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Gemeinderat diskutierte über Kronbichl-Anwesen

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Das Kronbichl-Anwesen, das im Ortsteil Oberbichl genau auf der Grenze zwischen Reit im Winkl und Kössen liegt, soll grundlegend umgebaut werden. Der Reit im Winkler Gemeinderat beschäftigte sich nun mit dem Vorhaben. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. Das Kronbichl-Anwesen zählt zu den älteren Gehöften in Reit im Winkl. Es liegt im Ortsteil Oberbichl genau auf der Grenze zwischen Reit im Winkl und Kössen – zwischen Bayern und Tirol. Genau vor 400 Jahren – also 1612 – wurde es erstmals urkundlich erwähnt. War es einst ein bescheidener Bauernhof, so wurde er in den vergangenen Jahren nur noch zu Wohnzwecken genutzt. Nun soll es verkauft und umfangreich umgebaut werden.


Kaufinteressenten stellten Antrag auf Vorbescheid

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Im Vorfeld gibt es nun viele Fragen – etwa: In welchem Maß ist ein Umbau, der den Stall mit einbezieht, in dieser Außenbereichslage überhaupt möglich? Was ist optisch vertretbar, damit der Charakter des Anwesens nicht zu sehr verändert wird? Wie können die Belange der Ämter, der Antragstellerin und eines potenziellen Käufers in einen Kompromiss münden? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, stellten zwei Kaufinteressenten, ein Ehepaar mit vier Kindern, einen Antrag auf Vorbescheid.

Mit diesem musste sich nun der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigen – das Ergebnis: Einigen Details der Antragsteller steht der Gemeinderat durchaus wohlwollend gegenüber, längst aber nicht all den gewünschten Veränderungen.

In der Sitzung wurden diese Details abgearbeitet, wobei bereits im Vorfeld die Vertreterin des örtlichen Bauamtes mit dem Landratsamt diese inhaltlich besprochen worden waren. Der größere Wohnteil des Gesamtanwesens darf demnach nicht abgerissen und neu aufgebaut werden. Ob ein Quergiebel eingebaut werden kann, wollte man abschließend nicht beurteilen, dies hänge von der genauen Planung ab, die in der Sitzung noch nicht vorlag. »Grundsätzlich dürfte ein solcher Quergiebel aber möglich sein«, hieß es in der Stellungnahme der Verwaltung.

In seiner Höhe darf das Anwesen nicht verändert werden. Die seitliche Wandhöhe sollte auf sieben Meter statt der 6,50 Meter vergrößert werden. Es sei »eine wesentliche Verbesserung«, betonten einige Räte, dass der westlich angebaute Stall die gleiche Giebelhöhe erhalten solle wie das Haupthaus. Zudem läge hier bereits eine entsprechende Genehmigung aus dem Jahre 1970 vor. Ob der Stall in diesem Zusammenhang abgerissen werden dürfe, um diesen samt Unterkellerung anschließend wieder neu aufzubauen, wollten die Räte nicht endgültig beurteilen. Hier müssten sich Vertreter der Genehmigungsbehörden nochmals vor Ort treffen, »damit nicht plötzlich verschwindet, was eigentlich nicht verschwinden darf«, sagte Bürgermeister Josef Heigenhauser.

Einer für das Gesamtvorhaben elementaren Nutzungsänderung des Stalles in Wohnraum sei nach dem Baugesetz möglich, dieser Beurteilung der Verwaltung schlossen sich auch die Räte an. Keine Einwände hatten sie mit der ergänzend beantragten Errichtung einer Garage samt Geräteschuppen auf einer Grundfläche von 62 Quadratmetern, dadurch entstünde ein »harmonischerer Gesamteindruck«.

In ihrem Antragsschreiben betonte das Ehepaar, mit dem Kronbichl-Anwesen durch behutsame Umbauten »ein Stück Geschichte zu erhalten«. Man wolle »das bestehende Gebäude von der Fassade und dem Charakter her weitestgehend dem ehemals alten Kronbichler Hof« anpassen, es solle mit einer Obststreuwiese und Gärten ein stimmiges Gesamtensemble entstehen. Ob und wie weit diese Pläne Wirklichkeit werden, das werden wohl erst weitere Gespräche zwischen den Ämtern und der Besitzerin mit den möglichen Käufern an den Tag bringen. ost