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Gemeinderat befürchtet Mehrkosten beim Schulbau

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Die Arbeiten am Neubau der Nußdorfer Grundschule sind in vollem Gange. Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde über die Kostenentwicklung informiert. Die Finanzreserve für unvorhergesehene Kosten schrumpft, was bei den Gemeinderäten Befürchtungen nach deutlichen Mehrkosten hervorrief. (Foto: Volk)

Nußdorf – Über den Stand der Bauarbeiten und die Kostenentwicklung zum Bau der Grundschule berichteten Bürgermeister Hans Gnadl und Projektleiter Stefan Brüssler im Nußdorfer Gemeinderat.


Die Bauarbeiten schreiten termingerecht voran, die Verzögerung wegen der Erdarbeiten sei mittlerweile wieder aufgeholt worden und der Straßenbau auf der Zufahrtsstraße könne mit dem Aufbringen der Tragschicht in Kürze weitgehend abgeschlossen werden, so Gnadl.

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Brüssler informierte, dass der Kostenrahmen bislang eingehalten wurde, die Finanzreserve von zehn Prozent der veranschlagten Kosten jedoch auf rund fünf Prozent geschmolzen sei. Aktuell stehe eine Reserve von rund 250 000 Euro für mögliche Nachträge zur Verfügung.

Ausgelastete Baubranche wirkt sich auf Kosten aus

Der aktuellen Marktsituation sei geschuldet, dass die Angebote für die einzelnen Gewerke, von denen schon 70 Prozent vergeben sind, ohne Ausnahme über dem Budget liegen und keine Vergabegewinne erzielt werden konnten. Die Baubranche sei ausgelastet, deshalb gingen auch bei der letzten Ausschreibung für zwei Gewerke keine Angebote ein.

Brüssler setzte sich deshalb mit Bau- und Handwerksbetrieben in Verbindung und bat um die Abgabe von Angeboten. Er empfahl dem Gemeinderat, die Kosten für die Innenausstattung, besonders für die Möblierung, einzuplanen. Ohne weitere Untersuchung und ohne konkrete Absprache mit der Schulleitung, welche Möbel von der alten in die neue Schule übernommen werden, geht der Projektleiter von rund 170 000 Euro aus. Gnadl erklärte, die Kosten für die Einrichtung müssten in der Haushaltsplanung für 2018 berücksichtigt werden.

Weshalb Einrichtung nicht mitgerechnet?

Thomas Ober und Gerhard Mittermaier konnten nicht verstehen, weshalb die Einrichtung nicht von Anfang an bei den Gesamtkosten berücksichtigt wurde. Beide betonten, sie seien bisher immer der Meinung gewesen, dass diese Kosten enthalten sind und äußerten ihre Verärgerung, dass erst jetzt über die Kosten für die Inneneinrichtung gesprochen werde.

Gnadl verwahrte sich gegen den Vorwurf, er habe die Kosten für Möblierung und Ausstattung nicht transparent gemacht. »Von Anfang an war klar, dass die Möbel nicht in den Baukosten enthalten sind.« Lediglich Tafeln oder Vorhänge, also Einrichtungsteile, die fest montiert sind, wurden berücksichtigt.

Uwe Kleinert hielt den Zeitpunkt für gerade richtig, die Kosten, die den Haushalt 2018 betreffen, nun zu benennen. Auch für Franz Purzeller bestand kein Zweifel, dass die Kosten der Inneneinrichtung nicht in der Bausumme enthalten sind. Vor der Haushaltsplanung 2018 müsse geklärt werden, welches Mobiliar mitgenommen wird und was nicht, und welche alten Möbel für zwei oder drei Jahre weiter verwendet und später neu beschafft werden.

Mehrkosten verzögern oder verhindern Turnhalle

Gerhard Mittermaier gab zu bedenken, allen müsse klar sein, dass jede Art von Mehrkosten beim Schulbau Verzögerungen beim Bau der Turnhalle bedeuteten, diesen in immer weitere Ferne rückten oder gar unmöglich machten. Hans Stöger sagte, er glaube schon lange nicht mehr ans Christkind oder den Osterhasen. »Es wird noch viele Überraschungen geben – auf der ganzen Welt gibt es keine öffentliche Baumaßnahme, bei der es keine Kostensteigerung gibt – auch nicht in Nußdorf.«

Einstimmig genehmigte der Gemeinderat einen Nachtrag für den Straßenbau zur Erschließung der Schule. Der Auftrag für die Asphaltierung einer öffentlichen Parkfläche an der Zufahrtsstraße gegenüber dem Sportheim wurde an die Firma Oppacher, Taching, zum Preis von 9554 Euro vergeben. pv