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Gelungene Premiere für »Die unheilige Wallfahrt«

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Turbulent geht’s zu bei der unheiligen Wallfahrt, einer Komödie um eine gefälschte Heiligenfigur. Auf dem Bild sind die Theaterspieler Marion Parzefall (von links), Rainer Geppert, Albert Parzinger, Sebastian Gartner und Hans Schmid.

Traunstein – Beste Unterhaltung bot die Theatergruppe des Trachtenvereins »Eschenwald« Rettenbach bei den ersten beiden Vorstellungen des Dreiakters »Da Holz-Rudi oder die unheilige Wallfahrt« von Ralf Kaspari. Bis kommenden Sonntag sind im Gasthaus Jobst in Rettenbach noch fünf weitere Vorstellungen geplant, von denen vier bereits ausverkauft sind. Lediglich für die Aufführung am Freitag um 20 Uhr gibt es noch Restkarten.


Die Hauptrolle in dem Stück hat Bürgermeisters Armin Bergmüller, gespielt von Albert Parzinger. Der zog wieder alle Register seines komödiantischen Könnens und brachte mit seiner unverwechselbaren Mimik und Gestik die Besucher immer wieder zum Lachen. In seinem Haus beherbergt er Caroline Becker (Irmi Gartner) und deren angebliche Tochter Jennifer (Anna Ober). Die geben sich als Sexy-Girls, die den Männern die Köpfe verdrehen. Das ist des Bürgermeisters Frau Renate ein Dorn im Auge. Daniela Stampfl spielt die Rolle perfekt. Sie führt im Bürgermeisterhaus ein strenges Regiment.

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Caroline und Jennifer sind aus Franken angereist, um an der Wallfahrt teilzunehmen. Der Sage nach hat vor 387 Jahren ein gewisser Rudolf den Winter im Ort der Handlung verbracht, und hier eine Statue für die Kirche geschnitzt. Im Frühling ist er weitergezogen und hat einen christlichen Orden gegründet. Der Großvater des Bürgermeisters, perfekt verkörpert von Hans Schmid, hat behauptet, diese vor 387 Jahren geschnitzte Statue vor etwa 60 Jahren gefunden zu haben. Seit dieser Zeit kommen Pilger in den Ort und verehren sie als »Heiligen Rudolf«.

Tatsächlich aber hat der Großvater des Bürgermeisters die Statue selbst geschnitzt, was im Ort jeder weiß. Die dem Bürgermeister übel gesonnene Kulturausschussvorsitzende Inge Birkenhagen hat Professor Dr. Alois Kern aufgetrieben, der das Alter der Statue mit Hilfe einer neuen wissenschaftlichen Methode untersuchen soll. Marion Parzefall verkörpert die Vorsitzende, eine richtige Beißzange, grandios. Rainer Geppert spielt den etwas schrulligen Professor mit urkomischem Mienenspiel.

Der Bürgermeister hat Angst, in der Öffentlichkeit bloßgestellt zu sein, wenn das wahre Alter der Statue herauskommt. Deshalb will er sie mit Hilfe seines Vaters verschwinden lassen. Jennifers Freund Bernd, toll gespielt von Sebastian Gartner, soll sie bewachen. Inge und Professor Kern wollen Armin und Josef zuvorkommen. Niemand kommt allerdings auf die Idee, dass Caroline und Jennifer Becker keine normalen Pilger sind.

Sie sorgen dafür, dass des Bürgermeisters Tochter Sandra ganz schön eifersüchtig wird. Ramona Kovacs spielt die Sandra überzeugend und mit viel Schwung. Ob die Eifersucht gegenüber Jennifer begründet ist, stellt sich am Ende heraus. Dieses Ende wird aber nicht verraten, denn sonst wäre die Spannung ja heraus.

Theaterleiterin Irmi Gartner stellte am Ende der Aufführung die drei neuen Mitglieder des Ensembles vor, die ihre Sache ebenso wie die »alten Hasen« sehr gut gemacht haben: Ramona Kovacs, Sebastian Gartner und Marion Parzefall. Für alle Mitwirkenden gab es am Ende großen und lang anhaltenden Beifall – auch für die Helfer hinter den Kulissen: Frieda Billinger (Souffleuse), Sabine Niederbuchner und Regina Frank (Maske) sowie Michael Billinger (Technik).

Zu Beginn der Vorstellung hatte Trachtenvorstand Franz Maier kurz auf das Stück eingestimmt und sich gefreut, dass das Rettenbacher Theater auch heuer so großen Zuspruch findet.

Die weiteren Aufführungen sind am kommenden Freitag und am kommenden Samstag jeweils um 20 Uhr sowie am kommenden Sonntag um 19 Uhr. Die Restkarten für die Freitagsvorstellung gibt es bei Konrad und Rosi Jobst, Telefon 0861/12 868. -K.O.-