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Gegen die Angst und das Vergessen

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Die Fahnenabordnungen der Wonneberger Ortsvereine senkten vor dem Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Gefallenen, Toten und Vermissten ihre Standarten. (Foto: Aßmann)

Wonneberg – Mit einem Kirchenzug, angeführt von der Blaskapelle St. Leonhard und den Fahnenabordnungen, einem Gottesdienst sowie der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal begingen die Wonneberger Vereine würdevoll ihren Jahrtag. Die Veranstaltung stand unter dem Eindruck der Terroranschläge in Frankreich.


»Ausgerechnet heute ist das Thema besonders nahe. Wir gedenken der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt und sind bei den Betroffenen von Paris und ihren Angehörigen«, betonte Gemeindereferent Martin Riedl. In einer Schweigeminute gedachte man der Toten und Verletzten der Attentate.

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In seiner Predigt appellierte Riedl, keine Angst zu haben – weder vor den Flüchtlingsströmen, noch vor dem Islam. Vielmehr sollten sich die Menschen fragen, was ihr persönlicher Glaube sei. »Kommt raus aus euren katholischen Mauselöchern und traut euch, katholisch zu sein«, forderte Riedl die Gläubigen auf. »Wenn wir uns auf unsere christlichen Wurzeln besinnen, auf das, was uns stark macht, unseren eigenen Glauben leben und beherzter zu ihm stehen, müssen wir keine Angst haben.«

Riedl sagte, er habe Achtung vor den Sorgen der Menschen. »Es sollte aber darum gehen, die eigenen Glaubensschätze neu zu entdecken, als im Dreck der Anderen herumzukramen und Angst und Schrecken zu verbreiten«, bekräftigte er.

»Treten wir für den Frieden ein«

Am Kriegerdenkmal an der Wallfahrtskirche gedachte man der Gefallenen, Vermissten und Toten der beiden Weltkriege, der Opfer von Terror, Willkür und Gewalt – in Vergangenheit und Gegenwart. »Treten wir für den Frieden ein; in uns, in unserer näheren Umgebung und überall in der Welt«, appellierte Martin Riedl.

Für die Gemeinde legte Bürgermeister Martin Fenninger einen Kranz nieder. »Wir erinnern uns heute an die verstorbenen Vereinsmitglieder der Leada Ortsvereine, die oft über Jahrzehnte unsere Dorfgemeinschaft getragen und gepflegt haben und damit einen wichtigen Beitrag zu einem guten Zusammenleben geleistet haben.«

Die Millionen Toten beider Weltkriege und die Opfer von Gewalt und Verbrechen nach 1945 müssten immer wieder Ansporn sein, sich für eine friedliche und gerechte Welt einzusetzen, appellierte Fenninger. »70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs fällt es besonders den Jüngeren unter uns schwer, die Bedeutung eines Volkstrauertags zu begreifen«, sagte der Bürgermeister. Der Zweite Weltkrieg sei weit weg, der ersehnte Weltfriede aber bisher nicht eingekehrt. Vielmehr sei Krieg in aller Welt die traurige Realität und immer noch keine Sache der Vergangenheit.

»Erinnern heißt auch Abschreckung, dass so etwas nicht mehr passiert und dass man sich immer für den Frieden einsetzt. Es soll immer wieder für uns Warnung sein«, sagte Fenninger. Frieden, Freiheit und die Achtung der Menschenrechte seien keine Selbstverständlichkeit; sie müssten ständig neu errungen und bewahrt werden.

Im Namen des VdK-Ortsverbands Surberg-Wonneberg und der Wonneberger Ortsvereine legten Altbürgermeister Sepp Mayr und Feuerwehrvorstand Josef Eder Kränze nieder. mia

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