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Gedenkstätte für Professor Sawallisch enthüllt

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In Dirigentenpose wurde Professor Sawallisch abgebildet. Durch seine Stiftung wirkt er auch über seinen Tod hinaus und fördert so Musikschüler. (Foto: T. Eder)

Grassau – Professor Wolfgang Sawallisch wäre sicher zufrieden mit seiner Gedenkstätte, die nun auf dem »Wolfgang-Sawallisch-Platz« vor der Musikschule enthüllt wurde. Ein Dirigentenpult aus Bronzeguss mit Relief des weltbekannten Musikers in Dirigentenpose ziert nun den Platz und erinnert an den Wohltäter und Ehrenbürger der Gemeinde. Umrahmt wurde die Feier von der mehrfach ausgezeichneten Bläsergruppe »Grass-Brass«.


»Der Markt Grassau will zeigen, dass wir in unserer Gemeinde stolz darauf sind, dem Weltbürger Wolfgang Sawallisch 50 Jahre Heimat gewesen zu sein«, sagte Bürgermeister Rudi Jantke. Sawallisch hatte 1993 zum 70. Geburtstag den Ehrenring der Gemeinde und 2003 anlässlich der Gründung der Sawallisch-Stiftung die Ehrenbürgerwürde erhalten.

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Wie Jantke erinnerte, habe sich Sawallisch die Förderung des gemeindlichen Musiklebens zur Herzensangelegenheit gemacht. Mit seiner großzügigen Unterstützung ermöglichte er nicht nur die Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie die Anschaffung von Instrumenten, sondern vermittelte die Überzeugung, dass musikalische Ausbildung dem Leben Sinn und Freude gibt.

»Wir wollen an Wolfgang Sawallisch, der 2013 im Alter von 89 Jahren verstorben ist, erinnern und gleichsam die junge Generation auf sein Wirken aufmerksam machen«, sagte Jantke. Bewusst sei deshalb der Standort an der Musikschule und der Grund- und Mittelschule gewählt worden.

Eine bessere Adresse hätte es für die Musikschule nicht geben können, sagte Kulturbeauftragter und Mitglied des Chronikkreises Fritz Seibold. Trotz vieler Weltreisen habe Sawallisch den Werdegang der Musikschule aufmerksam verfolgt. 2003 erfolgte die Stiftung, die von großer Nachhaltigkeit sei. Der Chronikkreis habe das Ehrendenkmal gestaltet. Das stilisierte Pult sei nach einem Foto aus dem Buch »Kontrapunkt« gefertigt worden.

Unter dem Relief ist das Zitat Sawallischs: »Das gemeinsame Musizieren zu Hause, im Kindergarten und Schule, in kleinen Musikgruppen und Orchestern gehört zu den aufregendsten Erlebnissen im Leben eines jungen Menschen und ist zugleich eine der lebendigsten Kulturformen in unserer Gesellschaft« zu lesen. Auf der senkrechten Fläche des Pultes sind zudem die wichtigsten Stationen Sawallischs verewigt.

Als Stiftungsratsvorsitzender und Leiter der Musikschule erklärte Wolfgang Diem, dass Sawallisch die Qualitätssicherung der pädagogischen und musikalischen Arbeit zu verdanken sei. In 14 Jahren Stiftung wurde die Instrumentalklasse gefördert, gab es Top-Konzerte und wurde die Musikkultur von der Sawallisch-Stiftung gefördert. »Das tut der Seele unserer Musikschule gut«, betonte er. Als Ehrenmal hätte er auch dem Bau eines Musiktempels zugestimmt. Doch habe die Stiftung bereits eine Villa, das Anwesen Sawallischs, geerbt, die es mit Leben zu füllen gelte.

Aus dem Privatleben des Dirigenten berichtete Gerda Hörl, die mit der Familie Sawallisch eng befreundet war. Sie habe die glanzvolle Zeit des Dirigenten auf vielen Reisen miterlebt. Sawallisch habe auch Italien gelebt. Dennoch war die Verbundenheit mit Bayern immer spürbar, und so wurde im Palazzo auch der »Bayerische Club« gegründet. Alle wussten, dass sein Haus in Grassau ihm Kraft für sein Wirken gegeben habe. Diese Geborgenheit habe ihm viel bedeutet. Nach dem Ende seines Berufslebens habe er in Grassau gelebt und endlich Zeit für Begegnungen mit den Menschen gehabt. Bewusst habe er Grassau und nicht München, wo er ebenfalls eine Wohnung besaß, als Altersruhesitz gewählt.

Vermutlich war es auch im Sinne des großen Meisters, dass das Denkmal von den Musikschülern enthüllt wurde. So wurde diese Ehre an die junge Generation abgegeben. tb