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Gemeinderat diskutierte über Turnhallensanierung

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So sieht die Pettinger Turnhalle derzeit aus. Die alte Schule rechts wird abgerissen. Auf der Dorfseite wird dann ein Turnhallenanbau errichtet. (Foto: Höfer)

Petting – Durchgewunken wird hier nichts. Pettings Gemeinderäte machen sich Gedanken auch über Details. So geschehen in der jüngsten Sitzung, als es um das Sanierungskonzept der Turnhalle ging. Planer und Projektleiter bekamen jedenfalls noch einige Zusatzaufgaben. Grundsätzlich aber war man mit dem von Nico Magg erarbeiteten Konzept einverstanden. Bei der Heizung will die Gemeinde mit dem Einbau einer Wärmerückgewinnung mit gutem Beispiel vorangehen.


Stockwerk für Stockwerk ging Bürgermeister Karl Lanzinger die vorliegenden Pläne durch. Die jetzigen Damenduschen im Keller werden zu Technik- und Lüftungsräumen, der Heizraum wird zum Pelletslager, da die Turnhalle künftig durch die Heizung der neuen Schule nebenan versorgt wird. Die Frage aber bleibt: Wie soll die Turnhalle künftig beheizt werden? Einer Umluft wie bisher erteilten Spezialisten allein aus hygienischen Gründen eine Absage, erläuterte Lanzinger.

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Neue Heizung könnte bis zu 250 000 Euro kosten

Eine Bodenheizung sei träge und müsste stets mit einer permanenten Grundtemperatur laufen, zudem würde das mit zusätzlichen 60 000 Euro zu Buche schlagen. Am teuersten kämen Deckenstrahler mit einem Plus von 130 000 Euro, weil damit eine neue Decke erforderlich würde. So aber erfülle die bestehende Decke auch die neuesten Schneelastvorgaben, die nach dem Eishallenunglück in Bad Reichenhall erlassen worden waren.

Bei der inzwischen favorisierten Variante einer Luftheizung rechnen die Projektanten mit Kosten von rund 182 000 Euro, wobei für eine Wärmerückgewinnung weitere 70 000 Euro hinzukämen, sodass das Gesamtpaket Heizung, Lüftung und Wärmerückgewinnung mit etwa 250 000 Euro zu Buche schlagen würde. »Rechnet sich die Wärmerückgewinnung überhaupt?«, zweifelte dritter Bürgermeister Thomas Stippel an der Sinnhaftigkeit. »Wir zahlen den Projektanten so viel Geld«, sagte Stippel, »da erwarte ich schon, dass man mir plausibel erklärt, wo sind die Vorteile und wo die Nachteile. Einfach einen Zettel hinschmeißen mit 250 000 Euro geht nicht.« Auch Andreas Götzinger erwartet Berechnungen zu den Einsparungen und dem energetischen Vorteil.

»Die Amortisation steht nicht an erster Stelle«, meinte dagegen der Rathauschef, »oder wollen wir 40 Jahre lang warme Luft rausblasen?« Die Gemeinde müsse Vorreiter sein, unterstützte ihn zweiter Bürgermeister Ludwig Prechtl, »wir werden da nicht auf den Cent rechnen wie ein Häuslbauer.« Lanzinger versprach genauere Zahlen für die nächste Sitzung.

Neue Galerie ist nicht behindertengerecht

Im Erdgeschoß finden sich Geräteraum, Umkleideräume und ein Regieraum; ein Behinderten-WC wird auch von außen zugänglich sein. Für Veranstaltungen wird ein Zugang von außen in eine Eingangshalle entstehen, von wo aus eine Treppe auf die fünf Meter breite Galerie führt. Dort könnte auch eine Verkaufstheke gebaut werden. Die Galerie entsteht über einem Anbau in Richtung Dorfmitte. Allerdings sei dieser Zuschauerbereich ohne behindertengerechte Erschließung, stellte Philipp Strohmeyer fest. Er bat zudem darum, das Ausstattungskonzept doch bereits vor der nächsten Sitzung zuzustellen, damit man sich Gedanken dazu machen könne.

Josef Stippel zweifelt an der dauerhaften Haltbarkeit einer waagrechten Holzverschalung. »Optisch schön«, urteilte Lanzinger, gleichwohl werde man darüber noch einmal reden. Von den Gemeinderäten Klaus Haunerdinger, Theo Pastötter und Elvira Kraller wurde der fehlende Dachüberstand – ein sogenannter Schupf – kritisiert. Lanzinger verglich die Lösung mit der neuen Schule nebenan und stellte fest: »Ja, dort haben wir einen deutlichen Überstand.« In der nächsten Sitzung, am 1. Dezember, sollen die noch unklaren Details erneut diskutiert werden, versprach das Gemeindeoberhaupt. Mit dem Konzept insgesamt aber waren alle Gemeinderäte einverstanden. höf

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