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Gartengeräte in den Winterschlaf schicken

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Die letzten schönen Herbsttage sollte der Hobbygärtner nutzen, um seine Gartengeräte wie den Rasenmäher unter die Lupe zu nehmen und winterfest zu machen. (Foto: Irlinger)
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Im Herbst und angehenden Winter gibt es immer wieder trübe Tage, in denen sich der Hobbygärtner Zeit zur Pflege seiner Gartengeräte nehmen sollte. Schließlich brauchen nicht nur Blumen- und Gemüsebeete oder Bäume, Sträucher und Wiese Pflege, auch Gartengeräte haben einen guten Service verdient.


Letztendlich möchte auch niemand das neue Gartenjahr mit kaputten und stumpfen Werkzeugen beginnen. Damit das Einwintern richtig klappt und im Frühling wieder alles einsatzbereit ist, gibt Markus Putzhammer, Kreisfachberater für Gartenbau im Landratsamt Berchtesgadener Land, einige Tipps.

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Rasenmäher und andere Motorgeräte sollten gründlich gereinigt werden. Jedoch birgt der gerne genutzte Hochdruckreiniger die Gefahr, dass Wasser über Luftfilter oder den Auspuff in den Motor gelangt. Zudem bekommen auch die Lager eine zu starke Dusche ab, was zu einer Beschädigung führen kann. Der Hobbygärtner sollte somit also lieber zu Spachtel und Bürste greifen, auch wenn diese Reinigungsart mühsamer ist und mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Grundsätzlich müssen die Luftfilter gereinigt sowie sollte der Treibstoff und im geeigneten und gut beschrifteten Kanister gelagert werden, um Ablagerungen vorzubeugen.

»Nach dem Ablassen des Treibstoffes kann man den Motor noch einmal so lange laufen lassen, bis er von selbst ausgeht«, rät Putzhammer, »mit dieser Taktik ist man sicher, dass der komplette Treibstoff aus dem Motor inklusive der Leitungen entfernt ist.« Wer sich selber weniger zu helfen weiß, sollte sein Gerät lieber einem Spezialisten überlassen.

Inhaber von Wasserpumpen sollten unbedingt dafür sorgen, dass sie frostfrei gelagert werden sowie dass sich keine Wasserreste mehr in dem Gerät befinden. Frostschäden wären ansonsten garantiert. »Gartenwasserleitungen müssen nun endgültig abgesperrt und abgelassen werden«, informiert der Kreisfachberater, »ansonsten kann es im nächsten Jahr zu teuren Folgen kommen.«

Gartengeräte aus Eisen müssen gründlich gereinigt werden. Hier kann ein Hochdruckreiniger gute Dienste leisten. Zunächst also bei Spaten, Gabeln, Rechen und ähnlichem den groben Schmutz durch Kratzen, Schaben oder Spritzen entfernen. Sollte sich bereits Rost auf den Geräten befinden, leisten eine Stahlbürste, Stahlwolle oder Schleifpapier gute Abhilfe.

Dann kommt das Schärfen. »Nicht nur Messer brauchen eine 'Schneid'. Auch Spaten, Schaufeln und Hacken werden geschliffen, dadurch erleichtert sich die Arbeit wesentlich«, so Putzhammer. Bei dieser Gelegenheit auch an das Rasenmähermesser denken. Die beste Möglichkeit zum Schleifen ist die Handfeile. Ebenso kann ein Schleifbock oder ein Winkelschleifer verwendet werden. Hier muss jedoch mit Gefühl gearbeitet werden, das Werkzeug darf beim Schleifen nicht blau anlaufen, da es ansonsten ausglüht.

Ist alles gereinigt und geschliffen, kann es zum weiteren Schutz ans Einölen gehen. »Nimmt man die üblichen Sprühöle mit Rostentferner, sollte man wissen, dass die größtenteils aus Mineralölen bestehen«, erklärt Putzhammer. Deshalb empfiehlt er für Geräte, die im Garten eingesetzt werden, ein sogenanntes Weißöl, welches biologisch voll abbaubar ist, zu verwenden.

Auch die Werkzeugstiele bedürfen der Pflege: Sind sie rau, werden sie mit einem feinen Schleifpapier bearbeitet. Eventuelle Schieferbildungen werden mit einem Messer vorsichtig herausgearbeitet, damit es zu keinen Verletzungen kommt. »Wacklige Stiele sollten richtig befestigt werden. Dabei ist Einstellen in Wasser, damit das Holz anschwillt und fest wird, aber keine dauerhafte Lösung.« Längerfristig führt das zu Fäulnis und Stielbrüchen.

Beim Kauf neuer Stiele sollte der Gartler darauf achten, dass die Holzfaser vom Anfang bis zum Ende durchläuft, ansonsten besteht die Gefahr, dass die Stiele bei Belastung schnell brechen. Caroline Irlinger