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Gefragter Ratgeber in Sachen Garten und Natur

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Hubert Ainerdinger wurde gestern 85 Jahre alt. Ebenso wäre gestern sein 53. Hochzeitstag gewesen.

Teisendorf – Sein Herz gehört dem Gartenbau und der Natur: Hubert Ainerdinger, der am gestrigen Dienstag 85 Jahre alt geworden ist, ist bei gartlerischen und auch bei umweltpolitischen Fragen immer noch ein gefragter Ratgeber.


Am 25. August 1930 im Forsthaus Ziegelhütte bei Regensburg geboren, (sein Vater war dort als Förster beschäftigt), wuchs Hubert Ainerdinger praktisch mitten in der Natur auf. So war es auch nicht verwunderlich, dass der junge Hubert in die Fußstapfen seines Vaters trat und nach Abschluss der Mittleren Reife auch die Forstschule in Lohr am Main absolvierte. Bei der weiteren Ausbildung zum Förster durchlief er verschiedene Forstdienststellen. Da sein Vater bereits 1949 in Thumberg bei Oberteisendorf ein Haus gebaut hatte und Hubert Ainerdinger nach dem Tod seines Vaters ab 1950 hier wohnte, bewarb er sich um eine Stelle am damaligen Teisendorfer Forstamt und trat diese auch 1955 als Inspektor an. Am 25. August 1962 heiratete er seine Frau Charlotte, die leider vor wenigen Monaten verstorben ist.

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1963 wechselte Ainerdinger in den Dienst der damaligen Landesanstalt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht und übernahm das Referat »Nachwachsende Rohstoffe – schnellwachsende Baumarten« für ganz Bayern. Schwerpunkt seiner Aufgaben bis zu seiner Pensionierung waren dabei der Aufbau und die Betreuung von rund 100 Hektar Versuchsflächen für Pappel, Aspe und Baumweide in ganz Bayern. Von 1979 bis 1999 war er Leiter des Arbeitskreises »Schnellwachsende Baumarten in Bayern«, den er mitbegründete.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit widmete sich Hubert Ainerdinger auch dem Gartenbau und so übernahm er im Februar 1969 den Vorsitz beim Obst- und Gartenbauverein Oberteisendorf. Dieses Amt hatte er bis 2008 inne. Für seine Verdienste um den Verein wurde er im gleichen Jahr zu dessen Ehrenvorstand gewählt.

Aufgrund seiner Kenntnisse und seiner Begeisterung für den Gartenbau wurde er 1979 zum 2. Vorsitzenden im Kreisverband des Vereins für Obstbau, Garten- und Landschaftspflege und 1986 zu dessen 1. Vorsitzenden gewählt. 2008 wurde er von Anderl Lexhaller abgelöst und auch hier zum Ehrenvorsitzenden des Kreisverbands gewählt. Noch heute gibt er sein Wissen gerne in Fachbeiträgen in den verschiedenen Zeitungen weiter, hilft noch bei Veranstaltungen des Gartenbauvereins mit und ist immer ein gefragter Gartenratgeber.

Aber auch politisch hat sich Hubert Ainerdinger immer als »Unabhängiger« engagiert. Nach dem Tode von Bürgermeister Franz Klauser wurde er im Jahre 1971 zum 1. Bürgermeister von Oberteisendorf gewählt. Als 1978 Oberteisendorf durch die Gebietsreform nach Teisendorf eingemeindet wurde, vertrat Hubert Ainerdinger noch bis 2002 im dortigen Gemeinderat die Oberteisendorfer Interessen. Von 1978 bis 2002 gehörte er auch dem Kreistag Berchtesgadener Land an und von 1984 bis 1999 war er Mitglied im Naturschutzbeirat im Landratsamt.

In seine Zeit als Oberteisendorfer Bürgermeister fiel 1972 die kleine Gebietsreform mit der Zusammenlegung der ehemals eigenständigen Gemeinde Rückstetten mit Oberteisendorf. Zahlreiche ortsplanerische Aufgaben mussten gelöst werden. Durch seinen Weitblick und seine Entscheidungsfreudigkeit konnten die Turnhalle und der Kindergarten in Oberteisendorf verwirklicht und das »Bäckerhaus« zu einem Haus des Gastes umgewandelt werden, ebenso wurden zahlreiche Straßen im Rückstettener Bereich gebaut bzw. saniert. Bei all diesen Aufgaben lag ihm die naturnahe Ortsgestaltung von Oberteisendorf immer sehr am Herzen.

Bei einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Oberteisendorf wurde der im Mai verstorbenen Charlotte Ainerdinger (sie hätten gestern Hochzeitstag gehabt) gedacht. Dabei schilderte Pfarrer Anton Parzinger in sehr eindrucksvollen Worten die innige Verbundenheit von Hubert Ainerdinger mit seiner Frau.

Hubert Ainerdinger hatte alle Freunde zu einem Weißwurstfrühstück ins Gasthaus Hofwirt eingeladen. Er selbst konnte aber nicht dabei sein, da er einen Tag vorher ins Krankenhaus musste. Er wollte aber unbedingt, dass gemütlich gefeiert wird, was dann auch geschah. Hier würdigte Altbürgermeister Franz Schießl die Verdienste von Hubert Ainerdinger, der als Bürgermeister für Oberteisendorf und später als Gemeinde- und Kreisrat in Teisendorf sehr viel geleistet hat.

Kreisfachberater Markus Putzhammer sprach sicher allen Gartlern aus dem Herzen, als er sich bei Hubert Ainerdinger für sein großes gärtnerisches Engagement bedankte. Zusammen mit seiner Frau habe er sich immer wieder für andere engagiert und sein großes Wissen gerne an andere weitergegeben.

Zweiter Bürgermeister Norbert Schader besuchte Hubert Ainerdinger im Krankenhaus und überbrachte   ihm dort die  Glück- und besten Genesungswünsche der Marktgemeinde Teisendorf. Mit einem gemeinsamen Glückwunschschreiben und den besten Genesungswünschen schlossen sich die Gratulanten an. Da der Jubilar keine Geschenke für sich selbst wollte, ging das in einem Körbchen gesammelte Geld an die Lebenshilfe Oberteisendorf. wh