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Gäste müssen begeistert werden

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Für seine Verdienste um den Tourismus erhielt Hans Sojer (Mitte) vom Vorsitzenden des Verkehrs- und Kulturvereins, Helmut Müller (links), und dem Zweiten Vorsitzenden Josef Reiter einen großen Geschenkkorb. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding. Der neue Tourismusdirektor Markus Stuckmann stellte sich bei der Jahreshauptversammlung des Verkehrs- und Kulturvereins im Hotel zur Post erstmals öffentlich vor und gab auch seine ersten Zielsetzungen bekannt.


»Ich wurde mit offenen Armen empfangen«, bestätigte Stuckmann und gab Einblicke in seinen beruflichen Werdegang. Der in Albstadt geborene, 37-jährige Tourismusfachmann studierte Tourismusbetriebswirtschaftslehre und absolvierte sein Praxissemester bei der Kurverwaltung Garmisch-Partenkirchen, wo er anschließend zunächst als Stellvertretender und dann bis Ende 2008 als Verantwortlicher Abteilungsleiter für Sport und Events bei »Garmisch-Partenkirchen-Tourismus« tätig war. Nach weiteren Verwendungen als Sales Manager bei einer internationalen Hotelkette und als Key Account Manager bei einer Werbeagentur übernahm er im August 2011 bei der »Tourismusorganisation Engadin St. Moritz« die Marketingaufgabe als Marktverantwortlicher für China, Japan, Indien und Skandinavien. Seit 1. November ist er Tourismusdirektor in Ruhpolding.

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Stuckmann sagte, dass Ruhpolding sich bei der Marktpositionierung mit einem klaren Gesicht und Charakter präsentieren müsse. »Wir müssen Erlebnisse verkaufen«, sagte er; deshalb sei die Werbung zu modifizieren. Die Zukunft des Tourismus sieht er auch nicht unbedingt auf dem deutschen Markt, vielmehr würden vor allem die europäischen Auslandsmärkte ein Wachstumspotenzial versprechen. »Hier ist zu analysieren, wo mittelfristig Aktivitäten Sinn machen«, so Stuckmann weiter. »Wir werden nur langfristig auf dem Markt bestehen können, wenn es uns gelingt, unsere Gäste nicht nur zufriedenzustellen, sondern zu begeistern«, schloss er seine Ausführungen und appellierte dafür, die Zukunft gemeinsam anzugehen.

Mehr Übernachtungen

Zuvor legte Helmut Müller seinen Rechenschaftsbericht als Vorsitzender des 295 Mitglieder umfassenden Verkehrs- und Kulturvereins ab. Der Tourismus sei das Standbein für die Wirtschaft und Infrastruktur meinte er. »Das Getriebe Tourismus verzahnt Beherbergung, Einzelhandel und somit Kaufkraft ineinander«. Der Tourismus in der Region sei seiner Meinung nach auch maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Landkreis Traustein so niedrige Arbeitslosenzahlen präsentieren könne. Erfreulich sei, dass Ruhpolding erneut trotz Bettenrückgang wieder steigende Übernachtungszahlen vorweisen könne. In Bezug auf das Bettenangebot müsse dringend nachgesteuert werden, vor allem im Hotelbereich. »Das Hoteldorf Zell ist nicht gestorben, im Jahr 2013 könnte es zur Realisierung kommen«, prognostizierte Müller. Auch die Wanderwegbeschilderung soll im nächsten Jahr abgeschlossen werden. Um den Skibetrieb am Unternberg sei es momentan ruhig, »ich gehe aber davon aus, dass es weiter geht«. Außerdem würden im Hinblick auf die Zukunft der Unterbergbahn positive Verhandlungen mit der Rauschbergbahn im Gange sein.

Er ging auch auf die Biathlonweltmeisterschaft ein. »Es war eine besondere Veranstaltung, die Auswirkungen auf die ganze Region gehabt hat«, sagte der Vorsitzende und ergänzte: »Darum ist es für mich unverständlich, warum dies bei einem Bericht über den Chiemgau Tourismusverband völlig unerwähnt blieb«. Besonders hob er aber hervor, dass die Ortsvereine mit ihren Veranstaltungen einen wesentlichen Beitrag zum Tourismus beisteuern würden. Zur Insolvenz des Tourismusverbandes München Oberbayern betonte Müller, er appelliere für eine Nachfolgeorganisation, damit wieder Fördergelder fließen können. Schließlich gab er noch bekannt, dass das Wohnbauwerk Ruhpolding nach schwierigen Verkaufsverhandlungen mit der katholischen Jugendfürsorge nach einem zehnjährigen Pachtvertrag das für Schüler- und Jugendfreizeiten ideal geeignete »Josefshaus« kaufen konnte. Der Verkehrs- und Kulturverein werde nun als Betreiber mit dem neuen Besitzer zunächst einen Fünfjahresvertrag abschließen.

Ehrung für Hans Sojer

Abschließend hatte Müller noch eine Überraschung parat. Hans Sojer gehöre zu jenen Leuten, die sich im Hintergrund besonders für den Tourismus im Ort verdient gemacht hätten, sagte er. Der mittlerweile über 80-jährige »Auer-Hans« habe bei 228 Wanderungen rund 5000 Gäste zur Schwarzachenalm geführt und dort mit Leberkäs verpflegt. Darum sei auch im Gästejargon der Begriff der »Leberkäswanderung« entstanden. Für sein Engagement erhielt er von Müller und seinem Stellvertreter Josef Reiter einen großen Geschenkkorb.

Bürgermeister Claus Pichler zeigte sich ebenfalls über die gestiegenen Tourismuszahlen erfreut. »Dieser Aufschwung und auch die gelungene Ortskerngestaltung sollen eine weitere Aufbruchstimmung bringen«. Was die Biathlonweltmeisterschaft betrifft, dürfe man sich nun nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern müsse die Chancen nutzen, um das Profil Ruhpoldings zu schärfen. »Das gelingt aber nur, wenn alle zusammenhalten«. hab