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Der Kreisverband Traunstein für Gartenkultur und Landespflege hielt in Ruhpolding seine Herbstversammlung ab. Vorsitzender Florian Seestaller überbrachte zahlreiche Geburtstagsglückwünsche. Unter anderem gratulierte er Ehrenmitglied Resi Gilg zum 70. Geburtstag. (Foto: Hobmaier)

Gartenbesitzer hatten »immer was zu werkeln« – Kreisverband blickt auf Corona-Pandemie zurück

»Egal ob 200 oder 5000 Quadratmeter – alle, die einen Garten haben, hatten immer was zu werkeln und sind so gut durch die Pandemie gekommen«, sagte Florian Seestaller, der Vorsitzende des Kreisverbands Traunstein für Gartenkultur und Landespflege, in der Herbstversammlung im Hotel zur Post in Ruhpolding. Die Gartenfreunde blickten zurück und voraus.


Dem Kreisverband gehören 51 Ortsvereine mit insgesamt 16 000 Mitgliedern und 25 Jugendgruppen an. »In allen Orten haben unsere Vereine eine zentrale Rolle, wenn es um die Verschönerung des Ortsbildes, aber auch in Beratungsfragen oder den Naturschutz geht«, so der Kreisvorsitzende. Seestaller lobte die Vorstände der Ortsvereine für ihren unermüdlichen Einsatz. »Gerade für die junge Generation, die den Umweltschutz als zentrale Aufgabe sieht, sind wir mit unseren Angeboten interessant.« Der Kreisvorsitzende freute sich, dass es bereits 25 Jugendgruppen im Landkreis gibt.

»Wir brauchen eine Entwicklung mit der Natur«, sagte Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer in seinem Grußwort. »Bei Fragen der Gemeindeentwicklung ist es immer ein Tanz auf Messers Schneide, wenn man das Interesse nach Bauland und Gewerbe mit dem Naturschutz abwiegen muss. Unser Gemeinderat ist immer bemüht, mit dem Herzen am rechten Fleck Entscheidungen herbeizuführen. Ich sehe es allerdings kritisch, dass die Bayerische Bauordnung die Abstandsflächen reduziert hat und es nun zu Nachverdichtungen kommen wird, was insbesondere bedeutet, dass es in Ortskernen zu einer Reduzierung der Grünflächen kommt«, meinte der Bürgermeister.

Den Höhepunkt des Verbandsjahres hatte der einwöchige Stand des Kreisverbands auf der Landesgartenschau in Ingolstadt gebildet. »Wir wurden von früh bis spät an allen Tagen fast förmlich überrannt«, sagte Kreisfachberater Markus Breier, der den Filmbeitrag von Georg Unterhauser über die Woche kommentierte. »Wir haben 75 Kilo unterschiedliche Sorten an Äpfeln zum Probieren verbraucht. Und der Jugendstand hat rund 1500 Basteltüten für die Kinder zusammengestellt. Einer von uns war den ganzen Tag ausschließlich mit Schälen und Schneiden beschäftigt.«

In Zusammenarbeit mit dem Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten veranstaltete der Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege einen Garteneinsteigerkurs. »Leider konnten wir nur 15 anstelle von 30 Plätzen aufgrund der Kontaktbeschränkungen anbieten. Und der Kurs musste zudem teils online angeboten werden, die Rückmeldungen waren aber durchaus positiv – und somit wird es im kommenden Jahr eine Neuauflage geben. Bereits jetzt stehen 50 Interessenten auf der Warteliste für den Einsteigerkurs im kommenden Frühjahr«, berichtete Breier.

Das Projekt »Wissen, wie es wächst und schmeckt« des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten lief im vergangenen Sommer an den Grundschulen in Surberg, Marquartstein und Schönau. Kleine Pflanzkisten für Gemüse bilden dabei den Ausgangspunkt, die den Kindern die Entwicklung von der Aussaat bis zur Ernte und dem Verzehr des Gemüses näherbringen soll. »Es ist für die Ortsvereine eine riesige Chance, um Jugendliche anzusprechen und mit einem Pflanztag sowie dem Erntetag mit verhältnismäßig wenig Aufwand verbunden«, sagte Fachlehrerin und Vorsitzende des Ortsvereins in Surberg, Sieglinde Maier-Stöhr. »Die Kinder haben die Pflanzen gehegt und gepflegt und der Höhepunkt am Erntetag mit dem gemeinsamen Verzehr der Gemüse-Wraps war ein großartiges Erlebnis«. Bereits jetzt haben sich zehn Schulen gemeldet, die dieses Projekt gerne durchführen wollen und auf die Unterstützung der Gartenbauvereine hoffen.

Kritik übte der Verbandsvorsitzende Florian Seestaller indes am Förderprogramm zur Bewegungsförderung von Kindern durch die Bayerische Staatsregierung. »Bei den Sportvereinen wird die Mitgliedschaft finanziell gefördert – und alle anderen Vereine, die Jugendarbeit betreiben, gingen leer aus.« Der Landkreis Traunstein habe diese Ungerechtigkeit zwar erkannt und daraufhin eine eigene Förderung aufgelegt. Und einige Vereine konnten auf diesem Weg laut Seestaller in den Genuss einer Förderung zur Jugendarbeit kommen.

Andreas Korte vom gastgebenden Ortsverein sagte, dass in Ruhpolding 304 Mitglieder dabei seien. Der Verein habe im abgelaufenen Jahr viel unternommen. Neben Kräuterwanderungen, Schnitt- und Pflanzkursen, verschiedenen Fachvorträgen und der Dorfverschönerung liege den Mitgliedern die Unterstützung der Ortsvereine sehr am Herzen. Beispielsweise hatten die Mitglieder des Gartenbauvereins zur Fahrzeugweihe der neuen Drehleiter für die Feuerwehr die Girlanden gebunden oder aber auch beim Schmücken der Festwagen zum Georgiritt geholfen. Bei einer von Sepp Mörwald organisierten Tombola wurden zahlreiche prächtige Blumenstöcke verlost.

Kreisvorsitzender Seestaller gab einen Ausblick auf das kommende Jahr. Die »Aktion Gelbes Band«, bei der nicht genutztes Obst von den Besitzern für andere Menschen freigegeben werden kann, werde derzeit noch haftungsrechtlich geprüft. Die Aktion solle im kommenden Jahr zentral vom Kreisverband und seinen Gartenbauvereinen beworben und umgesetzt werden. Hierzu werde es vom Kreisverband, wie Florian Seestaller sagte, rechtzeitig Informationen geben.

hob

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