weather-image
27°

Gemeindebus soll bald fahren

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Der Gemeindebus fährt auf Abruf zu einer beliebigen Bushaltestelle in der Marktgemeinde Teisendorf. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Der geplante Teisendorfer Gemeindebus soll noch im Mai oder spätestens im Juni endlich Fahrt aufnehmen. Dies stellte Bürgermeister Thomas Gasser nun in der jüngsten Sitzung des Wirtschafts- und Entwicklungsausschusses in Aussicht. Der Start verzögerte sich aufgrund von Konzessionsverhandlungen zwischen den heimischen Busunternehmen.


Im Spätherbst hatte die Gemeinde bereits die detaillierte Planung vorgestellt. Eine Förderzusage der Regierung von Oberbayern lag damals bereits vor. Ursprünglich sollte die Freilassinger Firma Hogger, die eine Niederlassung in Teisendorf hat, alleine die Konzession für den Betrieb des Gemeindebusses erhalten. Andere Busunternehmen legten dagegen jedoch Einspruch ein.

Anzeige

Anfang Januar fand laut Rathauschef ein Gespräch zwischen dem RVO (Regionalverkehr Oberbayern), der Firma Hogger und dem Neukirchner Busunternehmen Gloss statt. Es sei dabei eine Gemeinschaftskonzession in Erwägung gezogen worden, wobei die Firma Hogger der Ausführungsbetrieb sein sollte, da sie über die nötige Infrastruktur wie zum Beispiel eine Telefonzentrale verfügt.

Im März fragte die Gemeinde laut Gasser bei der Regierung nach, weil sie der Ansicht war, dass die Konzessionserteilung dort »hängt«. Diese Nachfrage ergab, dass es von Seiten der Regierung kein Problem mit der Konzession gebe. Vorletzte Woche habe es darum erneut ein gemeinsames Treffen im Rathaus mit Vertretern der drei Firmen gegeben. Man habe sich dort einvernehmlich auf eine Dreier-Konzession geeinigt.

Ein Vertragsentwurf liege der Gemeinde inzwischen vor. In den Vertrag solle noch eine Klausel eingearbeitet werden, da noch unklar ist, ob die Regierung über das Jahr 2016 hinaus eine Förderung zahlen wird. Stehen solle der Vertrag bis Anfang nächster Woche. Danach werde er den Firmen zugestellt. Sobald diese grünes Licht gäben, werde der Antrag auf eine Dreier-Konzession an die Regierung geschickt.

Eine Auflage der Regierung ist, wie der Bürgermeister erläuterte, dass es eine »Tarifstruktur«, also eine Preisstaffelung mit mindestens zwei verschiedenen Preisen, gibt. Die Gemeindeverwaltung schlug vor, Kinder von null bis fünf Jahren gratis – mit einer erwachsenen Begleitperson – fahren zu lassen, bei Kindern von sechs bis zwölf Jahren den halben Fahrpreis, also zwei statt vier Euro pro Einzelfahrt, zu verlangen und ab 13 Jahren den vollen Fahrpreis zu kassieren.

Damit zeigte sich Anita Niederstraßer (FWG) nicht einverstanden. Sie forderte, dass die 50-Prozent-Ermäßigung für alle Schüler, das heißt alle Inhaber eines Schülerausweises, gilt. Vier Euro, also acht Euro für die Hin- und Rückfahrt, seien für Schüler, die noch nichts verdienen würden, viel Geld.

Gemeindebus ist kein Schulbus

Gasser wehrte sich gegen diese Variante: Für die Gemeinde werde der Bus immer teurer, je weniger Leute den vollen Fahrpreis zahlen würden. Zudem sieht er die Gefahr, dass der Gemeindebus als Schulbus genutzt wird; dies wolle man vermeiden. Anita Niederstraßer jedoch sieht aufgrund der Großflächigkeit der Gemeinde auch in der Freizeit einen Mobilitätsbedarf bei der Jugend vom Land: »Die Jugendlichen wollen auch mal ins Zentrum.«

Zweiter Bürgermeister Norbert Schader (FWG) schlug als Kompromiss vor, Kindern von sechs bis einschließlich 14 Jahren die 50-Prozent-Ermäßigung zu gewähren und erst ab 15 Jahren den vollen Preis zu verlangen. Mit fünf Ja-Stimmen und der Nein-Stimme von Anita Niederstraßer billigte der Ausschuss diese Preisstaffelung. Der Gemeindebus kostet pro Jahr etwa 100 000 Euro. Die nicht gedeckten Kosten werden zu 70 Prozent gefördert. Für die Gemeinde verbleibt pro Jahr ein Eigenanteil von etwa 25 000 Euro. vm