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Gedruckt und digital gewünscht

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Teisendorf – Eine Grundsatzdebatte, ob eine gedruckte Broschüre junge Leute heute noch erreicht, ergab sich im Gemeinderat Teisendorf zum Antrag von Jugendreferentin Anita Niederstraßer (FWG). Sie regte die Einführung eines »Ausbildungsführers« an. Der Tenor war am Ende eine Mischform zwischen gedruckten und digitalen Informationen. Das Thema soll vom Wirtschafts- und Entwicklungsausschuss unter Einbeziehung der Schule und des Wirtschaftskreises Teisendorf ausgearbeitet und dann dem Gemeinderat nochmal vorgelegt werden.


Der Führer soll den Jugendlichen nach Niederstraßers Vorstellung bessere Informationen über Betriebe und Ausbildungsberufe im Gemeindegebiet geben. Zugleich soll er für Betriebe eine Hilfe sein, die Ausbildungsberufe in ihrem Unternehmen zu bewerben.

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Bürgermeister schlug drei Varianten vor

Wie Bürgermeister Thomas Gasser einleitend erklärte, ist die Erstellung eines Ausbildungsführers nach Auffassung der Verwaltung nicht deren Aufgabe. Um den Antrag umzusetzen, schlug der drei Varianten vor. Erstens: Die Verwaltung erstellt mit dem Wirtschaftskreis einen Ausbildungsführer. Bei 60 bis 80 Firmen, die infrage kommen, geht das Rathaus von mindestens 80 Stunden Arbeit aus. Die Druckkosten werden bei einer 16-seitigen Broschüre und 1000 Stück auf rund 1000 Euro geschätzt. Bei im Schnitt 100 bis 140 Schulabgängern reiche jedoch eine geringere Anzahl aus. Um aktuell zu bleiben, müsse der Führer jedes Jahr neu erstellt und gedruckt werden.

Zweites regte Gasser an, auf der Gemeinde-Homepage den Link zum Internet-Ausbildungsatlas der Wirtschaftsförderungsgesellschaft BGL mit den Lehrstellen im Landkreis aktiv zu bewerben. Drittens schlug er vor, dass die Gemeinde sich für 299 Euro auf einer Seite im »Ausbildungsbuch« darstellt, das für das Berchtesgadener Land erstellt werden soll.

Andrea Niederstraßer betonte, ein Ausbildungsführer sei zwar keine Pflichtaufgabe, aber die Gemeinde sei auch in der Vergangenheit darüber hinausgegangen. Es gelte, als Kommune ein Zeichen zu setzen. Das »Ausbildungsbuch« gefalle ihr von der Aufmachung her gar nicht. Die Bedeutung des Internets werde überbewertet. »Wenn ich das Schwarz auf Weiß habe, ist das was anderes.« Der Auftrag könne an ein Fachbüro vergeben und die Broschüre über Beiträge der vorgestellten Firmen und einen Gemeindezuschuss finanziert werden. Niederstraßer plädierte für ein hochwertiges DIN-A4-Heft.

Dass eine Heftform heute keinen Sinn mehr hat, meinten Andreas Neumeier (CSU), der vor allem auf persönliche Kontakte durch Praktika und das Arbeitsamt setzt, und Thomas Egger (CSU), der Schulabgängern jedoch ein Blatt mit allen wichtigen Links geben würde. Ihre Fraktionskollegen Alois Stadler und Gernot Daxer erinnerten an den großen zeitlichen Aufwand bei der Erstellung des letzten Ausbildungsführers durch die CSU in Kooperation mit der Jungen Union 1998. Georg Wetzelsperger plädierte für eine digitale Aufbereitung. Er brachte die Ideen ins Spiel, wie 1998 Ehrenamtliche einzubeziehen, das Thema an den Wirtschafts- und Entwicklungsausschuss zu delegieren und regelmäßig eine Doppelseite in der Marktrundschau mit Vorstellung von zwei bis vier Betrieben und einer aktuellen Lehrstellen-Liste zu bringen.

Räte für Einbeziehung der Schüler

Edwin Hertlein (Grüne) warb dafür, hier zu investieren, zumal die Gemeinde mit dem Tourismusbüro auch in einen Spezialbereich der Wirtschaft Geld stecke. Er hob die Probleme vieler Firmen bei der Suche nach geeigneten Lehrlingen hervor. Eine Befragung der Jugendlichen, welches Medium sie für den Führer besser finden, schlug Daxer vor; auch der Wirtschaftskreis gehöre eingebunden. Die Broschüre dürfe für die Firmen nichts kosten. Die Einbeziehung der Schüler liegt auch den SPD-Räten Hans Rauscher und Georg Quentin am Herzen. Rauscher betrachtet eine Broschüre für wirkungsvoller, vor allem, wenn sie der Bürgermeister oder ein Rathausmitarbeiter den Schulabgängern persönlich überreicht. Dies würde Gasser machen, wie er versprach. Thomas Prechtl (CSU) schlug die Sache für eine Projektarbeit an der Schule vor. vm

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