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Gelungene Premiere der Grassauer Bauernbühne

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Lenz (Bert Küfner) mimt den Kranken und freut sich nicht über den Besuch. Vitus (Hans Hofmann) begrüßt die Neuankömmlinge (Klaus Kirchleitner und Hanna Küfner) dennoch freundlich. (Foto: T. Eder)

Grassau – Wenn herrischen Frauen das Handwerk gelegt wird, dann tobt das Publikum vor Begeisterung. Im Heftersaal wurde dies bei der Premiere der Komödie »Der Verdrussvetter« deutlich. Wieder einmal bewies die Grassauer Bauernbühne mit der Wahl des Theaterstücks von Klaus Kern ein sehr gutes Händchen und durfte sich ordentlich feiern lassen.


Als klassisches Bauerntheaterstück kann die Komödie bezeichnet werden, schließlich waren alle Elemente, die für ein interessantes und turbulentes Stück relevant sind, vereint. Auch das überraschende Happy End blieb nicht aus. Als Hauptakteure standen Hans Hofmann als Vitus Brunnlechner und Bauer sowie Bert Küfner als Altknecht Lenz auf der Bühne und begeisterten durch ihre Art. Die beiden hausen seit langem alleine auf dem Hof.

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Fanny alias Renate Halbmayer, bekannt als Dorfschmuserin, besucht die Herren-WG und möchte den verwitweten Vitus unter die Haube bringen, zumal auch der Hof eine weibliche Hand durchaus vertragen würde. Lenz hingegen befindet sich im Krieg mit seiner Cousine Stasi Dimmer (Hanna Küfner), die nicht nur ihren Mann Quirin (Klaus Kirchleitner), sondern auch die Tochter Maria (Gabi Schönfelder) herumkommandiert. Ihrem Vetter Lenz, der Gerüchten zufolge den Hof gekauft hat und schwerkrank ist, kann es die herrische Großbäuerin nicht recht machen. In Hoffnung auf das Erbe umgarnt sie ihren Cousin. Interessant wird es, als zudem plötzlich Eva (Theresa Strehhuber) direkt vor dem Bauernhof einen Autounfall hat und im Hause Brunnlechner für die Zeit der Reparatur Obdach erhält. Dass dieser Aufenthalt länger als erwartet ausfällt, dafür sorgt Ferdl (Seppi Riedmaier) als sehr aufmerksamer und verliebter Automechaniker. Schließlich herrscht im Hause Brunnlechner große Betriebsamkeit. Neben der gierigen Verwandtschaft des Knechts, der jungen Eva, kommt zudem noch die Schmuserin mit Angerl (Andrea Hagl) einer heiratslustigen Witwe ins Haus. Und dieser bringt den Lenz ganz schön aus dem Konzept. Das Stück nimmt dann eine überraschende Wende. Neue Beziehungen werden geknüpft und letztlich erhält jeder was er verdient. Mehr wird jedoch nicht verraten. Es darf aber wieder herzlich gelacht werden.

Als Regisseur gelang es Theo Steininger seine neun Darsteller perfekt zu leiten. Bert Küfner begeisterte als Lausbub in betagtem Alter und Hans Hofmann als kluger und zurückhaltender Bauer. Renate Halbmayer brillierte in der Rolle der Schmuserin und Hanna Küfner zeigte sich als resolutes Familienoberhaupt. Klaus Kirchleitner ändert perfekt seine Persönlichkeit vom unterdrückten zum dominanten Ehemann, während Theresa Strehhuber den Männern den Kopf verdreht. Gabi Schönfelder bleibt ihrer Rolle als schüchterne Tochter treu und Andrea Hagl, als heiratslustige Witwe lehrt dem Lenz das Fürchten. Seine persönliche Premiere meisterte Seppi Riedmaier, der Neuzugang der Grassauer Bauernbühne mit Bravour. Wie auch den anderen Akteuren, konnte man ihm keinerlei Lampenfieber anmerken. Im Hintergrund wirkten als Souffleuse Monika Noichl und als »Maske« Greti Strehhuber mit. Für das schöne Bühnenbild sind Günther Schmuck und Bert Küfner verantwortlich.

Noch weitere vier Mal wird »Der Verdrussvetter« um 20  Uhr im Grassauer Heftersaal zu sehen sein: am 14. Januar, 20.   und 21. Januar sowie letztmalig am 29. Januar. In der Sommersaison wird dieses Stück nicht aufgeführt. tb