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Gartenbauverein Otting hielt Herbstversammlung ab

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Großartige Dekorationen begleiteten den Weg der Besucher der Ottinger Gartenbauvereinsversammlung vom Wirtshauseingang bis in den Saal hinein. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Ein bisschen mehr herbstliche Dekoration als sonst erwartete die Teilnehmer der Herbstversammlung des Ottinger Gartenbauvereins im Gasthaus Oberwirt. Schließlich war der Ottinger Gartenbauverein Gastgeber der Kreisversammlung, die am gestrigen Freitag an gleicher Stelle stattfand (Bericht folgt). Die Besucher waren fasziniert von den fantasievollen Kombinationen aus Pflanzen, altem Mobiliar und Geschirr, die sich vom Wirtshauseingang über den Treppenaufgang bis in den Saal erstreckten.


In der Versammlung gab die Vorsitzende Doreen Maierhofer einen kurzen Rückblick auf das Vereinsgeschehen. Sie erwähnte den Rosenschnittkurs, das »Rama dama«-Müllsammeln zusammen mit der Schule (»Sollte man bald wieder machen!«), den Ausflug zur Landesgartenschau in Würzburg, einen weiteren Ausflug zu einer Hortensiengärtnerei in Pocking und zum Kräutergarten von Franziska Lohr in Roglfing, die Aktion »Von Garten zu Garten«, bei der vier Gärten von Mitgliedern besucht wurden, ein Ferienprogramm-Angebot und schließlich drei Weidenflechtkurse.

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Wichtig war der Vorsitzenden der Hinweis auf die vom Gartenbau-Kreisverband geförderte Bodenproben-Aktion. Es sei »ungeheuer wichtig«, so sagte sie, alle paar Jahre mal feststellen zu lassen, was an Nährstoffen im Boden drin sei.

Mit großer Begeisterung schilderte sie dann all das, was ihre »Sprösslinge so alles erleben und anstellen«: Damit meinte sie die Buben und Mädchen der »Wilden Blumen«, der überaus aktiven Jugendgruppe des Gartenbauvereins, die sich – außer in den großen Ferien – jeden Monat zu einer interessanten Aktion zusammenfinden. Angeleitet werden die sechs bis 14 Jahre alten »Junggärtner« von einer elfköpfigen Frauengruppe, die für ihren Ideenreichtum und ihr Engagement großen Beifall erhielt. Die Treffen sind in der Regel kreative Kombinationen aus Basteln, Aktionen im Freien und gemeinsamer Brotzeit.

Von Kartoffeldruck bis Tomatenpflege

Angefangen hat das »Wilde-Blumen«-Jahr im vergangenen Herbst mit »Kartoffeldruck und Upcycling«: Aus den selbst angebauten Kartoffeln wurden Stempel geschnitzt, aus alten Kleidungsstücken wurden flotte neue Kreationen geschneidert und bedruckt. Auf Weihnachten zu wurden aus Papier die komplizierten »Fröbelsterne« gebastelt und Mini-Biotope in großen Gurkengläsern angelegt.

Im neuen Jahr ging es unter anderem weiter mit einer »Samenwerkstatt«: Aus Samen wurden Bilder geklebt, Brot wurde gebacken und weitere Samen wurden in Erdklumpen eingemischt; aus diesen »Samenbomben« sollten dann, an passender Stelle auf den Boden geworfen, neue Blüten entstehen.

Eine große Aktion ist immer das Tomatenpflanzen. Um die 300 Pflänzchen zieht Doreen Maierhofer bei sich daheim auf, die dann an die Kinder weitergegeben werden, die sich zu Hause um sie kümmern sollen. Dann werden die Pflanzen und weitere selbst gebastelte Objekte beim »Kraut-und-Krempel-Markt« verkauft.

Sechs Ottinger Gärten sind für die Aktion »Bienenfreundlicher Garten« gemeldet worden. Nach eingehender Besichtigung sind zwei davon für die Kreis-Prämierung am 13. November in Palling ausgewählt worden: der von Rosa und Konrad Seehuber in Panolsreut sowie der von Sigi und Matthias Baderhuber in Großscherzhausen. Das nächste Angebot des Gartenbauvereins ist am 24. Oktober der Steckkurs für Allerheiligen. Der Ausflug des kommenden Jahres wird, wieder zusammen mit den Tachinger Gartlern, am 4. und 5. Mai an den Bodensee führen.

Kreisfachberater Markus Breier hielt einen Vortrag über Stauden, also mehrjährigen Gartenblumen – vom Krokus im Frühling bis zur Aster im Herbst. Dazu zeigte er viele, oftmals schon fast in Vergessenheit geratene Pflanzen und gab Tipps zu deren Anpflanzung und Pflege. Er legte den Besuchern auch die Anlage von Blumenwiesen auf passenden Flächen ans Herz und empfahl, der Natur einfach ihren Platz zu geben.

Breier sprach über Buchsbaumzünsler

Ausführlich widmete sich Breier dem Buchsbaumzünsler, der mittlerweile fast im ganzen Landkreis verbreitet ist. Seine Empfehlung war, die Buchsbestände in jedem Fall zu reduzieren und das, was noch bleibt, mit nützlichen Bakterien, wie man sie in Gartenbedarfsgeschäften kaufen kann, zu spritzen. Im Übrigen gebe es zwar keinen direkten Buchsersatz, aber durchaus akzeptable Alternativen: etwa Berberitze, Enonymus, Heckenkirsche oder Cotoneaster. he