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Geburten-Boom in der Gemeinde Nußdorf

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Im Rekordtempo soll bis zum September die neue Kinderkrippe neben dem Pfarrkindergarten in Nußdorf entstehen. In den letzten Wochen wurde an der Fertigstellung des Rohbaus gearbeitet, derzeit gibt es eine witterungsbedingte Pause auf der Baustelle. (Foto: Volk)

Nußdorf. Beim Neujahrsempfang für Gemeinderat, Verwaltung und Bedienstete erinnerte Bürgermeister Hans Gnadl an die besonderen Ereignisse des vergangenen Jahres, informierte über aktuelle Themen und gab einen Ausblick auf anstehende Aufgaben und Projekte.


Der Rathauschef freute sich besonders über 24 Geburten im vorigen Jahr, so viele hätte es lange nicht mehr gegeben. Gnadl wertete dies als Zeichen, dass sich junge Familien in der Gemeinde wohlfühlen. Zugleich sei es eine Verpflichtung für die Gemeinde, für eine gute Infrastruktur zu sorgen. In diesem Zusammenhang erwähnte er den Bau der Kinderkrippe, die neben dem Pfarrkindergarten entsteht und im September fertiggestellt und eröffnet werden soll.

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Den 24 Geburten des letzten Jahres standen 20 Sterbefälle gegenüber, davon waren die Hälfte Bewohner des Alten- und Pflegeheimes. 19 Eheschließungen wurden im Standesamt verzeichnet, davon gaben sich acht Paare im Nußdorfer Rathaus das Jawort. 162 Zuzügen standen 149 Personen gegenüber, die aus der Gemeinde wegzogen.

Besonderer Höhepunkt des letzten Jahres war die Jubiläumsfeier »Nußdorf im Mittelpunkt«, mit der der 25. Jahrtag der Wiederselbständigkeit der Gemeinde begangen wurde. Das sei aller Grund zum Feiern gewesen, meinte Gnadl und würdigte alle, die sich vor einem Vierteljahrhundert für das Ausscheiden aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Chieming einsetzten und die Eigenständigkeit erreichten. Was den Nußdorfern gelungen sei, blieb vielen anderen Gemeinden verwehrt. Bei der erstmals veranstalteten Klausurtagung des Gemeinderates wurde gemeinsam erarbeitet, wohin der Weg in den nächsten Jahren gehen soll. »Da ist viel Gutes herausgekommen«, betonte Gnadl.

Von der neuen Bundesstraße 304 und der Nordost-Umfahrung von Traunstein erhofft sich der Bürgermeister eine Verringerung des Verkehrs auf der Staatsstraße 2096 und damit des Ortsteiles Sondermoning. Auf der Kreisstraße durch Nußdorf und besonders auf der Gemeindeverbindungsstraße nach Mögstetten und zur Bundesstraße 304 sei eine Verbesserung schon spürbar.

Die Energiewende und seine Auswirkungen werden den Gemeinderat in den nächsten Jahren besonders beschäftigen. Einige wichtige Entscheidungen seien dazu schon gefällt worden. So wird die Straßenbeleuchtung heuer und im nächsten Jahr mit energiesparenden Leuchtmitteln ausgestattet.

Mit finanzieller Unterstützung vom Amt für Ländliche Entwicklung soll demnächst ein Energiekonzept für die Gemeinde erstellt werden, das ähnlich wie bei der Dorferneuerung mit umfassender Bürgerbeteiligung erarbeitet werden soll. Dieses Konzept wird neben Anregungen und Beratungen zum Energiesparen im privaten Bereich auch die Potenziale zum Ausbau erneuerbarer Energien beinhalten. Aber noch ein weiteres Thema wird den Gemeinderat heuer beschäftigen: Die energetische Sanierung der Grundschule muss laut Bürgermeister Gnadl in Angriff genommen werden.

Der lang ersehnte Bau eines Radweges von Sondermoning nach Matzing entlang der Staatsstraße 2096 ist noch immer nicht ganz »in trockenen Tüchern«, so der Rathauschef. Die Grundstücksverhandlungen seien noch nicht vollständig abgeschlossen, weil ein Grundstücksanlieger in der Nachbarkommune nicht zum Verkauf bereit ist. Die Gemeinde werde »dranbleiben« und sich mit Nachdruck für den baldigen Bau dieser wichtigen Radwegverbindung einsetzen. Gnadl appellierte an die Gemeinderatsmitglieder, sich Grundstückskäufen nicht generell zu verschließen. Dabei wolle man nicht Konkurrenz für die Landwirte sein. Die Gemeinde brauche aber Tauschflächen, um Projekte wie Radwege und Straßenbau zu realisieren. pv.