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Gedenken an Tote ist Mahnung zum Frieden

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Gedenken an die Schlacht am Steinpass von 1809: Domvikar Markus Hergenhan bei der Andacht. (Foto: Bauregger)

Mit befreundeten Gebirgsschützen- und Traditionsschützenabordnungen aus Waidring, Unken, Wals bei Salzburg, Inzell und Traunstein zogen die Bad Reichenhaller Gebirgsschützen zum Gedenkkreuz oberhalb des Steinpasses bei Melleck, um der Gefallenen der Schlacht vom 17. Oktober 1809 zu gedenken. Bayerischen Truppen, über die Berge geführt von Gebirgsschützen, kämpften damals gegen die Tiroler Freiheitskämpfer um Andreas Speckbacher.


Der künftige Kompaniepfarrer, Domvikar Markus Hergenhan rief in einer Andacht dazu auf, das Gedenken an die Gefallenen und Verstorbenen, unabhängig von jeder Religion, als ethische und moralische Verpflichtung jedes Volkes zu sehen.

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Vor herrlicher Kulisse zogen die Abordnungen unter den Klängen der Bischofswiesener Alphornbläser zum Gedenkkreuz. Nach einer Weise des Bläserquartetts der Bergschützenkapelle Anger wies Klaus Dommaschk auf den Anlass dieser Feier hin. Er würdigte zudem das »Geschenk«, zusammen mit den Kameraden aus dem Pinzgau und dem Salzburger Land, an dieser Stelle in Frieden und in kameradschaftlicher Verbundenheit auf die Vergangenheit zurückblicken zu dürfen.

Dommaschk rief die Kameraden in Tirol, Südtirol, Welschtirol und Bayern dazu auf, sich niemals mehr aufeinander hetzen zu lassen. Am besten könne dies gewährleistet werden, wenn alle versuchen, schlechte Einflüsse von den Familien fernzuhalten, fest zum christlichen Glauben stehen und ihn auch vorleben und die Traditionen und das Brauchtum der Heimat erhalten.

Domvikar Hergenhan erinnerte daran, dass vor Gott jeder Mensch gleich viel wert ist, egal welcher Volksgruppe er angehöre. Es sei eine ethische und moralische Verpflichtung jedes Volkes, der Toten zu gedenken, unabhängig von allen Religionen. Diese Einstellung sei keineswegs rückwärtsgewandt oder, wie oft behauptet, »ein alter Zopf«, sondern eine klare Botschaft für die Gegenwart und die Zukunft.

Das Gedenken, insbesondere an die Gefallenen und Vermissten der Kriege, diene immer auch als Mahnung zum Frieden. Der von Napoleon Anfang des 19. Jahrhunderts angezettelte Krieg sei eines der dunkelsten Kapitel bayerischer Geschichte. Der erste bayerische König, Max I., König von Napoleons Gnaden, sei gezwungen worden, gegen das eigene Brudervolk in Österreich und Tirol in den Krieg zu ziehen. Allein bei der Schlacht in Melleck verloren viele Tiroler ihr Leben, wurden verletzt und gefangen genommen, unter ihnen der Sohn Andreas Speckbachers, den König Max I. später in München studieren ließ.

Es sei ein Segen, dass der Hass aus den zurückliegenden Kriegen überwunden wurde und die Menschen diesseits und jenseits der ehemaligen Grenzen heute freundschaftlich verbunden sind.

Mit einem »Vater unser« und dem Schlusssegen fand die Andacht, die durch das Bläserquartett und die Alphornbläser in eine wunderbare, bodenständige Klangwolke eingebettet worden war, ihr feierliches Ende. wb