weather-image
19°

Gasversorgung auch für private Haushalte

0.0
0.0

Siegsdorf. Zahlreiche Interessierte kamen zur Frühjahrsversammlung der Unabhängigen Wähler (UW) Siegsdorf in den Gasthof Neue Post. Vorsitzender Alexander Klammer fasste in seiner Ansprache zusammen, was die UW sich für diese Legislaturperiode vorgenommen hatte und welche Ziele bereits erreicht seien.


Von der Ausweisung von Gewerbeflächen nördlich der Autobahn über den Bau eines neuen Feuerwehrhauses bis zur erfolgreichen Unterstützung der Jugendarbeit wurden die Themen beleuchtet. Klammer ging auch auf die Nahwärmeversorgung und den geplanten Bau eines Gasnetzes ein. Die Gasversorgung wird auf Initiative der großen Siegsdorfer Betriebe gebaut, aber auch private Haushalte können an der geplanten Trasse anschließen. Ebenso war das Thema Tourismus mit dem erfolgreichen Zusammenschluss mit der Gemeinde Bergen ein Thema. »Sehr viel von unserem Wahlprogramm 2008 hat die UW Siegsdorf umsetzen können«, so der Vorsitzende. Diesen erfolgreichen Kurs wolle man weiter verfolgen.

Anzeige

Bürgermeister Thomas Kamm berichtete über die Gemeindepolitik. »Der Mittelschulverband Chiemgau ist der einzige Verbund im südostbayerischen Raum, der wächst«, sagte er. Dazu tragen die attraktiven Angebote des Schulverbandes bei. Aufgrund des ständigen Wachstums der Schülerzahlen sei ein Erweiterungsbau an der Schule unumgänglich. Ebenso sei es notwendig, den kirchlichen Kindergarten neu zu bauen. Die Gemeinde habe sich das dazu notwendige Grundstück gesichert.

Ortskernsanierung wird ein großes Thema werden

Der Bau der Kanalisation sei im letzten Jahr vollendet worden, doch nun stünden erste Sanierungsarbeiten der älteren Bereiche an. Die Gemeinde plane dafür 200 000 bis 300 000 Euro pro Jahr. Die ersten Sanierungsarbeiten würden in der Jakob-Eder-Straße ausgeführt. Für die Sanierung der Gemeindestraßen seien langfristig etwa 6 Millionen Euro aufzuwenden. Das könne die Gemeinde aber nicht alleine schultern, sodass bei einigen Sanierungen die Straßenausbaubeitragssatzung zum Greifen komme.

Ein großes Thema werde auch die Sanierung des Ortskernes sein. Man müsse versuchen, den Durchgangsverkehr und den Schwerlastverkehr aus der Ortsmitte heraus zu bekommen. Man wolle in die Planungen die Bürger mit einbinden und einen Arbeitskreis gründen. Derzeit werde auch über eine bessere Erschließung von Gerhartsreit nachgedacht, da es immer wieder Probleme mit der Unterführung an der Friedenstraße gebe, die für Lkw und Busse oft zu klein sei.

Zum Projekt »Aventura« sagte Kamm, die Gemeinde und auch die UW Siegsdorf hätten hier sehr große Bedenken. »Es wird nachhaltig unsere Gastronomie und unseren Einzelhandel benachteiligen.« In der anschließenden Diskussionsrunde regte Fritz Petermüller eine Tempo-30-Zone an der Neumayerstraße an, da sich dort viele Familien mit kleinen Kindern angesiedelt haben. Eine weitere Frage von Reinhard Helminger ging in dieselbe Richtung nach der Ausbauplanung des Neubaugebietes Höpflinger Feld.

Dieter Rübel kritisierte, dass man sich mit dem Gas eine Chance für regenerative Energien nehme. Bürgermeister Kamm entgegnete, Gas sei eine preiswerte Energiealternative für die Industriebetriebe, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Auf die Frage, wie man dem Leerstand der Läden im Ortszentrum entgegenwirken möchte, entgegnete Kamm, dass man intensiv mit dem Gewerbeverband nach Lösungen suche. Ein wesentlicher Punkt zur Verbesserung der Situation sei die künftige Verkehrsführung und Ortskernsanierung.

Dr. Lothar Seissiger berichtet über aktuelle Themen der Kreistagspolitik. Er äußerte den Wunsch, dass Siegsdorf in Zukunft im Kreistag stärker vertreten ist. Im Landkreis sei es vor allem der Verdienst der Freien Wähler, dass die Kreisumlage nicht über 55 Punkte gestiegen sei. Auch der Beginn des Schuldenabbaus war der UW/FW ein Anliegen. Wenn alle Verbindlichkeiten des Landkreises gerechnet würden, liege die Verschuldung bei knapp 90 Millionen Euro. In jüngster Zeit bekomme die UW/FW für den Vorschlag der Kostenfortschreibung immer mehr Zustimmung. Dann könne es nicht mehr passieren, dass die Differenz zwischen Kostenschätzung und Endabrechnung mehr als 100 Prozent betrage.

Brandschutz bereitet finanzielle Sorgen

Was am meisten finanzielle Sorgen bereite, seien die enormen Auflagen beim Brandschutz, der jede öffentliche Investition wesentlich teurer mache. »Unsere Kreisstraßen brauchen dringend die Sanierung. Leider bleiben uns wegen der anderen Pflichtaufgaben im Jahr 2013 nur 500 000 Euro.«

Bei der finanziellen Ausstattung des ländlichen Raumes werde Südostbayern massiv benachteiligt. Dies zu ändern sei einer der Gründe, warum Dr. Seissiger als Direktkandidat der Freien Wähler im Landkreis Traunstein ins Rennen geschickt wurde. Auf der Bezirksliste erhielt er Platz sieben.