Gegen Umwidmung zu Ferienwohnung

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Der Werbeslogan »Leben, wo andere Urlaub machen«, trifft auch auf Seebruck zu. Nach Auffassung der Freien Wähler Seebruck sollte der einheimische Wohnungsmarkt aber nicht unter der Umwidmung von Wohnungen in Ferienwohnungen leiden. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – »Leben, wo andere Urlaub machen« – das trifft auch auf Seebruck zu. Aber in dem Tourismusort ist es um den Wohnungsmarkt für Einheimische schlecht bestellt. Um ein Zeichen zu setzen, hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung im Truchtlachinger Bürgersaal dafür ausgesprochen, künftig ein Auge darauf zu haben, dass Wohnraum keiner anderen Nutzung zugeführt wird. Ein erstes Signal setzte das Gremium mit der Verweigerung des gemeindlichen Einvernehmens für die Umwidmung einer Eigentums- in eine Ferienwohnung.


Ursprünglich sollte der auf dem Verwaltungsweg von der Gemeinde abgesegnete Antrag der Fast Energy GmbH in Dingolfing für die Nutzungsänderung der Eigentumswohnung an der Haushoferstraße in der Gemeinderatssitzung nur bekannt gegeben werden. Die Verwaltung hatte dem Antrag aus touristischer Sicht stattgegeben, zumal Ferienwohnungen grundsätzlich begrüßt und dort ausnahmsweise auch zulässig sind.

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Die Freie Wählergemeinschaft meinte aber, dass aufgrund der Bedeutung des Vorhabens der Gemeinderat entscheiden sollte und reichte einen Antrag ein mit der Bitte, das gemeindliche Einvernehmen nicht zu erteilen. Die FW-Fraktion befürchtete, dass durch eine Umnutzung die Wohnung dem Wohnungsmarkt vollständig entzogen würde.

Die Wohnung ist in einem Wohnhaus in Seebruck mit drei Parteien – nach Erkenntnissen der FW-Fraktion alle drei als Erstwohnsitz genutzt. Die Wohnung im ersten Stock soll nun an den Antragsteller verkauft worden sein. Dabei handle es sich um eine große Drei-Zimmer-Wohnung und damit um wertvollen Wohnraum für den Ort, erklärte Fraktionssprecherin und dritte Bürgermeisterin Dr. Christine Kosanovic in dem Antrag.

Wenn die Bewohner ausziehen, lasse sich sicher problemlos ein neuer, dauerhafter Mieter finden. Denn viele Familien würden händeringend Wohnraum im Gemeindegebiet suchen, auch zur Miete und in dieser Größe. »Uns geht es darum, ein Zeichen für den örtlichen Wohnungsmarkt zu setzen. Natürlich kann der neue Eigentümer die Wohnung für sich selbst nutzen wie er will, auch für sich selbst als Wohnraum. Das ist ja klar«, so Kosanovic. Öffne die Gemeinde auch bei bestehenden Wohnungen immer mehr die Tür zur anderweitigen Nutzung, dann werde das Angebot aber leider immer rarer und rarer.

Aus Sicht der FW liege hier kein Fall vor, bei dem beispielsweise ein Einheimischer zur Querfinanzierung seines Eigenheims oder zum Aufbau eines echten beruflichen Standbeins eine Ferienwohnung betreiben möchte. »Das wäre dann selbstverständlich anders gelagert«, betonte Kosanovic. Vielmehr habe hier eine auswärtige GmbH die Räume in einem reinen Wohngebiet als Wohnung erworben. Der neue Eigentümer könne hier problemlos als Vermieter agieren und damit auch Einnahmen erzielen. Bei einer Umwidmung sei jedoch zu befürchten, dass dauerhaft die Wohnung weder als Wohnraum noch als echte, touristische Ferienwohnung genutzt werde und damit jeglicher Nutzen für die Gemeinde entfalle.

Eine Nutzung als gelegentliche Ferienwohnung, die zugleich wieder einen längeren Leerstand mit sich bringe, sei keinesfalls sinnvoll. »Wichtiger und hochwertiger Wohnraum sollte unserer Ansicht nach nicht ohne Not oder schlüssige Begründung aus dem ohnehin schon sehr begrenzten Angebot herausgenommen werden.«

Der Sprecher der Grünen, Toni Mayer, begrüßte den Antrag der FW. Auch er forderte, endlich ein Zeichen zu setzen – denn: »Die Wohnungssuchenden stehen schon Schlange.« Gegen die Stimme von Sepp Daxenberger (CSU) wurde der Antrag abgesegnet, das gemeindliche Einvernehmen für eine Umnutzung der Wohnung in eine Ferienwohnung nicht zu erteilen. Die Stellungnahme mit der Begründung, dass der Gemeinde Wohnraum wichtiger erscheint, wird jetzt an das Landratsamt Traunstein weiter geleitet. ga

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