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Gelungener Kreisbauerntag zum Auftakt des Musikfests

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Gastredner  beim  Kreisbauerntag  in Grabenstätt war Bayerns Finanz- und Heimatminister Dr.   Markus   Söder. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Mit einem bunten Programm feiert die Musikkapelle Grabenstätt bis einschließlich kommenden Montag ihr 125-jähriges Bestehen samt 50. Bezirksmusikfest.


Los ging es am Mittwochabend mit dem Kreisbauerntag des BBV-Kreisverbands Traunstein. Rund 700 Besucher wollten den Gastredner hören: den bayerischen Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder.

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Als »tragende Säule« bezeichnete Kreisobmann Sebastian Siglreithmayer die Bauern. Damit das auch so bleibe, müsse man aber den galoppierenden Strukturwandel einbremsen. »Unsere Flächen sind nur über das Milchvieh sinnvoll zu verwenden. Wenn wir ein bisschen Geld verdienen möchten, brauchen wir die Kuh. Wenn man aber keinen Stall mehr bauen darf, hat man ein Problem«, ärgerte sich der Kreisobmann über die vielen Vorschriften und Auflagen.

Was die überbordende Bürokratie anbelange, brauche man dringend »Ausnahmeregelungen für die kleineren Betriebe, die den Charakter Bayerns ausmachen«, meinte auch Staatsminister Markus Söder, der mit Salutschüssen der Böllerschützengruppe der ZSG Grabenstätt/Chiemsee empfangen worden war und dann mit der Musikkapelle Grabenstätt und großer Entourage zu den Klängen des bayerischen Defiliermarsches ins Festzelt einzog.

»Nahrungsmittel sind das erfolgreichste Exportgut«

Söder lobte die Biobetriebe, gab aber auch ein Bekenntnis für die konventionelle Landwirtschaft ab. »Die Nahrungsmittelproduktion ist bei uns auf dem höchsten Level weltweit und Nahrungsmittel sind das erfolgreichste Exportgut Bayerns neben dem Automobil«, so Söder. Da die Zukunft des Freistaates auf dem Land und nicht am Marienplatz in München entschieden werde, setze sich die Staatsregierung auch mit aller Kraft für die Digitalisierung des ländlichen Raumes ein. »Schnelles Internet ist für die Gemeinden genauso wichtig wie für die Stadt«, stellte Söder klar. Alle landwirtschaftlichen Betriebe müssten endlich angeschlossen werden

In puncto Hofübergabe und Erbschaftssteuer meinte der Minister: »Die Familien sollten die Generationenfolge selbstständig regeln können.« Da der Staat die Fortexistenz von Familienbetrieben und Arbeitsplätzen nicht gefährden sollte, mache er sich für eine Regelung mit einer Halbierung der Erbschaftssteuer stark, betonte Söder. Es sei die Zeit für Steuersenkungen. Zum Abschluss wünschte er den Bauern »eine gute Ernte und wenig Steuern« und versicherte ihnen: »Die bayerische Staatsregierung steht weiterhin fest an der Seite der Landwirtschaft.«

»Für uns ist eine zukunftsfähige Landwirtschaft gleichbedeutend mit Heimat bewahren. Ich bin stolz, dass wir so eine lebendige Landwirtschaft haben«, betonte Landrat Siegfried Walch. Dieses von den hiesigen Bauern langfristig ausgerichtete Arbeiten über Generationen auf eigenem Grund und Boden, sei ein Prinzip des Wirtschaftens, das man auch in der Wirtschaftswelt gut gebrauchen könnte. Dass man »im schönsten Landkreis Bayerns, Deutschlands und der Welt« lebe, sei nicht zuletzt ein Verdienst der heimischen Bauern, so Walch. Er lobte die qualitativ hochwertigen Lebensmittel und Erzeugnisse aus der Region und bedankte sich für die »konstruktive Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit dem BBV-Kreisverband«.

In ihrer Funktion als bayerische Milchprinzessin sei es ihr ein großes Anliegen, der Landwirtschaft zu einem noch positiveren Image zu verhelfen und gerade auch die Kinder und die Jugend dafür zu begeistern, betonte Melanie Maier aus Halfing und brach – bevor sie die Bierzelt-Milchbar eröffnen durfte – eine Lanze für die Milchwirtschaft.

»Landwirtschaft spielt nach wie vor eine große Rolle«

»Neben Handwerk, Handel, Dienstleistungen und Tourismus spielt die Landwirtschaft in unserer Gemeinde nach wie vor eine wichtige Rolle«, betonte Bürgermeister und Landwirt Georg Schützinger beim »ersten Kreisbauerntag in Grabenstätt seit mindestens 40 Jahren«. In der Gemeinde befinde sich mit dem Gut Sossau der größte landwirtschaftliche Betrieb des Landkreises. Da die Anzahl der aktiven Betriebe geringer, die Arbeitsbelastung aber immer mehr werde, »haben wir die BBV-Ortsverbände Grabenstätt und Erlstätt fusioniert«, so Ortsobmann Johannes Wimmer.

Wie er weiter ausführte, gebe es in der Gemeinde »66 aktive Betriebe, zwölf Biobetriebe, 2150 Hektar landwirtschaftliche Flächen und 3140 Großvieheinheiten«. Was die Milchkrise anbelange, sei man noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Für die Zukunft sei es wichtig, »auch für neue Sachen offen zu sein, denn dann wird es uns auch gelingen, die Betriebe zu erhalten«, gab Wimmer zu bedenken.

Landwirtschaftsmeister wurden vorgestellt

Zum Abschluss des Kreisbauerntages stellte der BBV-Kreisgeschäftsführer Reinhard Lampoltshammer im Beisein von Kreisobmann Sebastian Siglreithmayer und Kreisbäuerin Irina Esterbauer die neun frischgebackenen Landwirtschaftsmeister Thomas Anzenberger (Schnaitsee), Alois Berger (Traunwalchen), Johannes Bernhard (Obing), Christian Galneder (Peterskirchen), Martin Simon Geserer (Haslach), Josef Huber (Grabenstätt), Lukas Schederecker (Schnaitsee), Christoph Schreier (Engelsberg) und Georg Unterauer (Schnaitsee) vor.

Außerdem dankten Siglreithmayer und Landrat Walch dem am Ende des Jahres aus dem Amt scheidenden BBV-Kreisgeschäftsführer Reinhard Lampoltshammer für sein langjähriges Engagement und seinen großartigen Einsatz für die Landwirtschaft und die ganze Region. Für die zünftigen Klänge sorgte die Musikkapelle Grabenstätt. Auch der Grabenstätter Dirndlgesang hatte einen großen Auftritt.

Mit der Teilnehmerzahl und dem Verlauf des Kreisbauerntages »voll zufrieden« zeigte sich am Ende der Kreisobmann. Besonders bedankte er sich beim BBV-Ortsverband Grabenstätt-Erlstätt um Ortsobmann Johannes Wimmer und Ortsbäuerin Christl Stefanutti: »Sie haben sich voll abgetan und im Zelt alles schön hergerichtet und dekoriert«. mmü

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