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Gedenkstelle für Sternenkinder eingerichtet

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Pfarrer Andreas Horn und der evangelische Pfarrer Rainer Maier segneten den Gedenkstein für Sternenkinder im Grassauer Friedhof im hinteren Bereich nach den Urnengräbern. (Foto: T. Eder)

Grassau. »Wir alle brauchen Orte der Trauer und des Gedenkens«, sagte Bürgermeister Rudi Jantke bei der Segnung des Gedenksteins für sogenannte Sternenkinder, also Kinder mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm, die vor, während oder nach der Geburt versterben. Auf Initiative von Sabine Waldherr wurde der Gedenkplatz von der Gemeinde Grassau zur Verfügung gestellt und auch finanziert. Gefertigt wurde der Gedenkstein von Fritz Seibold jun.


»Ist es Zufall, dass gerade in dieser Woche eine Familie das Recht, ungeborene Kinder auch unter 500 Gramm beerdigen zu dürfen, erstritten hat?«, fragte Jantke. Vor dem Gesetz werden nun auch diese Sternenkinder als Person anerkannt und dürfen beim Standesamt mit Namen eingetragen werden. Bislang war dies nicht möglich, die betroffenen Kinder durften nicht einmal bestattet werden.

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Für viele betroffene Eltern stellte dies ein großes Unrecht dar, denn das Kind war bereits mehrere Monate lang ein Teil ihres Lebens. Viele Eltern hatten bereits eine intensive Bindung zu dem kleinen Lebewesen aufgebaut. Jantke zollte Sabine Waldherr Respekt, denn sie habe bürgerschaftliches Engagement bewiesen und einen wunderbaren Ort mit Gedenkstein geschaffen. Er glaube, dass man Eltern, denen ein solches Schicksal widerfährt, einen Ort der Trauer zugestehen müsse, damit sie ihre Gedanken ordnen und ihren Verlust verarbeiten können.

Den Wunsch nach solch einem Platz habe sie, Sabine Waldherr, viele Jahre in sich getragen und sei mit ihrer Idee auf offene Ohren gestoßen. Sie dankte Bärbel Straub, die sich bei der Gestaltung mit einbrachte, wie auch dem Steinmetzmeister Fritz Seibold, der den Gedenkstein kreierte. Bewusst sei als Datum der Segnung der Tag des heiligen Felix gewählt worden, denn er sei auch der Schutzpatron der Mütter und Kinder.

Pfarrer Andreas Horn und Pfarrer Rainer Maier zelebrierten die Segnung, erinnerten an die Elia-Erzählung, in der ein Mensch an seine Grenzen stößt. Es sei besonders schlimm für Eltern, wenn die Hoffnung auf ein neues Leben zerstört werde. Für trauernde Eltern sei dieser Ort wie ein Brunnen, in dem sich Trauer, Trost, Erinnerung und Hoffnung sich vereinen, so Pfarrer Andreas Horn.

Der Chor begleitete die Zeremonie musikalisch. Im Anschluss wurden noch getöpferte Sterne verteilt und ein Faltblatt, das betroffenen Eltern helfen soll. Auf die kleinen Steine durften Betroffene auch die Namen ihrer verstorbenen Kinder schreiben. In den aus französischem Kalkstein gefertigten Gedenkstein wurden Glasfenster in Blau, Rot und Grün eingearbeitet, die symbolisch für Glaube, Liebe und Hoffnung stehen. Der Ort hat aber für die trauernden Eltern noch einen weiteren Symbolcharakter, denn sie sehen, dass sie mit ihrer Trauer nicht alleine sind, dass ihre Kinder nicht vergessen werden und dass es Familien gibt, die dieses Schicksal mit ihnen teilen. tb