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Gartenbauverein Seeon feierte 110-jähriges Bestehen

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Kreisfachberater Georg Unterhauser überreichte der Vorsitzenden Anni Schuster einen Spaten als Geschenk zum 110-jährigen Bestehen des Gartenbauvereins Seeon. (Foto: Stifter)

Seeon-Seebruck. Sein 110-jähriges Bestehen feierte der Gartenbauverein Seeon mit einem Hoagart. Zum Jubiläum waren Eingang und Saal beim Alten Wirt in ein Blumenmeer getaucht.


Bürgermeister Konrad Glück gratulierte zum Festtag und würdigte die viele Arbeit. »Sicher gab es wohl Höhen und Tiefen in all den Jahren, aber jetzt stehen die Gartler als aktiver Verein da«, sagte er und zollte dem Verein hohes Lob: »Es ist ein praktischer Verein, wenn was schöner werden soll, dann sind sie da.« Vieles werde auch gleich im Eigenantrieb erledigt, etwa die Dorfverschönerung. Man brauche nicht zu betteln, um Hilfe zu bekommen. »Danke für alles, was gemacht worden ist und für das Verständnis zwischen den Vereinen«, sagte er und überreichte ein Präsent.

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Der Kreisvorsitzende der Gartenbauvereine im Landkreis, Michael Luckas, blickte zurück in die Gründungsjahre, als die Bienen- und Obstbauvereine noch zur Lebensmittelgrundversorgung ins Leben gerufen wurden. Das war lebensnotwendig, besonders, was die Schädlingsbekämpfung betraf. Heute sei die Naturnähe in den Mittelpunkt gerückt. Gesundes Obst und Gemüse sowie die Schönheit des Gartens sollten nicht zu kurz kommen. Er ehrte die Seeoner als attraktiven Verein, der in ehrenamtlicher Tätigkeit erworbenes Wissen an die nächste Generation weitergebe, die mit Leidenschaft Traditionen und Kultur, den Schutz der Umwelt und eine bewegte Dorfgemeinschaft pflege. Schon der Schmuck des Saales beweise Herzblut, Ideen und Engagement. Er gratulierte mit einem Laubbaum zum Festtag mit einer Erinnerungstafel.

»In Seeon passiert was, da macht man was«

Kreisfachberater Georg Unterhauser erinnerte sich an viele schöne Stunden in Seeon. Die jahrelange gute Zusammenarbeit gehe schon auf die Vorstände Franz Hauser und Georg Hölzl zurück. »In Seeon passiert was, da macht man was«, sagte er. Für die Zukunft wünschte er alles Gute und überreichte der Vorsitzenden Anni Schuster einen Spaten. Ebenso gratulierten die Nachbarvereine mit Baumgeschenken. Die Vereinsvorstände aus Seeon dankten dem rührigen Verein, der stets zur Stelle sei, mit einem Likörbäumchen.

Den Hoagart gestalteten Seeoner Musikanten und Sänger sowie die Heimatbühne Seeon. Eine kleine Besetzung der Jugendblaskapelle führte durch den Abend. Zartere Klänge waren mit der Sternseer Musi, der Seeoner Saitenmusi und dem Seeoner Dreigesang auf »guat boarisch« zu hören. Sprecher Hans Huber unterhielt mit der Geschichte des Vereins, die so ihre eigenen »Gschichtln« habe. 1903 habe sich der Zweigverein Seeon aus dem Bienen- und Obstbauverein Obing und Umgebung abgekoppelt. Die Verwaltung des großen Vereins war damals wegen der großen Entfernung sehr schwer. Vorsitzender Schorsch Daxhammer baute den Verein von anfangs 28 Mitgliedern binnen zehn Jahren auf 64 Mitglieder aus.

Neuorganisation im Jahr 1948, neuer Name im Jahr 2000

1906 hat sich in Truchtlaching ein selbstständiger Verein aus den Reihen der Seeoner formiert. 1934 musste sich, unter den damaligen politischen Umständen, der Gartenbauverein von den Bienenzüchtern zwangsweise trennen. Neu organisiert wurde der Verein 1948 und besteht seither in seiner jetzigen Form. Nur der Name hat sich im Jahr 2000 geändert: Verein für Gartenbau und Landespflege mit nun 280 Mitgliedern.

Vorsitzende Anni Schuster gab noch ein paar Zeilen mit auf den Weg: »Der Garten mit seinen Jahreszeiten ist Sinnbild unseres Menschenlebens: Erwachen, Höhepunkt, Vergehen. Und immer ist was Schönes dabei.« cst