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Gemeinde will denkmalgeschützte Wohngebäude sanieren

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Die Gemeinde Bergen strebt die Sanierung der drei denkmalgeschützten Wohngebäude im Bereich der Maxhütte an, unter ihnen das sogenannte Schlackenhaus. (Foto: Humm)

Bergen – Die Architekten-Arbeitsgemeinschaft mit Sylvester Dufter, Sabine Babl und Sylvia Dießbacher erarbeitete im Rahmen des kommunalen Förderprogramms zur Schaffung von Mietwohnraum in Bayern im Bereich der Maxhütte in Bergen ein Konzept zur Sanierung von Wohnungen und stellte dieses dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung vor.


Architekt Dufter sagte, zum denkmalgeschützten Ensemble Maxhütte in Bergen gehören drei Wohn- und Nebengebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert, das sogenannte Gelbhaus, Kassierhaus und Schlackenhaus. Alle drei Wohngebäude sind als Einzelbaudenkmal in der Denkmalliste enthalten. In den Wohnhäusern befinden sich derzeit 34 Wohneinheiten, die zum Teil bewohnt sind.

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Im Rahmen des Wohnbaupakts Bayern besteht laut Dufter die Chance, hier eine funktionsfähige, zeitgemäße Gestaltung der Wohnsituation vorzunehmen. Dabei stünden die Behebung von Bauschäden und dringend notwendige Sanierungsarbeiten im Vordergrund. Gleichzeitig bestehe die Möglichkeit, unterschiedliche Wohnungsgrößen zu schaffen, die den aktuellen Bedürfnissen entsprechen, so Babl.

Durch die besondere geografische Lage des Ensembles und die denkmalgeschützte Bausubstanz ist ein alternativer Planungsansatz notwendig – und durch die vorhandenen Freiflächen auch möglich. Als Ausgleich für fehlende Balkone und Wohnterrassen soll nach den Ausführungen von Landschaftsarchitekt Wolf Steinert der großzügig vorhandene Außenbereich in die Planung mit einbezogen werden.

Alternative Freiräume wie Schrebergärten, Sommerhäuschen oder Möglichkeiten für kleine Hobbybereiche sollen entstehen, hieß es. In Verbindung mit der geplanten Nahwärmeversorgung, den notwendigen Stellplätzen und den alternativen Freiflächen soll ein belebtes Wohnquartier entstehen.

Da das denkmalgeschützte Ensemble nach den Worten von Bürgermeister Stefan Schneider im Außenbereich liegt, ist zur baurechtlichen Genehmigungsfähigkeit aller Baumaßnahmen außerhalb des Gebäudebestands die Aufstellung eines Bebauungsplans notwendig. Nach einer umfassenden Bestandsaufnahme, dem Erarbeiten eines ganzheitlichen Wohnkonzepts und der Aufstellung des Bebauungsplans soll zuerst mit der Sanierung des Kassierhauses begonnen werden, bemerkte der Bürgermeister.

Noch im März soll ein Antrag auf Voruntersuchung an die Regierung von Oberbayern gehen. Der Bürgermeister führte aus, dass die zuständigen Behörden und Institutionen bereits in das Vorhaben der Gemeinde eingebunden worden sind. Vor Ort seien auch bereits etliche Besichtigungen durchgeführt worden.

Architektin und Gemeinderatsmitglied Sabine Babl sagte, sie sei überzeugt davon, dass im Ensemble Maxhütte eine angenehme Wohnqualität geschaffen wird. Bürgermeister Schneider merkte an, dass die dortigen Wohnungen auch nach den Sanierungsarbeiten im Eigentum der Gemeinde bleiben werden. Die Mietpreise sollen unter den ortsüblichen Mieten liegen.

Dampfalm soll wieder aufgebaut werden

In der Gemeinderatssitzung wurde außerdem ein Bauantrag zum Wiederaufbau der Dampfalm behandelt; die Alm war im Dezember 2015 ein Opfer der Flammen geworden. Sie soll nun in unveränderter Größe neu aufgebaut werden. Die Räte sprachen sich einvernehmlich für den Antrag aus. Positiv beschieden wurde auch ein Bauantrag zur Sanierung und Ausbau eines bestehenden Wohnhauses am Bergweg in Bergen.

Des Weiteren sprach sich das Gremium für den Neuerlass einer Straßenausbaubeitragssatzung aus. Geschäftsleiter Andreas Schultes sagte, die Verwaltung würde sich dabei an die Musterbeitragssatzung des Gemeindetags halten.

Für eine Zweckvereinbarung mit dem Ökomodell Achental zur Gästemeldekontrolle zusammen mit den Achental-Gemeinden gab der Gemeinderat grünes Licht. Die Kontrolleurin wird von der Gemeinde Reit im Winkl eingestellt. Auf die Gemeinde Bergen dürften monatliche Kosten von etwa 100 Euro zukommen, wie es hieß.

Behandelt wurde auch ein Zuschussantrag der Frauengemeinschaft Bergen zur Ausrichtung des Behindertenfaschings. Die landkreisweite Veranstaltung, die heuer erstmals im Festsaal stattgefunden hatte, schloss mit einem Defizit von 1000 Euro ab. Das Gremium sprach sich für einen Zuschuss von 650 Euro aus der Stiftung für das Dorf Bergen aus.

Bürgermeister Schneider informierte über die erfolgreich verlaufenen Versuchsbohrungen nach Trinkwasser durch die Adelholzener Alpenquellen im Bereich des örtlichen Schützenhauses und im Ortsteil Anger. Die Analyse des Wassers bekam das Prädikat »sehr gut«. Größere Bohrungen werden nun folgen. OH