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Gemeinde Siegsdorf wehrt sich gegen Vorwürfe

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Probleme gibt es auf dem alten Friedhof mit geringen Abständen der Grabreihen. Gemeinde und Kirche suchen gemeinsam nach einer Lösung. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Im Hinblick auf einen Leserbrief eines Hörgeringer Bürgers im Traunsteiner Tagblatt sah sich Bürgermeister Thomas Kamm in der jüngsten Gemeinderatssitzung zu einer Stellungnahme veranlasst.


Der Bürger hatte in dem Leserbrief und in einem Schreiben ans gemeindliche Bauamt den Ausbau der Hörgeringer Straße massiv infrage gestellt und Vorwürfe gegen die Verwaltung erhoben. Bürgermeister Thomas Kamm machte an vielen Punkten noch einmal die Ansicht des gemeindlichen Bauamts und des Planungsbüros deutlich und ging ausführlich auf viele der erhobenen Vorwürfe ein.

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Im Vorfeld der Ausbauplanung waren alle Ver- und Entsorgungsleitungen überprüft und der Zustand der Kanäle mit Kamerainspektion erhoben worden. Der allgemeine Zustand rechtfertige eine Kompletterneuerung auf weiten Strecken nicht, so Kamm. Auch die Wasserleitung befinde sich in einwandfreiem Zustand und müsse nur im Bereich des neuen Baugebiets auf Gemeindegrund umgelegt werden. Bereits im Dezember erfolgte die Prüfung der Asphaltdecke auf Stärke und Schadstoffe.

Während der Bauarbeiten im Abschnitt 1 wurden die Ergebnisse der Planung laut Kamm durch weitere Untersuchungen und Belastungsversuche mehr als bestätigt, der Unterbau der Straße sei bestens und müsse nur in den Randbereichen erneuert werden.

Zu den Vorwürfen bezüglich der Ausbaubreite stellte der Bürgermeister klar: »Die Planungen des Büros Staller im Zusammenwirken mit dem gemeindlichen Bauamt haben sich nach bisherigen Erkenntnissen aus technischer und wirtschaftlicher Sicht als richtig herausgestellt.«

Auf weitere Vorwürfe im Schreiben an die Gemeinde ging Kamm nicht mehr ein. Dem Bürger wurde schriftlich angeboten, die Planungen und Entscheidungen der Gemeinde mündlich zu erläutern. Dieses Angebot sei bisher nicht genutzt worden. Der Gemeinderat nahm die Stellungnahme des Bürgermeisters ohne Rückfragen und ohne Beschlussfassung zur Kenntnis.

Auch zu einem Artikel von Pfarrer Thomas von Rechberg im Oster-Pfarrbrief in Bezug auf die schriftliche Abfrage der Gemeinde zur weiteren Grabnutzung im alten Friedhof nahm Kamm kurz Stellung. Er legte dar, wie es dazu kam, dass die Gemeinde die Kirchenverwaltung nicht über die schriftliche Abfrage an die Grabnutzer informiert und eingebunden hatte, und dass er sich in aller Form dafür bereits persönlich bei Pfarrer Thomas von Rechberg entschuldigt habe.

Auch wurde mit dem Pfarrer vereinbart, dass sich Gemeinderat und Kirchenverwaltung gemeinsam um eine rechtlich haltbare Lösung für den alten Friedhof bemühen werden. Derzeit würden dazu noch vorbereitende Gespräche mit den zuständigen Behörden geführt.

Anhand von Grafiken erläuterte Kamm noch einmal die Problematik der zu kurzen Abstände der Grabreihen von teilweise unter 1,70 m rund um die Pfarrkirche, die bei Sargbestattungen immer wieder zu Beschädigungen der Nachbargräber führen.

Bis zum 24. April waren von den 670 Grabnutzungsberechtigten 521 (77,8 Prozent) Fragebögen an die Gemeinde zurückgekommen. 72,17 Prozent sprachen sich dabei für eine Umwandlung in ein Urnengrab aus und 9,02 Prozent würden ihre Grabstelle auflösen. Für die Erdbestattung nach der vorgeschlagenen Variante 1 entschieden sich 5,37 Prozent, für die Variante 2 1,92 Prozent und 11,90 Prozent der Rückantworten hatten sonstige Vorschläge eingebracht. FK

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