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Gemeinderat lehnt »Weiße Flächen« ab

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Siegsdorf. Mit großer Mehrheit abgelehnt hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einen Antrag von Willi Geistanger, der im Namen der Grünen in Knappenfeld und Abstreit sogenannte »Weiße Flächen« für Windkraft in den Regionalplan aufnehmen lassen wollte. Windkraftanlagen sind im Außenbereich, in FFH-Gebieten, landwirtschaftlichen Vorbehaltsgebieten und Landschaftsschutzgebieten generell zulässig.


Siegsdorf deckt nur 30 Prozent aus erneuerbaren Energien

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Laut Geistanger deckt Siegsdorf nur rund 30 Prozent seines Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien und steht damit an 24. Stelle von 35 Gemeinden im Landkreis Traunstein. Nach dem Energienutzungsplan des Landkreises bestünde aber in Siegsdorf ein Potenzial von rund 130 Prozent zur Deckung des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien. Eine Windkraftanlage wäre ein wichtiger Beitrag, um das Klimaschutzziel des Landkreises (100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien) zu erreichen, meinte Geistanger.

Bürgermeister Thomas Kamm erläuterte dazu, bei der Teilfortschreibung Windenergie zum Regionalplan Südostoberbayern sei es das Ziel, Flächen für den Bau großer Windkraftanlagen verbindlich festzusetzen. Hierbei sei zu unterscheiden zwischen »Vorranggebieten«, die grundsätzlich geeignet erscheinen, und »Ausschlussgebieten«.

In Knappenfeld und Abstreit handle es sich um FFH-Gebiete mit sehr sensiblen Biotopflächen, die für die Windkraftnutzung sehr problematisch erscheinen. Zufahrten zu Baustelle und Windrad sowie der Leitungsbau würden sich auf den geschützten Pflanzen- und Tierbestand nachteilig auswirken, fürchtete Kamm. Deshalb habe es keinen Sinn, diese Gebiete weiteren Prüfungen zu unterziehen, in dem hier »Weiße Flächen« ausgewiesen werden. Grundsätzlich sprach sich Kamm nicht gegen die Windenergie aus, es solle jedoch landschaftlich verträglich sein und sich auch lohnen.

»Dann kann man die Energiewende vergessen«

Thomas Maier (CSU) meinte, dass man zunächst das Potenzial der Wasserkraft intensiver betrachten solle. Geistanger entgegnete, man könne die Energiewende vergessen, wenn die CSU nur die Wasserkraft favorisiere. Stefan Eisenbichler lehnte ein kategorisches Nein zur Windenergie ab und schlug vor, die Standorte zumindest zu prüfen. Nach einer längeren Diskussion stimmten die Gemeinderäte mit 14 zu 5 Stimmen gegen Geistangers Antrag.

Weiter hat der Gemeinderat der Änderung des Bebauungsplanes »Mineralwasser- und Sondergebiet Bad Adelholzen« einstimmig zugestimmt. Einwände der Regierung von Oberbayern sowie des Landratsamtes Traunstein gab es nicht und so stand der Änderung nichts im Wege. Ebenso auf den Weg gebracht wurde die Eingabe der Adelholzener Alpenquellen zum Bau einer Mittelgarage für Fahr- und Krafträder an der Kreisstraße TS 3. Mit der Kreisstraßenverwaltung des Landratsamtes ist die Planung abgesprochen.

Ein weiterer Antrag der Adelholzener Alpenquellen beinhaltete den Bau eines Parkplatzes an der Adelholzener Straße und der Georg-Mayr-Straße mit den Ausmaßen von 40 mal 86 Meter für 103 Autos. Um keine Verzögerung zu riskieren, kann der Bauantrag bereits vorab an das Landratsamt Traunstein zur weiteren Bearbeitung abgegeben werden. hw