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Gemeinderat gegen Gärtnerei

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Grassau – Die unzureichende Erschließung ist für den Grassauer Marktgemeinderat in der jüngsten Sitzung Grund für die Ablehnung eines neuen Gärtnereibetriebs am Aichbauernweg gewesen. Bürgermeister Rudi Jantke informierte über das Vorhaben.


Der Antrag, so Jantke, sei zunächst im Landratsamt eingegangen und die Gemeinde werde nun um Stellungnahme gebeten. Die Antragsteller möchten ihren Gärtnereibetrieb von Bergen nach Grassau verlegen. Diese verfügen über ein Grundstück von über 9500 Quadratmeter, das derzeit als landwirtschaftliche Grünfläche ausgewiesen ist. Gartenbaubetriebe, so Jantke, seien privilegierte Vorhaben, sofern nicht öffentliche Belange dagegen stehen und die Erschließung gesichert ist. Und gerade dies sei, so Jantke, hier nicht der Fall.

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Geplant seien ein Betriebsgebäude mit Verkaufsraum in den Ausmaßen von 23,7 auf 6,75 Meter und einer Wandhöhe von 4,75 Meter sowie elf Stellplätze im nördlichen Bereich. Das Betriebsleiterwohnhaus sei mit 13,73 auf 9,90 Meter und einer Wandhöhe von 6,40 Metern vorgesehen. Die Zufahrt würde von der Mietenkamer Straße abzweigend über den Aichbauernweg und nördlich dann über eine private Zufahrt zum Betriebsgelände führen.

Aichbauernweg ist teilweise nur 2,70 Meter breit

Für die private Zufahrt gebe es eine Dienstbarkeit. Allerdings, so Jantke, weise der Aichbauernweg keine konstante Breite auf, verjüngt sich bis auf 2,70 Meter und habe eine fast rechtwinklige Kurve. Mit einem normalen Auto sei es schon schwierig, um die Kurve zu kommen und mit Lieferfahrzeugen sehr problematisch. Zudem verlaufe hier der Geh- und Radweg ins Sportgelände. Dieser Weg, so Jantke, werde von den Mietenkamer Schülern auch als Schulweg genützt.

Der Aichbauernweg sei als Ortsstraße gewidmet und der Weg ins Sportplatzgelände als Eigentümerweg. Außer dem Trachtenverein, der über diesen Weg zum Vereinsstadel gelange, fahre hier niemand mit dem Auto. Was Jantke zudem fehlte, war ein Betriebskonzept und auch eine Aussage, mit welchem Kundenaufkommen zu rechnen ist. Zudem fehle auch der Nachweis der Privilegierung.

Seine Bedenken meldete Tom Hagl (CSU) an, zumal hier sehr viele Radfahrer unterwegs seien. Nach verkehrsrechtlichen Vorschriften bei Begegnungsverkehr erkundigte sich Christian Buchner (AE). Laut Jantke sollte eine Straße mit Begegnungsverkehr 5,50 Meter aufweisen, wobei dies nicht immer der Fall ist. Bei einer Neuausweisung sollte aber auf die Erschließung geachtet werden.

Herbert Gschöderer (SPD) erinnerte, dass der Weg auch von Schülern im Rahmen des Schulsportunterrichts genützt werde. Eine Erschließungsmöglichkeit gebe es über das Aichfeld. Jedoch müsse dann über private Grundstücke die Erschließung erfolgen, was sehr problematisch sei.

Einstimmig wurde der Vorbescheid abgelehnt. Alle Räte waren sich einig, dass die Erschließung völlig unzureichend ist. tb