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Gebühren für die Kindergärten werden erhöht

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Die Elterngebühren für die gemeindlichen Kindergärten in der Gemeinde Seeon-Seebruck werden zum 1. September um 15 Prozent angehoben. Darauf hat sich der Gemeinderat in seiner Sitzung verständigt. Die Erhöhung betrifft den Kindergarten in Truchtlaching (Foto), der im vergangenen Jahr sein 20-jähriges Bestehen feierte, und den Kindergarten in Seebruck. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Der Seeon-Seebrucker Gemeinderat hat sich darauf verständigt, die Elterngebühren für die Gemeindekindergärten in Seebruck und Truchtlaching zum Kindergartenjahr 2016/2017 um 15 Prozent zu erhöhen. Die letzte Anpassung der Gebühren liegt mittlerweile zehn Jahre zurück. Die Kinderkrippe in Truchtlaching ist von der neuen Gebührenordnung, die im September in Kraft treten wird, nicht betroffen.


Die deutlich gestiegenen Personal- und Sachkosten hatten die Verwaltung dazu bewogen, die Gebühren neu zu kalkulieren. Nach Angaben der Verwaltung lägen die aktuellen Elterngebühren zum Teil weit unter den Gebühren der Nachbargemeinden. Der Vorschlag der Verwaltung, die Grundbeiträge monatlich um 15 Prozent zu erhöhen, wurde im Gemeinderat kontrovers diskutiert. Während die Befürworter von einer moderaten Angleichung sprachen, kritisierten die Gegner eine Anpassung um 15 Prozent als familienunfreundlich und als »sehr extrem«, wie Hans Huber (FW) feststellte.

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»Die Gemeinde kann es sich leisten«

»Die Kinder sollten es uns wert sein, dass wir die Mehrkosten auf uns nehmen«, forderte die Stellvertretende Bürgermeisterin Martha Gruber (FW). Die Gemeinde Seeon-Seebruck sei zudem derzeit in der glücklichen Lage, es sich leisten zu können, betonte Gruber und regte an, eine Anpassung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. »Jetzt ist schon spät«, entgegnete Bürgermeister Bernd Ruth. Er wies darauf hin, dass die letzte Anpassung zehn Jahre zurückliege und das Angebot zwischenzeitlich individuell erweitert worden sei. Weiter teilte er mit, dass man trotz Erhöhung der Elternbeiträge kein kostendeckendes Ergebnis erzielen könne. Wenn dem so ist, sollte man nach Ansicht von Rudi Mayer (FW) die Gebühren nicht erhöhen: »Nachdem die Kindergärten eh ein Draufzahlgeschäft sind, soll man es so lassen.«

Sebastian Maier (FW) rechnete vor, dass eine Erhöhung von 15 Prozent einen Betrag von rund 10 000 Euro ausmachen würde. »Wenn es uns diese 10 000 Euro nicht wert sind, dann weiß ich es auch nicht mehr. Bei baulichen Sachen schütteln wir auch 10.000 Euro aus den Ärmeln«, so Mayer. Sabine Pfaffenzeller (FW) stellte fest: »Für mich stehen nicht die Kosten im Vordergrund. Für mich stellt sich die Frage, was sind uns die Kinder wert?«

Christine Eglseer von der CSU spekulierte, dass die Eltern durchaus bereit seien, mehr zu bezahlen mit dem Wissen, dass ihre Kinder durch die Betreuung eines Fachpersonals, das auch Geld koste, gut aufgehoben seien. Sie äußerte aber den Wunsch, die Geschwisterkinder günstiger zu stellen. Auf Anfrage von Helmut Maier (FW) teilte der Bürgermeister mit, dass sozialschwache Familien bei den Gebühren ohnehin berücksichtigt werden.

Letzte Erhöhung vor zehn Jahren

Sepp Daxenberger (CSU), der von einer moderaten Angleichung sprach, regte an, die Fakten und Zahlen bezüglich der Kosten und Gebühren der Kindertagesstätten bei den Bürgerversammlungen klar auf den Tisch zu legen. Dass der Termin für eine Gebührenerhöhung »nie der richtige« ist, verdeutlichte Josef Hölzl (FW). Nach dem die letzte Erhöhung zehn Jahre zurückliege, sei eine Erhöhung jetzt gerechtfertigt, so Hölzl.

Mit 11:6 Stimmen wurde der Vorschlag der Verwaltung, die Gebühren um 15 Prozent zu erhöhen, mitgetragen. Aktuell besuchen 22 Kinder den Gemeindekindergarten in Seebruck. Im Truchtlachinger Kindergarten werden 49 Kinder betreut. ga