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Gegen Komasäufer und Randalierer am Stadtplatz

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Traunstein. Mit einem geänderten Veranstaltungskonzept des »Veitsdance« auf dem Stadtplatz nach dem Traunsteiner Faschingszug will man im kommenden Jahr erreichen, dass es Auswüchse wie im letzten Fasching nicht mehr gibt.


Dabei ziehen Stadträte und Stadtverwaltung an einem Strang mit den Veranstaltern, der Veitsgroma Zunft. Deren Bemühen, den unhaltbaren Zuständen abzuhelfen, würdigten die Mitglieder des Hauptausschusses in ihrer letzten Sitzung ausdrücklich.

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Probleme nur im Umfeld

Mehrfach wurde betont, dass der »Veitsdance« nicht das eigentliche Problem sei, sondern die Vorkommnisse im Umfeld – ähnlich, wie das seit einigen Jahren auch zunehmend beim Traunsteiner Frühlingsfest zu beobachten ist: Gruppen betrunkener Menschen, darunter sehr viele Jugendliche, rund um das Veranstaltungszelt machen den Tag, an dem der Traunsteiner Faschingszug mit der anschließenden Party am Stadtplatz stattfindet, für die Anwohner zum Albtraum. Viele Faschingsgeher verrichten ihre Notdurft in Hausgängen, pinkeln in Briefkästen, zerschmettern Flaschen an Hauswänden und Schaufensterscheiben. Dabei sind die Anwohner am Stadtplatz vom Musiklärm, der aus dem Zelt schallt, eigentlich schon gestraft genug – und das bis Mitternacht.

»Veitsdance« auch 2015

Nach ausgiebiger Diskussion war der Hauptausschuss des Stadtrates einstimmig der Ansicht, dass man gegen die Durchführung des »Veitsdance« grundsätzlich keine Bedenken hat. Allerdings beauftragte das Gremium die Verwaltung, mit den Veranstaltern Gespräche über ein neues Konzept zu führen. Unter anderem soll geprüft werden, ob ein anderer Veranstaltungsort gewählt werden kann (Festplatz?) und ob man die Party schon um 22 Uhr statt um Mitternacht beendet. Das Programm und das Beschallungskonzept sollen überdacht werden. Dabei wäre es denkbar, die Musik und anderen Gruppen, die am Faschingszug teilnehmen, im Festzelt auftreten zu lassen.

Geprüft werden soll auch, ob am Stadtplatz und in seinem Umfeld während der Veranstaltung ein Alkoholverbot erlassen werden kann. Oberbürgermeister Manfred Kösterke machte jedoch klar, dass die Chancen hierfür rechtlich auf sehr wackeligen Beinen stehen. Ausdrücklich würdigte der Ausschuss, dass die Veranstalter bemüht sind, gemeinsam mit der Stadt nach konstruktiven Lösungen zu suchen.

Vorglühen und Komasaufen

Gabi Hartkopf vom Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Traunstein hatte eingangs die Hauptkritikpunkte dargelegt, die nach der letzten Veranstaltung am Faschingssamstag vorgebracht wurden. Es war nicht in erster Linie die Party, die Kritik auslöste, sondern es seien die Begleiterscheinungen im Umfeld gewesen. Zur gleichen Zeit fanden drei Veranstaltungen in Lokalen in unmittelbarer Nähe statt, deren Besucher mehrfach die Örtlichkeiten wechselten. Gruppen von Menschen hatten sich auf den Gehsteigen zum »Vorglühen« und »Komasaufen« versammelt. Die Anlieger hätten sich vollkommen zu Recht beschwert.

20 Polizisten im Einsatz

Der Oberbürgermeister betonte, die Sicherheitsbehörden hätten keinerlei Beschwerden hinsichtlich des Faschingszuges und der Party gehabt. »Die Veranstalter machen da gute Arbeit.« Berichtet wurde, dass bis zu 20 Polizeikräfte im Einsatz waren.

Waltraud Wiesholler-Niederlöhner sagte, sie sei um 19 Uhr am Stadtplatz gewesen und es habe sie überrascht, wie viele Betrunkene bereits um diese Zeit herumgelungert seien. Vor allem außerhalb des Zeltes mit mitgebrachten Getränken hätten viele »gescheit gedudelt«. Sie brachte ein Alkoholverbot ins Spiel. Das, so Gabi Hartkopf, sei aber nicht im Sinne der Veranstalter, denn der Getränkeverkauf sei ihre Haupteinnahmequelle. Dann könnten sie womöglich auch den Faschingszug nicht mehr organisieren.

Anderes Musikprogramm

Christa Fuchs schlug vor, im Zelt die Kapellen spielen zu lassen, die auch beim Faschingszug auftreten. Das würde vielleicht auch ein anderes Publikum anlocken. Ernst Haider plädierte, auch die Toilettensituation zu verbessern und ergänzte, das Problem mit den Sachbeschädigungen in der Stadt habe man nicht nur am Faschingssamstag, sondern das ganze Jahr über. Wie alle anderen Ausschussmitglieder plädierte er dafür, den Veitsgroma eine Chance zu geben und sie ihre Faschingsparty unter veränderten Bedingungen durchführen zu lassen.

Festplatz als Alternative

Thomas Stadler brachte den Festplatz als alternativen Veranstaltungsort ins Gespräch. Unter anderem hieß es dazu, das Problem würde dann nur auf die dortigen Anwohner verlagert und der Zugweg des Faschingszuges müsste auch geändert werden.

Es wird also voraussichtlich auch im kommenden Jahr wieder einen »Veitsdance« am Stadtplatz geben. Und alle Verantwortlichen wünschen sich, dass die richtigen Maßnahmen getroffen werden, um Auswüchse wie zuletzt in engen Grenzen zu halten. -K.O.-