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Gemeinde Seeon-Seebruck segnet Rekordhaushalt ab

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Der Rathausneubau – hier die geplante Südansicht – in Seebruck stellt in den kommenden Jahren für die Gemeinde eine große finanzielle Herausforderung dar. Um das 4,5-Millionen-Euro-Projekt zu stemmen, müssen 2018/2019 den Berechnungen nach wieder Kredite aufgenommen werden. (Grafik: ABP Architekten und Stadtplaner Burian, Pfeiffer, Sandner)

Seeon-Seebruck – Der Seeon-Seebrucker Gemeinderat hat in seiner Sitzung den Haushalt für das laufende Haushaltsjahr einstimmig abgesegnet. Nach den Berechnungen der Kämmerei zeichnet sich mit einem Volumen von 14,7 Millionen Euro ein Rekordhaushalt ab.


Die Chiemsee-Gemeinde ist seit 2015 schuldenfrei und wird es laut Vorbericht auch noch im laufenden Haushaltsjahr bleiben. In den nächsten zwei Jahren hingegen müssen höchstwahrscheinlich wieder Kredite aufgenommen werden, insbesondere um den Rathausneubau in Seebruck zu finanzieren. Mit dem Bau des rund 4,5 Millionen-Euro-Projekts, soll voraussichtlich in diesem Herbst begonnen werden. Im laufenden Verwaltungshaushalt stehen 9,6 Millionen Euro zur Verfügung und im Vermögenshaushalt 5,1 Millionen.

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Trotz hoher Investitionen sind keine Kredite notwendig. »Eine ordentliche Leistung, bei so vielen Investitionen ohne Fremdfinanzierung auszukommen. Das spricht für eine gute Haushaltslage«, kommentierte Gemeinderat Josef Hölzl (FW) den Haushalt.

Für den Rathausneubau wurden im Vermögenshaushalt 600 000 Euro eingestellt, 225 000 Euro für einen neuen Unimog für den Bauhof, 450 000 Euro für die Sanierung des Strandbadgebäudes und 400 000 Euro für den Bau eines Kreisverkehrs in Malerwinkel. Zusätzlich zu den bereits für den Rathausbau in den vergangenen Jahren zurückgelegten 1,3 Millionen Euro, wurden weitere 200 000 Euro bereitgestellt.

Die Mehrausgaben im Verwaltungshaushalt sind vor allem den Tariferhöhungen der Personalkosten und der Einstellung von zusätzlichem Personal geschuldet. Auch beim Unterhalt der Gebäude mussten Anpassungen vorgenommen werden. Der Verwaltungshaushalt kann aber leicht ausgeglichen werden. Als ermittelter Wert ist mit einer Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt von knapp einer Million Euro zu rechnen.

Kreisumlage für Gemeinde gesunken

Dass die Kreisumlage um 1,5 Prozentpunkte gesenkt werden soll, freut auch die Gemeinde Seeon-Seebruck. Es ist damit zu rechnen, dass die Gemeinde rund zwei Millionen Euro und damit 390 000 Euro weniger als noch im Vorjahr an den Landkreis Traunstein abführen muss. Die Gewerbesteuereinnahme wurde mit 1,4 Millionen Euro veranschlagt und die Einkommensteuerbeteiligung mit 2,4 Millionen Euro. Aufgrund der schlechten Steuerkraft 2015 errechnet sich für 2017 mit knapp 980 000 Euro eine deutlich höhere Schlüsselzuweisung. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 376 000 Euro mehr. Insgesamt errechnete die Kämmerei bei den Steuern und Zuweisungen Mehreinnahmen von 420 000 Euro.

Die Wasser- und abwassergebühren wurden lediglich mit geringen Änderungen zum Vorjahr eingeplant. Geringe Steigerungen wurden bei den Kur- und Fremdenverkehrsbeiträgen angesetzt. Für die Hafenanlagen wurden gleiche Ansätze wie im Vorjahr gebildet. Lediglich die Entgelte für Aufnahme- und Vertragsverlängerungen wurden aus periodischen Gründen zurückgenommen.

In dem Vorbericht wird auch darauf hingewiesen, dass bei den Mieteinnahmen der Ansatz aus der Asylunterkunft gekürzt wurde. Wie berichtet, hat der Mieter, das Landratsamt die beiden Unterkünfte gekündigt. In der ehemaligen »Gruber Alm« in Roitham leben aber noch Flüchtlinge, mit denen die Gemeinde einen eigenen Mietvertrag abgeschlossen hat. Die Flüchtlinge können so lange bleiben, bis sie eine eigene Wohnung gefunden haben. Nach dem ein bisher vermieteter Laden Am Anger in Seebruck bislang nicht mehr wiedervermietet werden konnte, fallen hier die Mieteinahmen weg. Im Vermögenshaushalt berücksichtigt hingegen wurde der Verkauf von zwei Läden.

Eine Grundsatzdiskussion über die Finanzlage der Gemeinde entwickelte sich nicht, zumal der Haushalt im Finanzausschuss bereits vorberaten und dem Gremium empfohlen wurde. Der Haushalt 2017 mit Stellenplan und der Finanzplan (2017 bis 2020) wurden einstimmig abgesegnet. Zweite Bürgermeisterin Martha Gruber (FW) wies jedoch darauf hin, die anstehenden Kanalsanierungen zeitnah umzusetzen. Nach Angaben des Bürgermeisters laufen für die dringendsten Maßnahmen in der Rosenheimer Straße und Wopfner-Straße in Seebruck bereits die Planungen.

Noch keine konkreten Pläne für neues Feuerwehrhaus

Helmut Mair (FW) monierte, dass für das geplante neue Feuerwehrhaus in Seeon im Finanzplan keine Mittel eingestellt worden seien. Konkrete Pläne für ein neues Feuerwehrhaus liegen bislang noch nicht in der Schublade. Für die Planung seien aber bereits Mittel im Finanzplan eingestellt, sagte Ruth. Je nach Haushaltslage könnte man hier auch im Finanzplan 2018 noch nachjustieren. Lobend erwähnt wurde die Arbeit von Kämmerer Albert Lahner. Lahner habe den Haushalt sehr griffig und zügig und nicht zuletzt akribisch vorbereitet, lobte Bürgermeister Bernd Ruth. ga