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Gemeinde schafft Parkplätze auf Privatgrund

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Zwischen dem Pettinger Rathaus (rechts) und dem Edeka-Geschäft werden fünf öffentliche Parkplätze entstehen. (Foto: Melz)

Petting – »Ist ein Parkplatz so was Schönes?«, fragte Franz-Martin-Abfalter in der Sitzung des Pettinger Gemeinderats skeptisch. Die Natur jedenfalls verlöre hier nicht viel, meinte Bürgermeister Karl Lanzinger zu der Idee, zwischen Rathaus und Edeka fünf zusätzliche Parkplätze zu errichten. Allerdings handle es sich dabei um Privatgrund, den die Gemeinde auf 20 Jahre kostenfrei pachten könne. Über Sinn und Notwendigkeit einer solchen Maßnahme entwickelte sich eine rege Diskussion im Gremium. Am Ende sagten sechs Gemeinderäte nein, acht plus Bürgermeister stimmten zu.


16 000 Euro würden die fünf Stellplätze an der Hauptstraße neben dem Rathaus kosten, hatte Thomas Stippel eruiert. Wenngleich keine Not, so sieht Bürgermeister Lanzinger hier eine Gelegenheit, Geschäftsleute zu unterstützen, habe doch der Ort wenig öffentliche Parkfläche. Auch ein Teil der Gemeinderäte stünde just während der Sitzung auf privaten Flächen, etwa beim gegenüberliegenden Wirt.

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»Die Natur verliert nicht viel«

»Hier findet sich eine Betoneinfassung, darunter ein Keller«, beschrieb der Rathauschef die Situation, »die Natur verliert nicht viel.« Schön sei es dort wirklich nicht, stimmte ihm Roland Krammer zu, es wäre eine Verbesserung, die man sich leisten solle. »Die Autos werden mehr«, plädierte auch Martin Häusl für einen Bau.

»Nicht überzeugt«, war Franz-Martin Abfalter, »ich sehe nicht, dass wir mehr Parkplätze brauchen und damit die letzten Fleckerl versiegelt werden.« Warum einen Parkplatz bauen, wenn man kein Parkplatzproblem habe?, fragte Abfalter die Kollegen.

Franz Vordermayer sorgt sich um »Bezugsfälle auf fremdem Grund«. Und das Geld sei ihm dafür zu schade, für Private Parkplätze zu bauen. »Wenn's unser Grund wäre, ja«, meinte Vordermayer. Aber so: »20 Jahre sind schnell vorüber.« Wer die Plätze hernach überhaupt kriege, überlegte Christian Mayer. »Das wäre reine Spekulation«, wies Lanzinger solche Fragen zurück.

Einen Bezugsfall erwartet auch Andreas Götzinger. »Jeder Gewerbebetrieb muss doch schauen, dass er Plätze hat. Und wir täten auf ihrem Grund welche bauen«, gab er sich ablehnend. »Wir bauen im Dorfzentrum für alle«, hielt dem der Bürgermeister entgegen, denn bisher habe die Gemeinde kaum etwas beigetragen.

Zweiter Bürgermeister Ludwig Prechtl relativierte diese Aussage mit dem Hinweis auf Pfarrheim und Sportheim, wo man auf Kirchengrund Parkflächen geschaffen habe und sogar Pacht dafür bezahle. »Und hier zahlen wir nichts.« Lanzinger verwies selbst auf den »Riesen-Friedhofsparkplatz«, und auch bei der Schule würden neue Stellplätze entstehen. »Bei Oberwirt und Lahner sind öffentliche Stellplätze«, widersprach er damit selbst seiner Aussage, dass die Gemeinde bislang wenig beigetragen habe.

»Wir als Gemeinde verlangen von anderen Stellplätze«, so Prechtl, daher müsse man als Gemeinde auch etwas tun. »Hat es damals Stellplatznachweise gebraucht für die Geschäfte?«, fragte Philipp Strohmeyer. »In den 60er Jahren nein«, antwortete Lanzinger.

»Wenig begeistert« war Prechtl, dass Geh- und Radweg hinter den parkenden Autos, die rückwärts rausstießen, vorbeiführe. Das sei im Dorf durchaus üblich, teilte Lanzinger diese Bedenken nicht.

»Wir bereichern damit das Dorf«

»Sind wir froh um unsere Geschäfte«, sagte Roland Krammer, »und dazu gehören nun mal Parkplätze.« Wer A sage, müsse auch B sagen, denn »zum Leben gehört das Auto und zum Auto gehören Parkplätze.«

»Wir sollten was Schönes machen und es soll ein bissl ordentlich ausschauen«, empfahl Elvira Kraller, »wir tun der Gmoa was Gutes und bereichern damit das Dorf.« Die drei Bürgermeister Karl Lanzinger, Ludwig Prechtl und Thomas Stippel sahen das ebenso. Zustimmung kam auch von Josef Stippel, Theo Pastötter, Roland Krammer, Anton Strasser und Martin Häusl. Franz Vordermayer, Christian Mayer, Klaus Haunerdinger, Andreas Götzinger, Franz-Martin Abfalter und Philipp Strohmeyer sagten Nein. Das Ergebnis: Neun zu sechs dafür. höf