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Ganz Erlstätt ist im Goldrausch

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Die Theatergruppe des Burschenvereins Erlstätt bestach einmal mehr auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Die meisten Aufführungen von »Der goldene Schatz« waren ausverkauft. (Foto: Müller)

Grabenstätt. Fünf Mal zeigten die zehn famosen Darsteller des Burschenvereins Erlstätt die Komödie »Der goldene Schatz« und begeisterten dabei stets mit einer Vielzahl von Pointen. Es dauert nicht lange, bis sich aus der anfangs heilen Welt eine Spirale der Verwechslungen, Verdächtigungen und Vorverurteilungen in Gang setzt und schließlich vor nichts und niemandem mehr Halt macht. Und das alles nur wegen eines angeblich in Erlstätt vergrabenen, goldenen Schatzes.


Schatz-Gerücht verbreitet sich wie ein Lauffeuer

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Bei der Planung der Feiern zum 1225. Gründungsjubiläum des Dorfes ist Schuster und Gemeinderat Josef Schmidt (Christian Fellner), dessen Schuhgeschäft Schauplatz des Geschehens ist, auf eine alte Schatz-Sage gestoßen, die zunächst ihn und seine Familie und dann das halbe Dorf um den Verstand bringen soll. Zur Freude des Publikums sind natürlich die »Schatzkarten« vertauscht worden, besser gesagt der Schaltplan des Elektroingenieurs Hannes Schmidt (Bernhard Hennes) und die Originalschnittmuster mittelalterlicher Kostüme von Schuster-Gattin Hildegard Schmidt (Claudia Wiesholler) und deren Freundin Marianne Hofmann (Ramona Fembacher).

Dass sich das Schatz-Gerücht wie ein Lauffeuer verbreitet, dafür sorgt die überall mitmischende Nachbarin der Schmidts, die gschnappige Helga Schatz (Helmi Lutzenberger). Die Aussicht auf schnellen Reichtum ruft immer mehr Schatzsucher auf den Plan und Schuster Schmidt verkauft plötzlich mehr Schaufeln als Schuhe. Um sein Glück perfekt zu machen, muss er nur noch selbst in den Besitz des Schatzes kommen und so heuert er den Abenteurer und Lebenskünstler Rocco Schankbank (Robert Weidacher) an.

Selbst Bürgermeister Helmuth Geier (Edi Malleier) wittert eine neue Geldquelle und streckt seine Fühler aus. Nachdem dem Gemeindeoberhaupt die Schatzkarte verweigert wird, geht er mit Helga konspirativ zum großen Babyfon-Lauschangriff über. Die Gerüchteküche brodelt immer heftiger und quillt ein ums andere mal über, nicht selten in Form von deftigen Watschn. Absichtlich falsch gelegte Fährten des übermütigen Schatzsucher-Duos Schankbank/Schmidt und der auskunftsfreudige Multitasking-Postbote Thomas Meier (Ludwig Fembacher) tragen das ihre dazu bei. So wird Sabine Dressler (Ingrid Lutzenberger), die sympathische Freundin des Schuster-Sohnes, mit der unerbittlichen Steuerprüferin Adelheid Gruber (Christina Strohmayer) verwechselt und von ihren Schwiegereltern in spe mehrmals unsanft vor die Türe gesetzt.

Ihrem Freund Hannes ergeht es kaum besser, erst begrapscht er versehentlich die prüde Steuerprüferin, dann wird ihm eine Liebschaft mit dem Schatzgräber-»Schrank« Rocco eingeredet. Zu allem Überfluss erfährt die Schusters-Gattin auch noch von einem vermeintlichen Techtelmechtel ihres Mannes mit ihrer besten Freundin.

Am Ende bleibt es natürlich nur bei der Androhung der Scheidung und auch der einstige Familien- und Dorffrieden kann wieder hergestellt werden in der herzerfrischenden Komödie des Autors Wolfgang Bräutigam. Die Spielleitung lag bei Theater-Urgestein Franz Schuhbeck, für die Maske war Marianne Klauser verantwortlich. mmü