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Gemeindechronik mit vielen Überraschungen

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Die akribische Aktenfieselei hat für Helmut Müller (links) und Alois Auer bald ein Ende: Anfang Dezember kommt das neue Ruhpoldinger Heimatbuch heraus. (Foto: Schick)

Ruhpolding – Nachdem die Auflage von 1983 und deren Überarbeitung aus dem Jahr 1998 vergriffen sind, kommt zum Jahresende ein völlig neues Heimatbuch der Gemeinde heraus. Bereits im Frühjahr 2015 hat der Gemeinderat grünes Licht für die neue Edition gegeben.


Schon bald darauf wurde ein ehrenamtlicher Arbeitskreis gebildet, der sich nun seit eineinhalb Jahren intensiv mit der Mammutaufgabe beschäftigt, die Entwicklung im Miesenbacher Tal in allen Facetten auf den aktuellsten Stand zu bringen.

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Für Helmut Müller und Alois Auer, die bereits bei der Erstellung der 1983er-Ausgabe mit dabei waren und bei denen jetzt die Fäden zusammenlaufen, hat sich die mühevolle Arbeit nach einer ersten Bilanz auf alle Fälle gelohnt.

Immerhin brachten die Nachforschungen im geschichtlichen Bereich sensationelle Erkenntnisse zutage. »Die bisherige Ruhpoldinger Geschichte muss jedenfalls umgeschrieben werden. Die Leser werden staunen…«, ist Hobby-Historiker Müller überzeugt und macht zugleich neugierig auf Themen, die bisher nicht berücksichtigt waren.

Dazu zählen unter anderem die bewegenden Beiträge über Kriegsspätheimkehrer, tragische Unglücksfälle, das verheerende Hochwasser von 1899, interessante Erkenntnisse über die Besiedelung des Talkessels sowie das nachdenklich stimmende Kapitel »Aufstieg und Herrschaft der NSDAP Ruhpolding«, das Gastkommentator Gerd Evers verfasst hat.

Unzählige Stunden verbrachte Müller für seine Recherchen im Staatsarchiv München, in den Archiven von St. Peter und dem Erzbistum Salzburg, im Stadtarchiv Traunstein und im örtlichen Pfarrarchiv St. Georg. Besonders hilfreich war auch, dass man heute auf das Internet zurückgreifen kann. Eine in diesem Fall optimale Erfindung, die man vor 30 Jahren auch schon gebraucht hätte, blickt Müller zurück.

Für Alois Auer war es ebenfalls keine Frage, bei der neuen Ausgabe mitzuarbeiten. Als langjähriger, mittlerweile pensionierter Geschäftsleiter der Gemeindeverwaltung (unter sechs Bürgermeistern!) und akribischer Hüter des Gemeindearchivs, ist sein Wissen von unschätzbarem Wert. Deshalb stehen bei ihm die Themen Entwicklung der politischen Gemeinde mit ihren Einrichtungen, Wildbachverbauung, Kulturelles oder als wesentlicher Punkt die Ortskernumfahrung im Vordergrund. Wer sich unter dem sperrigen Begriff der »Eingemeindung ausmärkischer Gebiete« überhaupt nichts vorstellen kann: das neue Heimatbuch wird zur Aufklärung beitragen.

Weitere Mitarbeiter sind: Hermann Weigand (Kirche und Schule), Altbürgermeister Herbert Ohl (Erwerbs-, Wirtschafts- und Vereinsleben), Martin Haßlberger (Tourismus), Franz Ringsgwandl, Ludwig Schick, Sepp Reiter, Mathias Daburger (Sitte, Brauchtum, Volksmusik) sowie Andreas Plenk (Fotos).

Anfang Dezember soll das neue Ruhpoldinger Heimatbuch vorgestellt werden. Gedruckt wird es bei der Druckerei Miller in Traunstein. ls