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Gegenwind für Änderung

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Unterwössen. Zwei Bauangelegenheiten hat der Unterwössner Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung durchgewunken, die dritte ist zurückgestellt. Heftigen Gegenwind gab es für einen Planentwurf für eine Änderung des Bebauungsplanes »Am Flugplatz«. Ziel eines dortigen Grundeigentümers ist es, Grünland auf einem 500 Quadratmeter großen Teilstück seiner Parzelle in ein Baurecht für ein Einfamilienhaus mit angebauter Garage umzuwidmen. Er begründete dies mit dringendem Einheimischenbedarf seines Erbens und dessen Familie.


Das Grundstück ist im derzeitigen Bebauungsplan als private, für das Ortsbild bedeutsame Grünfläche festgesetzt. Es grenzt an ein allgemeines Wohngebiet. Die Grundstücksfläche sollte eine ungestörte Übergangszone zwischen dem Feuchtgebiet am dortigen Damm und dem ländlichen Siedlungsgebiet schaffen. Nachbarunterschriften hat der Eigentümer bisher nicht eingeholt, zwei Einsprüche aus der Nachbarschaft liegen der Gemeinde bereits vor. Das Grundstück liegt im Bereich der gerade laufenden Altlastenuntersuchung.

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Warnung, einen Präzedenzfall zu schaffen

Während Simon Ager (CSU) dem Vorhaben etwas abgewinnen konnte, weil auch die Wohnbebauung dort bis dicht an das Biotop reiche, warnte Anton Greimel (FWG). Aus seiner Sicht gefährde das Vorhaben die Zufahrt für Hochwasserschutzfahrzeuge an den dortigen Damm. Energisch widersprach Thomas Beilhack (SPD) dem Vorhaben. Er griff Bedenken der Sitzungsvorlage auf und warnte nachdrücklich, einen Präzedenzfall zu schaffen. Es könne nicht angehen, dass ein Beispiel Schule mache, in dem ein Käufer ausgewiesenes Grünland zu günstigsten Preisen kaufe, um es danach mit dem Argument dringenden Einheimischenbedarfes zu Bauland zu machen. Claudia Schweinöster (UWW) betonte noch einmal die Verwaltungsbedenken, dass eine Genehmigung keinesfalls vor Abschluss der Altlastenuntersuchung erteilt werden dürfe.

Der Gemeinderat schloss sich einstimmig dem Verwaltungsvorschlag an. Danach bestehen grundsätzliche Bedenken gegen die Ausweisung eines zusätzlichen Baurechts. Die endgültige Entscheidung wurde zurückgestellt, bis die Altlastenuntersuchung abgeschlossen ist.

Reibungslos ging dagegen ein Vorhaben am Zeilacker durch, eine Doppelhaushälfte geringfügig zu erweitern. Die Nachbarin stimmt dem Vorhaben zwar grundsätzlich zu, möchte aber sachfremde Punkte zugleich geklärt wissen. Der Gemeinderat stellte darauf einstimmig die Zustimmung für ein entsprechendes Genehmigungsverfahren in Aussicht und riet, im Vorfeld eine Einigung anzustreben.

Neubau von Stellplätzen: Zustimmung signalisiert

Ebenso ging ein Vorhaben zum Neubau dreier überdachter Stellplätze im Bereich des Unterwössner Rathauses durch. Ein Nachbar hatte zwar mit einem Einspruch die Abstandsflächen moniert. Weil das Bauwerk aber nur eine seitliche Wandhöhe von drei Metern haben soll, entspricht das Vorhaben aus Sicht der Verwaltung den Vorschriften. Der Grund liegt außerhalb eines Bebauungsplanes, grenzt dabei an ein allgemeines Wohngebiet an. Dessen Bebauungsplan muss ohnehin geändert werden, und der Gemeinderat stellte in diesem Zug seine Zustimmung für eine entsprechende Bebauungsplanänderung in Aussicht.

Im nicht-öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung haben die Gemeinderäte dem Tiefbauunternehmen Swietelsky einen weiteren Auftrag erteilt. Im Bereich des Gebirgsschützenheims soll der Streichenweg aufgeweitet und mit zwei Zufahrten versehen werden. Diese Maßnahme bot sich an, da das Unternehmen in nächster Zeit ohnehin den Streichenweg vom Flugplatz-Kiosk bis zum Steinbruch saniert (wir berichteten). Der Auftrag hat ein Volumen von rund 19 000 Euro. lukk