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Gebirgsschützen als »hell leuchtenden Stern« bezeichnet

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Nachdem die Gebirgsschützen am Kriegerdenkmal ihrer Gefallenen und Verstorbenen gedacht hatten, ging es, geführt von der Musikkapelle Wössen, zurück zum Festabend im großen Festzelt am Streichenweg. (Foto: Flug)

Unterwössen. Ein Umzug zum Unterwössner Kriegerdenkmal mit Kranzniederlegung und Salut hatte den Festabend des Bataillonsfestes der Gebirgsschützen im Inn-/Chiemgau ein. Zurück im Festzelt würdigten die Redner die Gebirgsschützenkompanie Wössen/Achental und das Gebirgsschützenwesen. Darauf folgte ein kameradschaftlicher Abend mit viel Tanz.


Der Schirmherr der Veranstaltung, Bürgermeister Ludwig Entfellner, knüpfte an die Fußballweltmeisterschaft und das Streben der Mannschaften nach den Meisterschaftsternen an. »Die Sterne in der Gemeinde sind die Ehrenamtlichen«, meinte Entfellner und erntete spontanen Applaus. Vertreter der 17 Bataillons- und Freundschaftskompanien, darunter einige aus Österreich und Südtirol, waren mit ihren Fahnenabordnungen dabei, dazu viele Gäste aus nah und fern.

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Entfellner bezeichnete die Gebirgsschützen unter den Vereinen und Institutionen als »hell leuchtenden Stern«. Wenn sich die Gebirgsschützen nach wie vor der Tradition verpflichteten, seien die Begriffe nicht immer aktuell. Die Ehrenhaftigkeit von damals sei heute die Zivilcourage. Die Courage, das Interesse aller über das des Einzelnen zu stellen, bescheinigte Entfellner den Gebirgsschützen. Er lobte an ihnen, wie sie sich in den Jahresablauf einfügen. Sie seien bodenständig, zuverlässig und unaufgeregt. Das »unaufgeregt« schrieb er vor allem ihrem allzeit besonnenen Hauptmann Georg Haslberger zu. Die Gebirgsschützen seien die Einzigen in der Gemeinde, die ein Haus mit einem 120 Meter langen Keller gebaut hätten, ein Haus, das sie »perfekt« als Schießstätte betrieben. Entfellner lobte die Einrichtung als Anziehungspunkt für den ganzen Chiemgau. Was heute mit dem Modewort interkommunal beschrieben werde, hätten Gebirgsschützen seit Jahrzehnten auf ihre Fahnen geschrieben. Ohne Ansehen der Herkunft führten sie in ihren Reihen Mitglieder aus allen Orten zusammen. Den Gebirgsschützen versprach Entfellner: »Das ganze Dorf steht hinter euch.«

Zusammenhalt der Gebirgsschützen gelobt

Nicht nur das Dorf erwies sich bei den Ehrengaben. Neben dem Bürgermeister, der eine Geldspende überreichte, rollten befreundete Kompanien aus Neubeuern, Aschau, Inzell Traunstein und Reit im Winkl Bierfässer auf die Bühne, überreichten eine Ehrenscheibe oder andere Gastgeschenke. Die Vertreter der Vereine im Dorf sammelten sich auf der Bühne. Ihr Sprecher, ASV-Vorstand und Theaterer Wolfgang Färbinger, sprach ihren gemeinsamen Dank für gute Zusammenarbeit und Unterstützung in Form eines maßgeschneiderten Gedichts aus. Von ihnen gab es symbolisch eine Bank, die in Originalgröße demnächst vor dem Schützenheim stehen soll.

Die Vereine gaben so ein Beispiel guten Zusammenhalts. Ein Zusammenhalt, den Bataillonshauptmann Fritz Kelzenberg gerade unter den Gebirgsschützen über alle Grenzen hinweg sah. Das machte er zum Thema vor zahlreichen Honoratioren wie Altbundespräsident Horst Köhler mit seiner Familie und Freunden. Zu den Festbesuchern gehörte Pfarrer Martin Straßer, der zuvor am Kriegerdenkmal mit den Gebirgsschützen und den Vereinsabordnungen der Gefallenen und Verstorbenen gedacht hatte.

Nach den Wortbeiträgen unterhielten die Aktiven der beiden Trachtenvereine »D' Achentaler« Unterwössen und »D' Rechlberger« Oberwössen mit ihren Aufführungen und Trachtentänzen. Höhepunkt war der Sterntanz. Im Angesicht des schönen Bildes der Trachtler versprach Hauptmann Georg Haslberger den Unterwössner Trachtlern Unterstützung für ihr Jubiläumsfest in zwei Jahren. »Wir können zwar nicht tanzen, aber wir schießen euch einen schönen Ehrensalut«, versprach er.

Im Anschluss wechselte die Musik. Die Musikkapelle Wössen, die den Zug zum Kriegerdenkmal geführt und den Abend untermalt hatte, räumte die Bühne. Die wurde jetzt zum Tanzboden und auf einem Bühnenpodest musizierte die Großglocknerkapelle Kals – und das so mitreißend, dass der Tanzboden bis zum Ende sehr gut gefüllt war. lukk