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Gemeinde Grabenstätt zieht die Reißleine

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Grabenstätt. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat, den Verbund mit dem örtlichen Wasserbeschaffungsverband Grabenstätt »vorübergehend« wieder in Betrieb zu nehmen. Vor allem die erhöhten Nitratwerte des Trinkwassers aus dem »Brunnen Eggerhausener Holz« hatten den Marwangern große Sorgen bereitet. Die Gemeinde sucht nun nach Lösungen.


Viele Diskussionen gab es in den letzten Monaten um die Wasserversorgung Marwang und deren Trinkwasserqualität. Obwohl bereits im September Fachleute Entwarnung gegeben hatten, rissen die Sorgen einiger Marwanger um die Güte des Trinkwassers bis zuletzt nicht ab. Das Sachverständigenbüro sowie Fachleute des Gesundheitsamtes halten das aus dem »Brunnen Eggerhausener Holz« geförderte Wasser nach wie vor für unbedenklich, wie dies auch in mehreren Diskussionen immer wieder unterstrichen wurde.

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Dennoch bleibt für einen Teil der Bürger Unbehagen, weil durch das Zusammenwirken verschiedener Parameter im Wasser die Korrosionswahrscheinlichkeit in verzinkten Rohrleitungen, die früher verbaut wurden, erhöht ist. In der Folge könnte sich nach Meinung der Betroffenen möglicherweise eine Gesundheitsgefährdung ergeben.

Tatsächlich liegen die korrosionschemischen Parameter »Basekapazität« und »Zinkgerieselquotient« in einem für verzinkte Rohrleitungen ungünstigen Bereich, die Qualität des gelieferten Trinkwassers ist aber nach allen geprüften Werten laut Trinkwasserverordnung einwandfrei. Die in der Vergangenheit regelmäßig veröffentlichten Prüfberichte weisen darauf hin.

Unglücklich sind die Bürger aber vor allem über den Nitrat-Wert, der die Korrosion möglicherweise fördert. Mit derzeit 25,4 Milligramm pro Liter liegt der Wert bei rund der Hälfte des Grenzwertes von 50 Milligramm pro Liter und ist laut Gesundheitsamt für den Trinkwassergenuss absolut unbedenklich. Auch im bayernweiten Vergleich ist dieser Wert nicht außergewöhnlich.

In der vergangenen Gemeinderatssitzung wurde das Thema nun erneut diskutiert. Bürgermeister Georg Schützinger betonte, die Sorgen der Bürger seien ernst zu nehmen. Nach Abwägung aller Interessen spielten sicher die gesundheitlichen Vorbehalte für das weitere Vorgehen eine große Rolle. Der Gemeinderat teilte diese Meinung und beschloss einstimmig, vorübergehend den Verbund mit dem Versorgungsnetz des örtlichen Wasserbeschaffungsverbandes Grabenstätt wieder in Betrieb zu nehmen. Auch das Marwanger Trinkwasser käme dann aus der Steinweiher Quelle. Dies soll voraussichtlich schon in den kommenden Tagen erfolgen.

Die Vorbereitungen liefen bereits, heißt es aus der Gemeindeverwaltung. Ziel sei es, auch aus der Sicht der Bürger unbedenkliches Trinkwasser liefern zu können und durch Begleitmaßnahmen mittelfristig weitere Lösungsansätze zu finden. So werde man die technischen Möglichkeiten einer Zumischung prüfen lassen sowie die Erweiterung des Schutzgebietes mit dem Geologen noch einmal erörtern und das Verfahren möglichst zeitnah abschließen. Auf die Gebührenkalkulation und damit auch auf die Wasserbezugsgebühren sollten sich diese Maßnahmen »überschaubar auswirken«. mmü