichtete, dass die Gemeindeverwaltung nach der ursprünglichen Beschlussfassung verschiedene Abteilungen im Landratsamt Traunstein um fachliche Stellungnahme gebeten hatte. Von der Unteren Naturschutzbehörde kam daraufhin die Auskunft, dass die kritische Haltung des Gemeinderats und insbesondere die Forderung nach weiteren Untersuchungen nachvollziehbar seien. Nach deutschem Naturschutzrecht sei es möglich, Untersuchungen wie zum Beispiel Ausbreitungsberechnungen anzufordern. Für eine grenzüberschreitende Beteiligung nach dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz sei die geplante Anlage aber zu klein.

Weiter informierte der Bürgermeister über eine auf dem Gelände der Betreiberfamilie, des Altenhauser Hofs, stattgefundene Informationsveranstaltung, bei der das Projekt ausführlich vorgestellt wurde. Demnach ist beispielsweise die Errichtung eines Kotkellers geplant. Durch die darin stattfindende, trockene Lagerung bleibt der Hühnerkot sehr geruchsarm. Bei einer von der Betreiberfamilie veranlassten Geruchsermittlung vom Fachzentrum Kleintierhaltung am Amt für Landwirtschaft wurde festgestellt, dass die benachbarte Wohnbebauung von Gerüchen nicht betroffen ist.

Außerdem wurde seitens der Betreiber darauf hingewiesen, dass es sich hier um eine »Bio-Junghennenaufzucht« handelt mit der Verpflichtung zur Einhaltung der höchsten Tierschutzmaßnahmen. Konventionell könnten etwa 30 000 Küken in dem geplanten Stall untergebracht werden. Die durchschnittliche Betriebsgröße in Deutschland beträgt zum Vergleich etwa 50 000 Hühner pro Betrieb. Der Weiterverkauf der Hühner erfolgt hauptsächlich nach Tirol und nach Bayern. Die Umwidmung in eine »Sonderfläche Intensivtierhaltung« gilt nur für die Errichtung eines Hühnerstalls, andere Nutzungsarten, wie Schweinemast, sind nicht zulässig.

Laut Bürgermeister Heigenhauser war die Veranstaltung sehr informativ, der Betreiber habe glaubhaft versichert, dass er den Stall in gutem Einvernehmen mit den Nachbarn erstellen will. Dies bestätigte auch der dritte Bürgermeister Max Weiß, der dabei zur Überzeugung gekommen sei, dass auf deutscher Seite keine Gerüche zu erwarten sind.

Der Gemeinderat erteilte der Änderung des Flächenwidmungsplans der Gemeinde Kössen einhellig die Zustimmung. Das Gremium geht laut Beschluss davon aus, dass der Hühnerstall entsprechend den, bei der Veranstaltung im April erhaltenen, Informationen errichtet wird. sh