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Gemeinde übernimmt Defizite des Kindergartens

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Die neue Kindergartengruppe im Inzeller Schulhaus hat sich bestens bewährt und ist auch für das kommende Jahr schon fast wieder ausgebucht. (Foto: Wegscheider)

Inzell – Abgestimmt über die Übernahme der anfallenden Defizite des Inzeller Kindergartens wurde im Inzeller Gemeinderat. Zunächst wurde die Jahresrechnung für das Jahr 2015/16 vorgelegt. Die Einnahmen lagen bei 478 207 Euro und die Ausgaben bei 540 757 Euro, wodurch sich ein Defizit von über 62 500 Euro ergibt.


Gemäß des geltenden Defizitvertrags übernimmt die Gemeinde 80 Prozent des ungedeckten Betriebsaufwands (98 928 Euro) bzw. den 55-fachen Basiswert des jeweiligen Abrechnungsjahrs, der gut 1104 Euro beträgt (60 746 Euro). Die Gemeinde Inzell beteiligt sich somit am Defizit 2015/2016 in Höhe des 55-fachen Basiswerts. Dieser ist gesetzlich vorgegeben nach dem Förderzuschuss des Landes und bezieht sich auf den Zuschusswert pro Kind im Kindergarten.

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Für das laufende Jahr wird mit Ausgaben in Höhe von 680 360 Euro gerechnet. Dagegen stehen die geplanten Einnahmen mit 556 700 Euro zu Buche. Das bedeutet schließlich einen erhöhten Mehraufwand gegenüber dem Vorjahr. Der Basiswert für 2016/17 beträgt derzeit 1 128 (62 059 Euro). Die Gemeinde Inzell beteiligt sich somit am Defizit 2016/2017 auch in Höhe des 55-fachen Basiswerts. Dies wurde vom Gremium einstimmig so abgesegnet.

Nach der Vereinbarung über die freiwillige Betriebskostenförderung übernimmt die Gemeinde Inzell in den Einzelpositionen »Kosten für Reparaturen« höchstens 2500 Euro und für »Ersatzbeschaffungen und Spielgeräte/-anlagen« höchstens 1500 Euro. Der vorgelegte, derzeitige Stellenplan weist einen Anstellungsschlüssel von 1:9,24 auf. Empfohlen wird ein Anstellungsschlüssel von 1:10. Es sollten dadurch auch alle Kinder im Inzeller Kindergarten sehr gut aufgehoben sein.

Kindergartenleiterin Heidrun Schub berichtete über den aktuellen Stand im Kindergarten St. Michael. Derzeit sind 119 Kinder im Kindergarten. 100 davon im KiGa und 19 in der Krippe. »Für das nächste Jahr sind wir voll besetzt, was vor allem mit dem neuen Baugebiet Gschwall Nord zu tun hat. Sieben Kinder mussten für das neue Kindergartenjahr abgewiesen werden, aber es kann sich ja bis zum Beginn im September noch einiges verändern«, so Heidrun Schub.

Gruppe in der Schule wird gut angenommen

Die Gruppe in der Schule wird sehr gut angenommen und wird auch bevorzugt bei der neuen Anmeldung. 13 Plätze werden frei und neun sind schon wieder neu angemeldet. Im Mai werden in der Schule die Sanitäranlagen erneuert, was einen zusätzlichen Anreiz bedeuten kann. Die Spielgruppe ist momentan auch voll besetzt und somit müssen die allerkleinsten Kinder abgewiesen werden. Allerdings könne sich bis September noch etwas ändern, wenn sich die Eltern der Kinder aus Ruhpolding, Siegsdorf, Reichenhall oder Schneizlreuth anders entscheiden, merkte die Leiterin an. Für nächstes Jahr sind 14 Kinder für die Krippe vorgesehen und der Anstellungsschlüssel dann bei 1:9,79.

Michi Lorenz (CSU) erkundigte sich nach einer Betreuung der Kinder bis 16.30 Uhr. Derzeit gebe es bis auf zwei Interessenten keine Nachfrage. Eine bestimmte Zahl an Kindern muss vorhanden sein, um den Aufwand in Relation zu halten. Das Personal wäre bereit dafür. Es müssen allerdings über zehn Kinder sein. Nur sehr wenige haben bis 14 Uhr gebucht. 80 Prozent holen die Kinder bis 12.30 Uhr ab. Für besondere Fälle steht eine Tagesmutter zur Verfügung, die diese Aufgabe der Betreuung bis 16 Uhr übernehmen würde«, so die Kindergartenleiterin. Genauere Informationen dafür gibt es im Kindergarten.

Antrag auf private Kostenübernahme abgelehnt

Ein Antrag von Marnix Wieberdink wurde an die Gemeinde gerichtet, das Sommereis in diesem Jahr 2017 für 60 000 Euro zu übernehmen und in Eigenregie zu betreiben. Er würde für die Kosten aufkommen und an die Gemeinde zahlen. Die Abwicklung würde Wieberdink selbst übernehmen. Die Aufbereitung des Sommereises wäre jedoch im gleichen Zeitraum, wie das Sommereis in diesem Jahr in Berlin. Somit stimmte der Gemeinderat einstimmig gegen den Antrag von Marnix Wieberdink, weil man mit dem Verband weiter gut zusammenarbeiten und auch das gute Verhältnis mit der DESG nicht beschädigen will. Deshalb war das Gremium einstimmig gegen den Antrag von Wieberdink, das diesjährige Sommereis auf der 400 Meter Bahn aufzubereiten.

Rudi Heitauer (CSU) stellte fest, dass es durchaus wünschenswert ist, wenn sich jemand engagiert und Geld in die Hand nimmt, um Inzell voranzubringen. hw