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Gefährdet der Bau eines Wohnhauses den Gaststättenbetrieb?

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Zur neuen Tiefgarage beim Hotel zur Post gab es keine Diskussion, aber zum geplanten Wohnhaus auf der Tiefgarage gab es viele Fragen. Anhand eines Plans wurden einige Details angesprochen und geklärt. (Foto: Wegscheider)

Inzell – Kann der Bau eines Wohnhauses dazu führen, dass ein Gaststättenbetrieb nicht genehmigt wird? Über diese Frage diskutierten die Inzeller Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Hintergrund war der Bauantrag von Franz Scheurl für ein Wohnhaus auf der Tiefgarage im Bereich des Hotels zur Post in der Ortsmitte von Inzell.


Scheurl plant den Bau eines mehrstöckigen Wohnhauses neben dem Hotel über der Tiefgarage auf einer Grundfläche von rund 300 Quadratmatern. Er stellte einen Bauantrag für ein dreigeschossiges Haus mit Galerie im Dachstuhl und sechs Wohnungen. Die Gebäudehöhe ist mit 13,30 Metern etwas niedriger als das Hotel zur Post.

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Planungsrechtlich liegt das Bauvorhaben nach Angaben der Verwaltung in einem im Zusammenhang bebauten Ortskern ohne Bebauungsplan und ist demnach nach Paragraf 34 des Bau-Gesetzbuches zu behandeln. Danach müssen das Einfügegebot nach Art und Maß der baulichen Nutzung eingehalten werden und die Erschließung gesichert sein. Diese Anforderungen würden erfüllt. Somit sei das Vorhaben bauplanungsrechtlich zulässig, hieß es. Nachbarliche Einwände seien der Gemeinde nicht bekannt. Das Bauvorhaben soll unter der Postadresse Reichenhaller Straße 4 weitergeführt werden.

Nach Vorstellung des Bauantrags anhand eines Plans fragten sich einige Gemeinderäte, ob sich die Gastronomie mit dem Wohnhaus verträgt? Sie wollten die Hotel-Planung nicht gefährdet sehen. Wichtig ist offenbar die Reihenfolge, was wann gebaut wird und auch, dass ein Gesamtkonzept erkennbar sein muss. »Eigentlich sollte man nachdenklich werden, wenn jetzt ein neues Wohnhaus entsteht. Zudem ist die Optik nicht ganz akzeptabel«, lautete ein Einwand. Gerade in exponierter Lage wie dieser solle eine gewisse ortsplanerische Lage erkennbar sein und kein Klotz hingestellt werden. Einhellig war der Gemeinderat der Meinung, dass man in Inzell auf eine Gastronomie (schönes Gasthaus) in der Ortsmitte wartet.

Bürgermeister Hans Egger stellte klar, dass das Wohnhaus keineswegs hinderlich für den Gaststättenbetrieb sein müsse. So sei keine Veränderungssperre festgelegt. Nach dem Einfügegebot müsse sich das Haus einfügen. Die Gemeinde habe dahingegen keine Möglichkeit, einzugreifen. Nach längerer Diskussion stimmten alle Gemeinderäte für den Bauantrag von Franz Scheurl. Das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag wurde hergestellt.

Auf der Rechtsgrundlage des Abmarkungsgesetzes wurde die Zahl der Feldgeschworenen erhöht. In jeder Gemeinde sind vier bis sieben Feldgeschworene zu bestellen. Der Gemeinderat bestimmt diese Zahl. Am 8. Februar 1963 hat der Gemeinderat Inzell die auf sechs festgelegt. Wegen der umfangreichen Arbeiten sollte sie nun auf sieben erhöht werden. Bei einer Versammlung der Feldgeschworenen am 28. April im Rathaus haben sich Gottfried Graf und Valentin Holzner bereit erklärt, das Amt zu übernehmen. Die bisherigen Feldgeschworenen sind Robert Birnbacher (Obmann), Günther Schuhbeck (stellvertretender Obmann), Matthias Eicher sen., Johann Schwaiger und Michael Maier.

Für die Gemeinderäte gab es nichts gegen zwei neue Feldgeschworene einzuwenden. Deshalb wurde ihre Zahl einstimmig auf sieben erhöht. Als neue Feldgeschworene werden Gottfried Graf und Valentin Holzner bestellt. hw