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Gelebtes Brauchtum von seiner schönsten Seite

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Ein farbenprächtiger Anblick war nicht nur der Schwertertanz, sondern vor allem auch die Pferdewallfahrt mit über 400 Pferden. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Prachtvoller Anblick: Über 400 festlich geschmückte Pferde sind beim traditionellen Georgiritt am Ostermontag durch Traunstein gezogen. Tausende Besucher aus Nah und Fern säumten während der Pferdewallfahrt die Straßen. Zum Jubiläum des Traunsteiner Georgivereins – er feierte gestern sein 125-jähriges Bestehen – kam auch Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München und Freising.


Für die einen sind es das Bekenntnis zum christlichen Glauben und die Freude am Bewahren von Brauchtum. Andere sehen im Georgiritt einfach den schönsten Feiertag im Chiemgau, fest verwurzelt in der Stadt Traunstein. Und alle zusammen kamen bei der Traditionsveranstaltung und dem Schwertertanz am Ostermontag wieder voll auf ihre Kosten.

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Weit über die Grenzen Traunsteins hinaus ist der Georgiritt bekannt, und er ist die wohl größte Pferdewallfahrt Bayerns. Ausrichter der Veranstaltung sind traditionell der St.-Georgs-Verein, die Stadt Traunstein und die Pfarrei St. Oswald. Sonnenschein und weiß-blauer Himmel begleiteten gestern den Umritt und den Schwertertanz, der traditionell zum Anfang und Schluss zu sehen ist.

Festgottesdienst mit Kardinal Reinhard Marx

Hohen geistlichen Besuch gab es bereits um 9 Uhr im Ettendorfer Kircherl: Kardinal Reinhard Marx zelebrierte dort einen Festgottesdienst und segnete im Anschluss die Rösser, die auf ihrem Weg vom Traunsteiner Stadtplatz hinauf nach Ettendorf das Kircherl umrundeten. Bei der Messe weihte Marx außerdem einen neuen Altar ein (Bericht folgt).

Auf dem Traunsteiner Stadtplatz waren pünktlich um 9.30 Uhr die Fanfarenbläser, Trommler und Pfeifer sowie die Landsknechte eingezogen. Die Traunsteiner Stadtmusik sorgte für gute Stimmung und musikalische Unterhaltung. Vom Stadtplatz aus ging es dann nach dem Spielen und Singen der Bayernhymne los mit dem Schwertertanz, dessen Wurzeln bis in das Jahr 1530 zurückreichen und der den Sieg des Frühlings über den Winter symbolisiert.

Alles funktionierte reibungslos

Nach dem Schwertertanz erhob der Herold auf dem Stadtplatz seinen Stab und gab unter dem Geläut der Kirchenglocken von St. Oswald das Zeichen zum Aufbruch nach Ettendorf: für die vier Züge mit ihren festlich geschmückten Pferden und Kutschen, die historischen Gruppen und die Musikkapellen.

Jahrelang erfahren und geübt, funktionierte alles bestens beim Georgiritt, auch wenn dem einen oder anderen Vierbeiner die Nervosität angesichts der viele Menschen anzumerken war. Die Reiter und deren Begleitpersonen hatten einzelne schwierige Situationen schnell im Griff. Polizei und Rettungskräfte standen an allen wichtigen Orten bereit, mussten aber nicht eingreifen.

Die Frauen des St.-Georgs-Vereins bewirtschafteten die Besucher wieder im Café St. Georg im Traunsteiner Rathaus. Mit dem Erlös finanziert der Traditionsverein unter anderem Bekleidung, Pferdegeschirre und Ausrüstungsgegenstände. awi