weather-image

Gemeinderat beschließt den Neubau der Grundschule

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Das Schulhaus in Nußdorf wird nicht saniert. Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung für einen Neubau und lehnte eine Generalsanierung aus wirtschaftlichen Erwägungen ab. Wo ein neues Schulhaus, möglichst mit Turnhalle, entstehen kann oder ein Neubau am bestehenden Standort verwirklicht wird, darüber wird Bürgermeister Hans Gnadl Verhandlungen führen und alternative Lösungen vorlegen. (Foto: Volk)

Nußdorf. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung den Neubau eines Schulhauses für die Grundschule mit Turnhalle unter der Voraussetzung, dass die Investition finanziell tragbar ist. Eine Sanierung lehnte das Gremium aus wirtschaftlichen Überlegungen ab. Bürgermeister Hans Gnadl wurde beauftragt, Standortalternativen auszuloten und gegebenenfalls Grundstücksverhandlungen einzuleiten.


Standort noch nicht genau festgelegt

Anzeige

Noch nicht festgelegt wurde, ob der Neubau am bestehenden Standort in der Dorfmitte oder am Ortsrand entstehen soll. Hans Dandl stimmte als einziger gegen den Beschluss. Er hätte sich gewünscht, dass sich der Gemeinderat auch gleich für einen neuen Standort ausspricht und eine Realisierung an bestehender Stelle ausgeschlossen wird.

Bürgermeister Hans Gnadl hatte zuvor die Kosten für eine energetische Sanierung, Generalsanierung und Neubau mit und ohne Turnhalle einander gegenübergestellt. Auch weitere zu erwartende Kosten, zum Beispiel für eine zeitweilige Auslagerung der Kinder an eine andere Schule einschließlich Schülerbeförderung oder eine Unterbringung in Containern wurden dargestellt.

Generalsanierung auf 4,39 Millionen Euro geschätzt

Eine Generalsanierung würde geschätzt 4,39 Millionen Euro kosten, ein Neubau im Umfang der bestehenden Schule 4,1 Millionen Euro. Ein Neubau mit Mehrzweckhalle würde rund 4,37 Millionen Euro kosten, ein neues Schulhaus mit eineinhalbfacher Turnhalle schätzungsweise 5,87 Millionen Euro. Als Zuschuss für einen Neubau ohne Räume für die Mittagsbetreuung und ohne offenes Ganztagesangebot kann die Gemeinde mit 1,01 Millionen Euro rechnen. Der Bau einer Turnhalle wird mit rund 180 000 Euro gefördert, für Außensportanlagen sind rund 50 000 Euro zu erwarten.

Gnadl informierte auch, dass die Regierung von Oberbayern einen Neubau empfehle, wenn eine Sanierung mehr als 80 Prozent der Kosten eines Neubaus betrage. Dies sei in Nußdorf der Fall. Er stellte auch dar, welche Deckungslücken bei den verschiedenen Alternativen bestünden und wieviel durch Darlehen finanziert werden müsste. Bei einer Generalsanierung blieben 3,38 Millionen Euro als Deckungslücke; bei einem Neubau gemäß Bestand am jetzigen Standort müssten rund 3,08 Millionen Euro finanziert werden. Ein Neubau mit Mehrzweckhalle ergebe einen Finanzierungsbedarf von 3,18 Millionen Euro; für ein Schulhaus mit großer eineinhalbfacher Turnhalle sind 4,68 Millionen Euro zu finanzieren.

Das Optimum mit dem Machbaren abstimmen

Bei einer Besichtigung des Schulhauses mit Schulleitung und Architekt Ulrich Hatz informierte sich der Gemeinderat über den baulichen Zustand und den Sanierungsbedarf. Dabei kamen die Räte zu der Überzeugung, dass ein Neubau einer Teil- oder Generalsanierung vorgezogen werden soll. Dies wurde auch bei der Diskussion im Gemeinderat deutlich.

Für Franz Purzeller kommt eine Sanierung nicht in Frage. Die Möglichkeiten seien ausgereizt, vieles sei abgenutzt und verbraucht. »Die Grundschule zukunftsfähig zu machen ist eine sehr wichtige Sache«, weshalb er sich dafür aussprach, nach dem Optimum einer neuer Schule zu suchen und mit dem finanziell Machbaren abzustimmen. Angesichts der aktuellen Zinssätze sei jetzt der beste Zeitpunkt für ein solches Vorhaben.

Auch Hans Stöger war nach der Besichtigung des Schulhauses davon überzeugt, dass eine Sanierung indiskutabel sei. Einen Neubau an anderer Stelle, damit während der Bauzeit der Schulbetrieb weiterlaufen könne, hält Stöger für die beste Lösung. Auch müsse man nichts überstürzen oder unter Zeitdruck arbeiten. Dem schloss sich auch Max Eder an. Er fand aber die von Bürgermeister Hans Gnadl vorgeschlagene Finanzierungsdauer von 30 Jahren zu lang. Er schlug vor, eine Finanzierung über 20 Jahre zu prüfen.

Uwe Kleinert sagte, er sehe durchaus die Möglichkeit einer Sanierung. Dafür sei ein Sanierungsplan notwendig, der sich über einige Jahre erstrecken könne. Die Gemeinde sei dadurch nicht den finanziellen Belastungen wie bei einem Neubau ausgesetzt. Im Falle eines Neubaus halte aber auch er den jetzigen Standort neben der Kirche für nicht ideal.

Gerhard Mittermaier sprach sich vehement gegen eine Sanierung aus. »Natürlich könnte man sanieren – möglich ist alles – doch eine Generalsanierung der Schule ist wirtschaftlicher Schwachsinn.« Ein Neubau komme »garantiert nicht teurer als eine Sanierung.« Er hält nur einen Neubau von Schule und Turnhalle an einem Standort für sinnvoll.

Historische Chance für den Neubau mit Turnhalle

Zweiter Bürgermeister Peter Volk sprach von einer »historischen Chance« für den Neubau einer Grundschule und einer seit Jahrzehnten ersehnten Turnhalle für Schule und Breitensport. Das Schulhaus im Dorfzentrum nahe der Kirche und des Bürger- und Vereinsheims habe viele Vorteile. »Die Schule im Dorf zu lassen – dafür gibt es viele gesellschaftliche und soziale Aspekte.« Dennoch halte er einen Neubau an einem anderen Standort für die finanziell tragbare Lösung. Das Schulhaus sei gut in Schuss, weshalb der Betrieb dort reibungslos weitergehen könne, bis das neue Schulhaus gebaut ist.

Auch Hans Posch stimmte für einen Neubau. »Bei einer Sanierung weiß man nie, was an zusätzlichen Kosten noch kommt, da können sich noch viele Löcher auftun.« Hans Dandl sagte, er poche nicht mehr auf eine reine Sanierung, obwohl es durchaus gute Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten gebe, zum Beispiel durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Ein Neubau koste viel Geld und die Gemeinde werde sich massiv verschulden, gab er zu bedenken. Auch er sei für den Neubau von Schule und Turnhalle an einem neuen Standort, möglichst am Sportgelände. Letztlich beschloss der Gemeinderat einen Neubau und verwarf eine Sanierung. pv