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Gemeinderäte stehen Bike-Park positiv gegenüber

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Ruhpolding. Bereits seit einiger Zeit beschäftigt sich der Ruhpoldinger Thomas Baumgartner mit der Idee, am Unternberg einen »Bike-Park« zu errichten. Nach seiner Meinung würde dieses Angebot ein jüngeres Klientel von Gästen anziehen, was dem Tourismus, dem Gastgewerbe und somit auch der Gemeinde dienen könnte. Diese Idee stellte der Initiator kürzlich dem Gemeinderat im Rahmen seiner jüngsten Sitzung vor. Das Gremium äußerte sich positiv über das Engagement und den Umsetzungswillen, gab aber keine Zusage zur finanziellen Unterstützung seitens der Gemeinde.


Ein Bike-Park, also ein Sportgelände, das vor allem in Skigebieten mit Liftunterstützung für die Disziplin »Downhill-Freeridesport« dient, sei am Unternberg denkbar und auch umsetzbar, meinte Baumgartner eingangs. Dadurch könnte im Tourismus die Lücke an jungen Gästen geschlossen, der Bekanntheitsgrad Ruhpoldings gesteigert und eine neue Attraktion für die Region geschaffen werden.

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Zum Radtransport könnte die bereits bestehende Sesselbahn nach wenigen Umbaumaßnahmen genutzt werden, führte Baumgartner weiter aus. Es seien lediglich Halterungen für die Fahrräder anzubringen.

Mountainbiken und Wandern nebeneinander

Die Planung der Strecke, die zunächst von der Berg- bis zur Talstation der Unternbergbahn verlaufen soll, müsse mit allen Beteiligten, wie Staatsforst, Weideberechtigten und dem Bund Naturschutz, gemeinschaftlich erarbeitet werden, sagte Baumgartner. Erste Vorgespräche seien bereits zufriedenstellend verlaufen. Wichtig für Baumgartner ist, dass Wandern und Mountainbiken am Unternberg weiterhin nebeneinander möglich sind.

Als Trendsportart Nummer 1 gelte in Deutschland der Mountainbike-Sport, bestätigte Baumgartner weiter. Ein Bike-Park könne somit einen wirtschaftlichen Aufschwung für Ruhpolding und die Umgebung bringen, locke nicht nur junge Urlauber an, sondern sei für die ganze Familie geeignet. »Was wir wollen ist Begeisterung entfachen, den Zusammenhalt im Ort stärken und gemeinsam neue Ziele erreichen«, so der Initiator.

Theo Stegmeier (CSU) wollte mehr über den baulichen Umfang der Sportanlage wissen. »Umso größer, umso attraktiver ist natürlich so ein Bike-Park«, sagte Baumgartner, doch zunächst seien ein oder zwei Abfahrtsstrecken geplant. Die bestehenden Forststraßen würden nicht mit einbezogen werden, sondern die vorhandenen Steige.

Wolfgang Heigermoser (CSU) betonte, dass bei der Realisierung die Gemeinde bei den Kosten »außen vor gelassen werden muss«. Er befürworte aber die Idee und könne sich vorstellen, dass die Gemeinde durch Unterstützung bei den Verhandlungen mit den Beteiligten das Projekt politisch mittrage.

Sein Parteikollege Manfred Haberlander mahnte an, dass an der Umsetzung der Finanzierung hart gearbeitet werden müsse. Diese dürfe auf keinen Fall bei einem eventuellen Nichtgelingen an der Gemeinde hängen bleiben. Dieser Meinung war auch der Fraktionssprecher der SPD, Johannes Hillebrand. »Es muss gesichert sein, dass die Gemeinde nicht in Regress genommen werden kann«.

Was denn mit dem Bike-Park geschehe, wenn die Unternbergbahn eines Tages nicht mehr betrieben werden könne, wollte Sepp Hohlweger von der »Vereinigung Ruhpoldinger Bürger« wissen. Baumgartner war der Meinung, dass der Bike-Park sogar den Fortbestand des Sessellifts sichern könne.

Bürgermeister Claus Pichler lobte die Initiative und das Engagement der jungen Leute, neue Ideen umsetzen zu wollen. Er erinnerte aber auch zugleich an die Voraussetzungen, die zur Realisierung vorhanden sein müssten. »Es ist nicht unmöglich, braucht aber zur Umsetzung großes Durchhaltevermögen. Das wird alles andere als ein Kinderspiel«, so das Gemeindeoberhaupt.

Er signalisierte aber die grundsätzliche Bereitschaft der Gemeinde, im Rahmen ihrer Kompetenzen das Vorhaben zu unterstützen. »Es wird sicher nicht an der Gemeinde scheitern, aber wir können Euch keinen Blankoscheck geben«. Dieser Meinung schloss sich auch der Gemeinderat an. hab