weather-image
27°

Gebäudebrand an der Eichendorffstraße

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Zu einem wahren Horrorszenario wurden die Hilfsorganisationen rund um Traunreut alarmiert: Angenommen wurden mehrere Explosionen im alten Traunreuter Bauhof im Heizungskeller, worauf auch über 20 Personen in dem Gebäude eingeschlossen wurden. (Foto: FDL/Benje)

Traunreut – Zu einem wahren Horrorszenario wurden die Helfer der Feuerwehr Traunreut bei einer großen Einsatzübung am Gelände des alten Traunreuter Bauhofs gerufen. Anfangs wurde die Feuerwehr nur zu einem Gebäudebrand mit dem Alarmstichwort B3 an die Eichendorffstraße alarmiert. Dazu rückten die Feuerwehrler rund um Einsatzleiter Manfred Deisberg mit neun Fahrzeugen und 40 Einsatzkräften aus.


Die Ersterkundung ergab folgendes Bild: Das Hauptgebäude war komplett verraucht nach mehreren Explosionen in der Tiefgarage, zahlreiche Menschen wurden vermisst. Schnell entschied die Einsatzleitung, mehr Kräfte anzufordern.

Anzeige

Daraufhin wurden die Feuerwehren Stein, Matzing, Traunwalchen, Palling und Traunstein nachalarmiert. Ebenso kamen die Werkfeuerwehr des Bosch-Siemens-Hausgerätewerks zum Einsatz sowie die Schnelleinsatzgruppen des Roten Kreuzes und die Führung der Traunreuter Polizei. Auch waren die Vertreter der Kreisbrandinspektion am Einsatzort. Das THW Traunreut wurde ebenfalls zur Einsatzstelle beordert.

Laut Deisberg gab es mehrere Gefahrenschwerpunkte bei dieser Einsatzübung, deren Bekämpfung einen großen Personalbedarf nach sich zog. So musste man nicht nur den Brand im Untergeschoß ausfindig machen und löschen, auch die 27 Verletzten und zum Teil Vermissten mussten gesucht, gerettet und versorgt werden. Aus diesen Gründen wurde der Einsatz in mehrere Einsatzabschnitte aufgeteilt. Wegen der sehr starken Rauchentwicklung gestaltete sich die Menschenrettung sehr schwierig. Nur unter Atemschutz war es möglich, das Gebäude zu betreten. Aufgrund fehlender Ortskenntnisse und der schlechten Sichtverhältnisse kamen die eingesetzten Kräfte an ihre Grenzen und die Atemschutzsammelstelle musste immer genügend Personal vorrätig haben.

Eine Menschenrettung über Drehleitern und Hubsteiger der Wehren Traunreut, Traunstein und Palling wurde ebenfalls eingeleitet. Das BRK wurde mit der Feuerwehr Stein zum Aufbau einer Verletztensammelstelle eingeteilt. Hier lag die Herausforderung in der Registrierung der hohen Zahl an Verletzten in der Kürze der Zeit.

Nach einem weiteren Erkundungsrundgang stellte man fest, dass in der Werkstatt eine Person auf der Flucht zwischen zwei Metallrollen eingeklemmt wurde. Die Rettung übernahm die Feuerwehr Traunwalchen mit dem Technischen Hilfswerk. Mit Rettungsspreizer und -schere sowie anderen Werkzeugen wurde der Eingeklemmte fachmännisch befreit und zur Verletztensammelstelle gebracht.

Insgesamt beteiligten sich rund 200 Rettungskräfte mit 40 Fahrzeugen aller Organisationen an der Einsatzübung. Die Kommandanten der Traunreuter Feuerwehr, Karl-Heinz Erhard und Konrad Unterstein, die mit Bürgermeister Klaus Ritter die Einsatzübung beobachteten, waren mit der gezeigten Leistung sehr zufrieden. »Heute hatten wir mehrere Herausforderungen«, resümierte Erhard. Die Menschenrettung und Brandbekämpfung war eine davon. Die zweite Herausforderung bestand darin, die neue digitale Funktechnik mit unterschiedlichen Rettungsorganisationen einzusetzen. »Beides ist den Aktiven aller Organisationen hervorragend gelungen, sodass wir nicht das Haar in der Suppe suchen wollen. Auf diese Leistung können wir aufbauen«, freute sich der Kommandant.

Bei der Abschlussbesprechung im Traunreuter Feuerwehrhaus gab Bürgermeister Ritter allen Beteiligten eine Brotzeit aus. Er würdigte alle Rettungskräfte und zeigte sich sehr beeindruckt von deren Motivation und Leistungsvermögen. »Ich bin kein Fachmann, allerdings habe ich noch etwas Wissen aus meiner eigenen Rot-Kreuz-Zeit«, sagte er. »Was ich gesehen habe hat mich absolut überzeugt und ich möchte ihnen allen meinen größten Respekt zollen«.

Auch Konrad Unterstein, der die Übung mit seinem Team organisiert hatte, lobte alle Beteiligten. »Damit meine ich nicht nur die Übungsteilnehmer sondern auch alle Leute im Hintergrund.« So hätten die Gerätewarte bei den Vorbereitungen ebenso geholfen wie die passive Mannschaft der Traunreuter Wehr und das Küchenteam des THW, die sich um die Bewirtung der Einsatzkräfte kümmerten. »Nicht vergessen möchte ich die Kameraden der Feuerwehren Kammer, Nußdorf und Chieming, die zwar nicht mitübten, aber die Verletzten spielten.« Auch das Jugend-THW und die Jugendfeuerwehr Traunreut waren unter den Verletztendarstellern. Nicht zuletzt dankte er der Stadt Traunreut für die Möglichkeit der Übung und die Verpflegung. »Die Traunreuter Bevölkerung kann stolz sein, eine solch schlagkräftige Truppe im Rücken zu wissen«, so Unter-stein abschließend. fb